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Aufzug, Senkrechtlift, LeichtbauliftFacebookTwitterEmailDrucken

Welche unterschiedlichen Aufzugsarten gibt es und was sind ihre Besonderheiten? Wie lassen sich ältere Aufzüge barrierefrei umrüsten? Was Sie über Aufzüge wissen sollten.
Bezeichnungen, Hinweise und Wissenswertes über Aufzugsanlagen, Personenaufzüge, Senkrechtlifte, Leichtbaulifte, Kabinenlifte und runde Lifte.

Eine Aufzugsanlage, alternativ auch Aufzug, Fahrstuhl oder Lift genannt, ist eine vertikale Transportanlage, mit der Personen oder Güter aller Art in einer beweglichen Kabine, einem Fahrkorb oder auf einer Plattform zwischen zwei oder mehreren Ebenen transportiert werden können. Ihre Anordnung muss nach bautechnischen, brandschutztechnischen und ablauftechnischen Überlegungen erfolgen und den Sicherheitsbestimmungen entsprechen.

Aufzüge mit Personenbeförderung gehören zu den überwachungsbedürftigen Anlagen laut Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und unterliegen somit bestimmten Prüfungen (Prüfung vor Inbetriebnahme und wiederkehrende Prüfung in bestimmten Fristen) durch zugelassene Überwachungsstellen.

Aufzüge nach Aufzugsrichtlinie müssen in ihren Fahrkorbmaßen mindestens Typ 2 nach DIN EN 81-70, Tabelle 1 entsprechen, um die Nutzung des Aufzugs durch einen Rollstuhlfahrer mit Begleitperson zu ermöglichen. Ein Aufzug nach Typ 1 ist nicht barrierefrei. Die lichte Zugangsbreite muss mindestens 90 cm betragen. Weitere Fahrkorbmaße für Rollstuhlbenutzer sind in DIN 15309 - Personenaufzüge für andere als Wohngebäude sowie Bettenaufzüge angegeben.

Die Schachtgrubentiefe beträgt bei Geschwindigkeiten größer 0,2 m/s mindestens 1.000 mm. Bei Geschwindigkeiten bis zu 0,2 m/s kann diese unter bestimmten Voraussetzungen deutlich verringert werden. Beim Antrieb direkt an der Kabine wird kein Maschinenraum benötigt.

Antriebsarten bei Aufzügen
Seilaufzug:die Kabine hängt an Tragseilen aus Stahl
Hydraulikaufzug:die Kabine wird durch einen oder mehrere Hydraulikkolben bewegt
Zahnstangenaufzug:die Kabine wird durch einen Elektromotor oder einen Verbrennungsmotor nach dem Zahnstangen/ Ritzelprinzip angetrieben
Spindelantrieb:die Bewegung des Aufzugs erfolgt über eine Spindel (Schraube), die über einen Antrieb gedreht werden kann
Traktionsantrieb:Kabine bewegt sich durch den "Andruck", d.h. die sich automatisch selbst nachstellende Verbindung der Antriebs- und Tragrollen an die Fahrbahn
Vakuumantrieb:eine Druckluftpumpe oder Turbine hebt oder senkt die Bodenscheibe des Liftes; der Antrieb erfolgt über eine Pneumatik
seilloser Antrieb:die Kabine wird durch zwei elektromagnetische Synchron-Linearmotoren angetrieben und somit nur durch ein vertikal bewegliches Magnetfeld gehalten bzw. bewegt

Aufzug | Senkrechtlift | Leichtbaulift | Kabinenlift | Runder Lift

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Aufzug nach Maschinenrichtlinie

Endstation Aufzug auf einer DachterasseAufzug an einer HausfassadeLift im Wohnraum

Aufzüge nach Maschinenrichtlinie unterliegen einer Begrenzung ihrer maximalen Fördergeschwindigkeit von 0,15 m/s. Sie können in einem bauseits erstellten Mauerschacht/ Betonschacht montiert werden. Viele Aufzug-Hersteller liefern auch selbsttragende Schachtgerüste aus Aluminiumprofilen. Die Schächte eignen sich sowohl für den Außeneinsatz wie auch für den Inneneinsatz und können vielfältig gestaltet werden, da eine Vielzahl von Verkleidungsmaterialien (Glas, pulverbeschichtete Aluminiumbleche, Granitplatten usw.) eingebaut werden können.

Sie können Höhen von wenigen Zentimetern bis zu mehreren Stockwerken überbrücken. Sie lassen sich einfacher und somit kostengünstiger einbauen, da sie nur eine geringe Unterfahrt von wenigen Zentimetern benötigen. Eine Überfahrt ist nicht erforderlich.

In öffentlich zugängigen Bestandsgebäuden muss die barrierefreie Plattform mindestens 1100 mm × 1400 mm betragen, um ausreichend Platz für einen Rollstuhl mit Begleitperson zu bieten.

Aufzüge barrierefrei umrüsten

Neuanlagen lassen sich heutzutage für einen barrierefreien Einsatz konfigurieren. Doch auch bestehende Aufzüge sind in den meisten Fällen barrierefrei umrüstbar. Eines der häufigsten Probleme älterer Anlagen ist die mangelnde Haltegenauigkeit, wodurch gefährliche Stolperstufen entstehen können. Ein Austausch des Antriebs und der Einbau einer Mikroprozessor-Steuerung lassen diese gefährliche Hürde verschwinden.

Ein anderes Problem bei älteren Anlagen sind Drehtüren, die mit der Hand betätigt werden müssen. Diese sind für beeinträchtigte Personen schwierig zu öffnen. Nachrüstbare, elektronisch gesteuerte Schiebetüren hingegen öffnen automatisch und sind mit Licht­gittern ausgerüstet, die verhindern, dass sich Personen einklemmen. Die behindertengerechte Ausführung von Aufzügen ist in der DIN EN 81-70 geregelt.

Senkrechtlift im Schacht

Glasschacht an einer HausfassadeVerglaste Kabine im obersten StockLift im InnenraumSenkrechtlift mit Schiebetür und weiteres Bild mit Falttür

Senkrechtlifte mit selbsttragenden Stahlgerüstschacht, alternativ auch Senkrechtplattformlift, Plattformaufzug, Hauslift oder Homelift genannt, dienen dem Transport von Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit mit oder ohne Rollstuhl und Begleitperson oder mit Kinderwagen können bis etwa 18 m Höhe oder ca. 6 Geschosse eingesetzt werden.

Die Anlagen sind ausgestattet mit einem Verschlüsselungssystem und einer Totmannsteuerung. Die Totmannsteuerung zur Bedienung ist wärend der gesamten Fahrzeit zu drücken, im öffentlich zugänglichen Bereich erfolgt die Nutzung über einen Schlüsselschalter, der nur die Benutzung durch Befugte ermöglicht. Im öffentlichen Bereich ist es beispielsweise möglich, über eine Rufeinrichtung am Plattformaufzug eine beauftragte Person nach TRBS 3121 anzufordern, die mit der Bedienung des Aufzugs beauftragt sein muss. Diese Person ist in der Regel auch für die Notbefreiung und regelmäßige Kontrolle der Funktionsfähigkeit des Aufzugs zuständig.

Die Aufzüge müssen nach der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG (siehe Zusatzinfo rechte Spalte) errichtet und betrieben werden. Ein Schacht mit Schachtabschlusstüren ist erforderlich. Bei gleichen Kabinenabmessungen kann der Schacht gegenüber herkömmlichen Aufzügen jedoch kleiner gehalten werden.

Da der Antrieb am Lastaufnahmemittel (Kabine) angeordnet werden kann, wird der sonst übliche, separate Maschinenraum eingespart. Die Kabine muss nicht allseits geschlossen sein, was zur Einsparung der Kabinenabschlusstüren führt. Dies ergibt eine geringere Breite und Tiefe des Schachtes. So passt sich der Behinderten-Senkrechtaufzug leichter in ein bestehendes Gebäude ein als ein herkömmlicher Personenaufzug.

Vorteile eines Senkrechtplattformlifts

  • geringere Anschaffungskosten im Vergleich zu Personenaufzügen
  • leichte Anpassung beim Einbau in bestehende Gebäude
  • keine umfangreichen Bauarbeiten erforderlich
  • niedrige Gesamtkosten für Betrieb und Wartung
  • innen und außen einsetzbar

Leichtbaulift

2 Personen und Rollstuhl im Wohnzimmer mit HomeliftHomelift an der Haltestelle im ObergeschossSenkrechtaufzug im Einfamilienhaus

Leichtbaulifte sind für den Einsatz in privaten Bereichen wie Ein- und Zweifamilienhaus oder Maisonettewohnung geeignet und für den Rollstuhltransport zu klein. Sie stellen jedoch eine komfortable Alternative zum Treppensitzlift dar, wenn das Raumangebot es zulässt. Mit einer Förderhöhe von bis zu 3,60 m verbinden sie problemlos zwei Etagen miteinander und transportieren ein bis zwei Personen, den Rollator und die Einkaufstaschen. Deckenhöhen sind bis 3,00 m möglich, Deckendicken bis 70 cm. Sie sind extrem platzsparend und erfordern keinen Schacht.

Kabinenlift

Außenlift an zweistöckigem HausAussenlift bis zum Dachgeschoss

Kabinenlifte als schachtlose Lifte für verschiedenste Einbausituationen zur Erschließung von Balkonen und für den direkten Gebäudezugang. Türen an allen vier Seiten erlauben maximale Flexibilität in der Planung.

Die Kabine ist in verschiedenen Größen für den Außen- und Innenbereich sowie in individuellem Design erhältlich. Der Platz unter der Kabine bleibt frei zugänglich, wenn sich der Lift im Obergeschoss befindet.

Runder Lift

Senkrechtlift im Treppenauge einer Turmtreppe

Runde Lifte sind je nach Ausführung für den Innen- und Außenbereich geeignet. Im Innenbereich lösen sie elegant Probleme, wenn nur wenig Raum vorhanden ist oder eine vertikale Aufzugsanlage innnerhalb einer Wendeltreppe oder Spindeltreppe eingebaut werden soll.

Durch die Rundumverglasung der Kabine sind runde Lifte je nach Größe für enge und runde Treppenhäuser ideal.

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Zusatzinfo

Die Mindestvorgaben für die Zugänglichkeit von Aufzügen für Personen mit Behinderungen sind in der DIN EN 81-70 aufgeführt.

Die europäische Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU regelt die Anforderungen für das Inverkehrbringen von Aufzugsanlagen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR).

Diese Richtlinie wird in Deutschland durch die Aufzugsverordnung (12. ProdSV) in nationales Recht umgesetzt.

Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG regelt ein einheitliches Schutzniveau zur Unfallverhütung für Maschinen beim Inverkehrbringen innerhalb des EWR sowie der Schweiz und der Türkei. Diese Richtlinie wird in Deutschland durch die Maschinenverordnung in nationales Recht umgesetzt.

Die VDI 6008 Blatt 4 Barrierefreie Lebensräume, Möglichkeiten der Aufzugs- und Hebetechnik regelt die Anforderungen an Aufzüge, Hebebühnen, Treppenplatt­formlifte und weitere Optionen des vertikalen Transportes.

Zuschüsse

Einige Bundesländer gewähren Zuschüsse für die Errichtung einer Aufzugsanlage.

Brandenburg

Gefördert wird die behindertengerechte Anpassung in vorhandenem Wohnraum für Vermieter oder Mieter und für selbst nutzende Wohneigentümer. Die Richtlinie tritt am 31. Dezember 2021 außer Kraft.

Wohnungsbau Zuschüsse in Brandenburg

Hamburg

Gewährt einen Zuschuss für die erstmalige barrierefreie Erschließung einer Eigentumswohnung durch eine Aufzugsanlage , die vollständig oder teilweise neu errichtet, erweitert oder modernisiert wird. Voraussetzung ist insbbesondere das Vorhandensein oder Herrichten eines barrierefreien bzw. seniorengerechten Bads mit stufenlos begehbarem Duschplatz nach DIN 18040-2.

Barrierefreier Umbau von selbstgenutzten Eigenheimen

Hessen

Gewährt Kostenzuschüsse für den Umbau und die barrierefreie Erreichbarkeit von selbstgenutzten Wohnungen und Wohngebäude, um behinderten Menschen die eigene Haushaltsführung zu ermöglichen.

Behindertengerechter Umbau von Wohneigentum

Mecklenburg-Vorpommern

Gefördert werden Nachrüstungen von Personenaufzügen, Liften und anderen Hubsystemen in bzw. an Gebäuden mit Miet- und Genossenschaftswohnungen und barrierearme Wohnanpassungsmaßnahmen im selbst genutzten Wohneigentum.

Reduzierung von Barrieren im Wohnungsbestand

Sachsen

Unterstützt werden Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, die Eigentümer einer selbstgenutzten Wohnung oder eines selbstgenutzten Einfamilienhauses oder bereits vertraglich gebundene Mieter einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses sind.

Behindertengerechte Anpassung von vorhandenem Wohnraum