Richtlinie VDI/VDE 6008 Blatt 3 - ElektrotechnikFacebookTwitterEmailDrucken

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Überblick zu den hauptsächlich vorliegenden Bedürfnissen der Menschen und deren Anforderungen an die Elektrotechnik und Gebäudeautomation. Die Richtline beschreibt weitergehende nutzerspezifische Anforderungen von Menschen in jedem Alter mit und ohne Mobilitätseinschränkung oder Behinderung.

12 Empfehlungen zur elektrotechnischen Ausstattung von Wohnungen

In Tabelle 7 werden elektrotechnische Ausstattungselemente für Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen in barrierefreien Wohnungen empfohlen. Unter Berücksichtigung der nutzergruppenspezifischer Anforderungen an die Barrierefreiheit wird eine Einschätzung zur Notwendigkeit bestimmter Ausstattungsmerkmale (empfohlen, vorbereitet, erforderlich) sowie eine Bewertung der Barrierefreiheit nach VDI-Standard (*, **, *** – Sterne) vorgenommen.

Tabelle 7: Ausstattung Wohnungen [Auszug]
Einstufung nach Komfort
und
Prävention
Barrierefreiheit Individuelle
Festlegung nach
VDI 6008 (Sterne)
Zugänglichkeit und Unterstützung
Kategorien 1a 1b 2 3 4a 4b 5a 5b 6 7a) * ** ***
Empfohlenempfohlen
Vorbereitetvorbereitet
Erforderlicherforderlich
Senioren Senioren mit Einschränkungen, gefährdet Rollstuhlfahrer Gehbehinderte/bewegungs- eingeschränkte Menschen blinde Menschen sehbehinderte Menschen gehörlose Menschen schwerhörige Menschen Menschen mit geistigen Behinderungen oder Demenz andere mit besonderen Anforderungen Basiseignung weitgehend barrierefrei vorbildlich barrierefrei
Zugang/Wohnungstür
Beleuchtete Hausnr.                     X    
Beleuchtung
Treppenhaus/Hausflur
mit An- und Abdimmung
                      X  
Haustür vorbereitet für
elektrischen Antrieb
                    X    
Haustür mit
Öffnungsautomatik bei
Bedienkraft>25 N
oder
Moment>2,5 N
                    X    
Haustür mit
Öffnungsautomatik
                      X  
Zutrittskontrolle z.B.
über Fingerprint,
Transpondertechnik,
Kartenleser
                        X
Gegensprechanlage
zur Haustür mit
Türöffner
                    X    
Sprechverbindung zur
Haustür über Telefon,
Türöffner
                      X  
Video-Gegensprech-
anlage zur Haustür mit
Türöffner
                        X
Gegensprechanlage
zur Wohnungstür mit
Türöffner
                      X  
Sprechverbindung zur
Haustür über
zusätzliche Geräte,
z.B. PC, Hilfsmittel
Türöffnung
                      X  
a) Die Kategorie 7 berücksichtigt Bedürfnisse von z.B. Kindern, Eltern mit kleinen Kindern, kleinwüchsigen Menschen oder Menschen mit besonderen Einschränkungen, die im jeweiligen Fall zu benennen sind.
X bedeutet, dass eine der drei Kategorien (Basiseignung, weitgehend barrierefrei, vorbildlich barrierefrei) erfüllt ist.

Kategorien der Einschränkungen

Für die erforderliche Ausstattung der privaten Sanitärräume ist es zweckmäßig, Kenntnis über die Art der Einschränkung zu erlangen. Kategorien der Einschränkungen nach Tabelle 7 sind:

  • Spalte 1a: Senioren
  • Spalte 1b: Senioren mit Einschränkungen, gefährdet, z.B.
    • Atembeschwerden
    • Herzbeschwerden
    • Gleichgewichtsprobleme
    • Sensibilitätsstörungen
  • Spalte 2: Rollstuhlfahrer, z.B. Paraplegie; Tetraplegie
  • Spalte 3: gehbehinderte/bewegungseingeschränkte Menschen, z.B.
    • Gehbehinderung links/Gehbehinderung rechts
    • Halbseitenlähmung links/Halbseitenlähmung rechts
    • cerebrale Bewegungsstörung
    • Multiple Sklerose
    • muskuläre und rheumatische Erkrankung
    • Parkinsonerkrankung
    • Menschen mit folgenden Hilfen zur Fortbewegung:
      • Gehstock links/Gehstock rechts
      • Handrollstuhl zeitweise/Handrollstuhl ständig/Handrollstuhl nur außer Haus
      • Unterarm-Gehstütze links/Unterarm-Gehstütze rechts/Unterarm-Gehstütze beidseitig
      • Elektrorollstuhl zeitweise/Elektrorollstuhl ständig/Elektrorollstuhl nur außer Haus
      • Gehbock im Haus/Gehbock außer Haus
      • Rollator im Haus/Rollator außer Haus
  • Spalte 4a: blinde Menschen
  • Spalte 4b: sehbehinderte Menschen
  • Spalte 5a: gehörlose Menschen
  • Spalte 5b: schwerhörige Menschen
  • Spalte 6: Menschen mit geistigen Behinderungen oder Demenz
  • Spalte 7: andere Menschen mit besonderen Einschränkungen, z.B.
    • Kinder, Kleinwüchsige, reduzierte Greifbereiche oder Körperkräfte
    • Menschen mit Bewegungseinschränkungen der oberen Extremitäten

weitere Tabelleninhalte: Flur, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad, Notrufsystem, Terrasse/Balkon, Treppenraum, Keller, Garage/Hof

Anhang:
Beispiel einer Prüfliste für die Ausführung von Elektrotechnik in barrierefreien Wohnungen

VDI 6008 Blatt 3 Inhalt

Autorinfo

VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V.

40468 Düsseldorf

Verein Deutscher Ingenieure e.V., Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik, Fachbereich Architektur
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Zusatzinfo

Die Richtlinie VDI 6008 gibt Hinweise zur Ausstattung von Wohnungen für Senioren oder Menschen mit Einschränkungen hinsichtlich Beleuchtungstechnik, Elektroinstallation, Kommunikations- und Sicherheitstechnik und Fördertechnik.

Sie ergänzt die bereits für die Sanitärtechnik vorliegenden Normen und Richtlinien um Hinweise, die sich aus dem Einsatz neuer Technologien für die gesamte Wohnumgebung ergeben.

Richtlinienreihe 6008

  • VDI 6008 Blatt 1
    Allgemeine Anforderungen und Planungsgrundlagen - Anforderungen von Nutzergruppen
  • VDI 6008 Blatt 2
    Möglichkeiten der Sanitärtechnik
  • VDI/VDE 6008 Blatt 3
    Möglichkeiten der Elektrotechnik und Gebäudeautomation
  • VDI 6008 Blatt 4
    Möglichkeiten der Fördertechnik
  • VDI 6008 Blatt 5
    Möglichkeiten der Ausführung von Türen und Toren
  • VDI 6008 Blatt 6
    Bildzeichen und bildhaft verwendete Schriftzeichen

Ergänzend zur DIN 18040 werden in der neu gegliederten Richtlinienreihe VDI 6008 detaillierte Anforderungen an Barrierefreiheit einzelner gebäudetechnischer Anlagen gestellt. Die Ergänzungen zur Norm behandeln auch weitergehende nutzerspezifische Bedürfnisse von Menschen in jedem Alter ohne und mit Mobilitätseinschränkung oder Behinderung.

Die Richtlinienreihe VDI 6008 wendet sich an folgende Zielgruppen

  • Architekten und Ingenieure
  • ausführende Unternehmer
  • Beratungsstellen (z.B. Wohnraumanpassung)
  • Wohlfahrtsverbände und karitative Einrichtungen
  • kommunale und staatliche Bauämter
  • Bauherren und Investoren
  • Wohnungswirtschaft
  • betroffene Menschen und ihre Angehörigen
  • Schulungs- und Ausbildungseinrichtungen
  • Kostenträger nach Sozialgesetzbuch (SGB) für technische Maßnahmen

Tipps

Beleuchtung

Beleuchtungfür Pflegeheim, Seniorenheim, Kranken­haus, Arzt, Podologie

WC-Notrufanlage

WC-NotrufanlageDer Notruf muss vom WC-Becken aus sitzend und vom Boden aus liegend ausgelöst werden können.

KfW Fördermittel

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