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Ladesäulen - Laden ist das neue TankenDrucken

Werden Wohngebäude mit mehr als fünf Stellplätzen gebaut, müssen künftig alle Stellplätze mit Schutzrohren für Elektrokabel ausgestattet werden. Damit Ladestationen nicht nur dem Klima sondern auch ALLEN Fahrzeughaltern nützen, müssen sie wie alle Bedienelemente im öffentlichen Raum barrierefrei zugänglich und nutzbar sein.

Die Energiewirtschaft hat im Jahr 2020 einen Leitfaden für die Betreiber von Ladeinfrastruktur erstellt. Das BMVI fördert, finanziert und koordiniert - mit einer Nationalen Leitstelle und Ansprechpartnern für die Kommunen.

Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz – GEIG

Das Gesetz zum Aufbau einer gebäudeintegrierten Lade- und Leitungsinfrastruktur für die Elektromobilität (Gebäude-Elektromobilitätsinfrastrukturgesetz – GEIG) ist am 25.03.2021 in Kraft getreten.

Werden Wohngebäude mit mehr als fünf Stellplätzen gebaut oder Wohngebäude mit mehr als zehn Stellplätzen einer größeren Renovierung unterzogen, welche den Parkplatz oder die elektrische Infrastruktur des Gebäudes umfasst, muss künftig jeder Stellplatz mit Schutzrohren für Elektrokabel ausgestattet werden.

Werden Nichtwohngebäude mit mehr als sechs Stellplätzen gebaut, muss mindestens jeder dritte Stellplatz ausgerüstet und mindestens ein Ladepunkt errichtet werden. Bei einer größeren Renovierung von bestehenden Nichtwohngebäuden, welche den Parkplatz oder die elektrische Infrastruktur des Gebäudes umfasst, muss mindestens jeder fünfte Stellplatz ausgerüstet und mindestens ein Ladepunkt errichtet werden. Ab 2025 muss jedes nicht zum Wohnen genutzte Gebäude mit mehr als zwanzig Stellplätzen mit mindestens einem Ladepunkt ausgestattet werden.

Förderung der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge

Rollstuhlfahrerin bedient eine gut erreichbare Bedienelemente einer Ladesäule in einem Berliner Parkhaus Rollstuhlfahrerin hat Schwierigkeiten, das Display der Ladesäule auf dem Sicherheitsstreifen des Gehwegs zu erkennen oder den Kartenleser zu bedienen. Ladesäule auf dem Sicherheitsstreifen des Gehwegs ist nicht erreichbar, die Steckdose zu weit oben angebracht. Rollstuhlfhrerin auf dem Weg vom parkenden Fahrzeug über abgesenkte Bordkante zur Ladesäule. Die Rollstuhlfahrerin hält vor dem Rasenstreifebn und kann die Ladesäule nicht erreichen.Ladesäule in Paris

Mit der "Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland" und den jeweiligen Förderaufrufen zur Antragseinreichung soll ein flächendeckendes, bedarfsgerechtes und nutzerfreundliches Netz an Ladeinfrastruktur initiiert werden, sodass die Nutzer von E-Fahrzeugen überall in Deutschland schnell und unkompliziert nachladen können.

Die Förderrichtlinie des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur enhält keine Vorgaben für Modell oder Aussehen von Ladesäulen. Für ein bundesweit einheitliches Erscheinungsbild wird lediglich eine Bodenmarkierung (siehe unten) vorgeschrieben.

Relativ geringe Kosten entstehen den Kommunen, wenn der Aufbau von Ladesäulen an bereits bestehende Infrastrukturen anknüpft. Dann entfallen aufwändige Erdarbeiten. Ladepunkte könnten prinzipiell an Laternen entstehen, die einphasigen Dauerstrom führen. An einem Ortsnetzverteiler sei ein AC-oder gar ein DC-Schnellladepunkt möglich, heißt es in einer Dokumentation des Schaufensters Elektromobilität.

Damit kostspielige Fehler nicht wiederholt werden, die bereits bei der Einführung von Infosäulen zu Beginn der 2000er Jahre begangen wurden, muss bei Planung und Ausschreibung von vornherein das Thema Barrierefreiheit Berücksichtigung finden.

Im Gegensatz zu regulären Ladesäulen mit Laden über Nacht (Sleep & Charge) könnten Schnellladesäulen prinzipiell genutzt werden, während der Fahrer oder die Fahrerin im Fahrzeug wartet. Dafür müssten jedoch sowohl Hersteller von Ladesäulen als auch Gemeinden, Planer und ausführende Firmen in öffentlichen Verkehrsräumen nicht nur Kriterien wie Bedienhöhe und Unterfahrbarkeit beachten, sondern auch Bedienknöpfe und Steckdosen so erreichbar machen, dass Rollstuhlfahrer das Fahrzeug nicht verlassen müssen.

Das ist noch nicht immer der Fall. Bedienelemente wie Kartenschlitze und Steckdosen sind oft zu weit oben oder an unerreichbaren Seiten angebracht, Ladesäulen sind von Bordkanten zurückgesetzt und können von Rollstuhlfahrern nicht oder nur mit aufwändigen Umwegen erreicht werden. Steht die Ladesäule gar auf einem Rasenstreifen, kann sie mit dem Rollstuhl vor allem bei problematischen Witterungsbedingungen unmöglich erreicht werden.

Paris ist Vorreiter

Die Stadt Paris hat beschlossen, dass bis 2030 alle Autos, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, die Stadt verlassen müssen. Stattdessen setzt die französische Hauptstadt auf Elektroautos und Zapfsäulen, die für alle erreichbar sind. Das beinhaltet auch, dass die Zapfsäulen nicht wie üblich in Deutschland auf dem Gehweg stehen und damit andere Verkehrsteilnehmer einschränken und für Rollstuhlfahrer schwer erreichbar sind, sondern auf dem Parkplatzstreifen platziert sind. Das große Ziel ist es bis 2050 das gesamte Land CO2 neutral zu gestalten.

Die barrierefreie Ladesäule

Unterfahrbarkeit des Bedienelementes bei frontaler Anfahrt Ausstattungselemente in öffentlich zugänglichen Gebäuden nach DIN 18040-1

Die Norm DIN 18040-3 Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen - Teil 3 schreibt zur Gestaltung von Bedienelementen im öffentlichen Verkehrs- und Freiraum:

Bedienelemente, die einer eigenständigen Nutzung des öffentlichen Verkehrs- und Freiraums dienen, z. B. Fahrkartenautomaten, Schalter, Taster, Briefeinwurf- und Codekartenschlitze, Notrufschalter, und die dazugehörigen Einbauten müssen für motorisch eingeschränkte Menschen barrierefrei erreichbar und nutzbar sein.

Barrierefrei erreichbar für motorisch eingeschränkte Menschen, insbesondere für Rollstuhl- und Rollatornutzer, sind Bedienelemente und die dazugehörigen Einbauten durch folgende Maßnahmen:

  • stufenlose Erschließung,
  • Längs- und Querneigungen von Gehwegen grundsätzlich max. 3%, Rampen max. 6 %, Zwischenpodeste zum Ausruhen und Abbremsen vorhanden
  • ebene Oberfläche
  • seitliche oder frontale Anfahrbarkeit.

Seitliche Anfahrbarkeit ist bei einer freizuhaltenden Bewegungsfläche sichergestellt, wenn deren Breite (in Fahrtrichtung) mindestens 1,20 m beträgt.

Frontale Anfahrbarkeit ist sichergestellt, wenn eine Bewegungsfläche von mindestens 1,50 m × 1,50 m vor dem Bedienelement gegeben ist.

Barrierefrei nutzbar für motorisch eingeschränkte Menschen sind Bedienelemente durch Einhaltung nachfolgender Kriterien:

  • Achsmaß für Greif- und Bedienhöhen grundsätzlich 85 cm über Oberflächenbelag
  • seitlicher Abstand von Bedienelementen zu bauseitigen Einrichtungen und anderen Hindernissen mindestens 50 cm

Die DIN 18040-1 - Öffentliche Gebäude gibt weitere Hinweise zur Anordnung von Bedienelementen für Sehbehinderte und Blinde, die auch für die Errichtung von Ladeinfrastruktur in Tiefgaragen und Parkhäusern relevant sind:

Danach müssen Ausstattungselemente so angeordnet werden, dass blinde und sehbehinderte Menschen sie rechtzeitig als Hindernis wahrnehmen können. Das wird durch eine taktil und visuell kontrastierende Gestaltung der Bedienelemente erreicht. Sie müssen sich farblich von ihrer Umgebung deutlich abheben und außerdem durch blinde Menschen mit dem Langstock ertastet werden können.

Beschilderung

Parkbevorrechtigung für Elektrofahrzeuge an Ladesäule in Halteverbotszone Bodenmarkierung für Stellplatz im öffentlichen und nicht öffentlichen Raum laut Förderrichtlinie StVO-Zeichen 365-65 Ladestation für Elektrofahrzeuge, Bundesamt für Strassenwesen Piktogramm Elektrofahrzeug (BGBl. 2015 I S. 1575) mit Sondernutzung z.B. für Busspur (nach Anlage 2 der StVO)

Städte und Gemeinden können Elektrofahrzeuge für die Dauer des Ladevorgangs (i.d.R. 4 Stunden) von einem Park- oder Halteverbot ausnehmen. Die Beschilderung für die Parkbevorrechtigung ist jedoch noch nicht immer eindeutig. So ist die Kennzeichnung eines Ladestellplatzes mit einem Halteverbotsschild und 2 Zusatzschildern (Ausnahme für Elektrofahrzeuge und Parkuhr mit Ladezeitbeschränkung) wie in nebenstehendem Beispiel, missverständlich.

Gemäß der Förderrichtlinie des BMVI sind die Stellplätze neben einer Ladesäule im öffentlichen Straßenraum durch das Aufbringen einer Bodenmarkierung zu kennzeichnen. Stellplätze im nicht-öffentlichen Raum sollen eine grüne Bodenmarkierung erhalten.

Laut Information des Bundesamtes für Straßenwesen gilt für Ladestationen das StVO-Zeichen 365-65 "Ladestation für Elektrofahrzeuge".

Gemäß StVO § 39 - Verkehrszeichen kann die Bevorrechtigung von Elektrofahrzeugen mit Zusatzzeichen - Piktogramm Elektrofahrzeug (BGBl. 2015 I S. 1575) - angezeigt werden. So können Städte und Gemeinden etwa Busspuren oder andere Verkehrsräume mit dem entsprechenden Sonderzeichen nach Anlage 2 der StVO beschildern und die Nutzung für elektrisch betriebene Fahrzeuge zulassen.

Ladeinfrastruktur

Derzeit laden die meisten Nutzer von Elektroautos ihre Autos bevorzugt am Arbeitsplatz oder zuhause. Dabei ist zu beachten, dass das Laden eines privaten Elektro- oder Hybridfahrzeugs des Arbeitnehmers beim Arbeitgeber laut Einkommenssteuergesetz (§ 3 Nr. 46) nicht mehr als geldwerter Vorteil gilt, der versteuert werden muss.

Stromtankstellen im öffentlichen Raum z.B. auf Parkplätzen von Einkaufszentren, Baumärkten, Restaurants, Schwimmbädern oder in Parkhäusern und im halböffentlichen Raum z.B. Parkplatz mit Zugang durch Pförtner und/oder Schranke können zu Zwecken der Kundenbindung und des Imagegewinns installiert werden und damit indirekt Erträge steigern.

Für Ladeinfrastruktur im bestehendem Wohnungsbau gilt, dass die Nutzer von Elektromobilität in bestehenden Mietshäusern und Wohnungseigentümergemeinschaften (Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz – WEMoG) ab 01.12.2020 einen Anspruch darauf haben, in der Tiefgarage oder auf dem Grundstück des Hauses eine Ladesäule zu installieren.

Es gibt insbesondere folgende neue Regelungen:

  • Einzelne Wohnungseigentümer können grundsätzlich verlangen, dass sogenannte privilegierte Maßnahmen von den Miteigentümern zu gestatten sind. Dazu gehört der Einbau einer Lademöglichkeit für E-Autos, ebenso Aus- und Umbaumaßnahmen für mehr Barrierefreiheit, zum Einbruchschutz und für einen Glasfaseranschluss. Diese Maßnahmen bedürfen künftig nicht mehr der Zustimmung aller. Die Kosten trägt dann der jeweilige Eigentümer.
  • Auch Mieter haben künftig einen Anspruch darauf, dass Vermieter den Einbau einer Elektro-Ladestation sowie Maßnahmen zur Barrierereduzierung und zum Einbruchschutz auf Kosten der Mieter gestatten.

Quelle: Fragen und Antworten zum neuen Wohnungseigentumsrecht

KfW Investitionszuschuss: Ladestationen für Elektroautos – Bestehende Wohngebäude

In selbst genutzten oder vermieteten Wohngebäuden im nicht öffentlich zugänglichen Bereich wird der Kauf und die Installation einer fabrikneuen Ladestation inklusive des elektrischen Anschlusses und der damit notwendigen Nebenarbeiten gefördert.

Der Zuschuss Lade­stationen für Elektro­autos (440) beträgt pauschal 900 EUR pro Ladepunkt, sofern die Gesamtkosten den Zuschussbetrag nicht unterschreiten.

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