Bodenindikatoren im Verkehrsraum

Hinweis: Die DIN 32984 Bodenindikatoren im öffentlichen Raum (2011) wird gegenwärtig überarbeitet. Es wird keine grundlegenden Änderungen geben, aber einige Verdeutlichungen durch zusätzliche Abbildungen und Anpassungen auf Grund bisheriger Erfahrungen, z.B. bei Treppen, Gehwegüberfahrten oder ungesicherten Querungsstellen. Auf absehbare Änderungen wird im Seminar bereits hingewiesen.

Im Seminar "Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehrsraum gemäß DIN 18040-3" am 24.11.2017 in München werden diese aktuellen Änderungen erläutert

Fortbildung DIN 18040-1/3 Barrierefreie öffentliche Infrastruktur in München

Die Sprache der Bodenindikatoren

Foto mit abgewinkelter Querungstelle
Querungsstelle in Köln. Das Richtungsfeld weist die Querungsrichtung.

Im Oktober 2011 erschien die DIN 32984 Bodenindikatoren im öffentlichen Raum. Sie hat die alte Norm mit gleicher Nummer ersetzt, die selbst nach über 10-jähriger Diskussion im Jahr 2000 veröffentlicht worden war. Diese alte Norm war völlig überholt, vor Ihrer Anwendung wurde vielfach ausdrücklich gewarnt. Die Norm von 2011 definierte sowohl die Form wie auch die An- und Zuordnung von Bodenindikatoren völlig neu. Die Vorgaben gingen in die gleichzeitig formulierten Hinweise für barrierefreie Verkehrsanlagen (HBVA) der Forschungsgesellschaften für die Straßen und Verkehrswesen sowie die Richtlinie der Bahn RIL 813.0205 ein und waren Grundlagen der entsprechenden Regelungen in der DIN 18040-3 Barrierefreies Bauen -Planungsgrundlagen- Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum.

Seitdem werden in Deutschland zunehmend mehr Bodenindikatoren eingebaut, dies erfolgt zumeist nach einer ähnlichen Systematik. Allerdings gibt es deutliche regionale Unterschieden und Besonderheiten. Ob die dort gefundenen Lösungen für Querungsstellen wirklich ausgereift sind und sich überall durchsetzen, dürfte allerdings erst die Zukunft zeigen. Hier kann der Blick über die deutsche Grenze vielleicht wichtige Hinweise geben.

Informationsgehalt von Bodenindikatoren

Wenn also der Informationsgehalt der verschiedenen Typen von Bodenindikatoren letztlich auf Vereinbarung beruht, so muss die Zuordnung und Differenzierung der verschiedenen Typen und damit Informationen doch abgestimmt und in sich schlüssig sein.

Jede Struktur legt jeweils eine bestimmte Information auf Grund ihrer haptischen-sinnlichen Qualität spontan nahe, und schließt andere Informationen aus. Die Zuordnung ist jedenfalls nicht völlig beliebig. Deshalb soll hier der Versuch einer Systematisierung gemacht werden, der von der haptisch-sinnlichen Qualität der Struktur ausgeht und die Überlegungen nachvollzieht, die die Arbeitsgruppe der Hessischen Straßen- und Verkehrsverwaltung bei der Entwicklung des Leitfadens Unbehinderte Mobilität angestellt hat und der im wesentlichen auch die neue DIN 32984:2011-10 folgt.

Die für die Orientierung von blinden Menschen erforderlichen Informationen sind sehr vielfältig. Je mehr Informationen durch Bodenindikatoren gegeben werden sollen, desto komplexer wird die Systematik, entweder werden mehr Typen von Bodenindikatoren erforderlich (das ist das britische Konzept), oder ihre Zuordnung wird komplizierter (das entspricht eher den mitteleuropäischen Systemen). Den umgekehrten Weg geht Frankreich: hier werden nur wenige Informationen gegeben, dafür ist das System einfach und leicht verständlich.

Die Vielfalt der erwünschten Informationen zeigt beispielhaft die Liste der Felder, die die DIN 32984:2011-10 nennt:

  • Leitstreifen
  • Richtungsfeld
  • Abzweigfeld
  • Auffindestreifen, differenziert nach Zielen
  • Einstiegsfeld
  • Aufmerksamkeitsfeld
  • Sperrfeld

Die Arbeitsgruppen der Hessischen Straßen- und Verkehrsverwaltung hatte diese verschiedenen Informationen drei Grundinformationen zugeordnet: Gehe, Achtung, Stopp. Diese Grundinformationen sollten mit zwei Bodenindikatoren gegeben werden. Theoretisch ist das kein Problem. Die ganze digitale Welt besteht nur aus 2 Zeichen. Die genaue Bedeutung muss sich dann auf dem Kontext und der An-und Zuordnung der Bodenindikatoren ergeben. Damit das Ganze aber verständlich ist, muss sich die Zuordnung von Bedeutung auch an den haptisch-sinnlichen Qualitäten der Bodenindikatoren orientieren. Am besten sollte das ganze spontan verständlich sein, oder zumindest eingängig. Das Training sollte nicht mehr erschwert werden als notwendig.

Mehr zu den Themen Borde, Rippen, Noppen im vollständigen Dokument.

Zuordnung von Bodenindikatoren im Verkehrsraum

Unabhängig von ihrer Aussage unterscheiden sich Bodenindikatoren auch in ihrer Wahrnehmbarkeit. So sind Rippen besser wahrnehmbar, wenn sie in Gehrichtung verlegt sind, weil der Stock beim Pendeln dann quer über die Rippen streicht. Noppenplatten sind vielfach besser wahrnehmbar als Rippen, v.a. auch mit den Füßen. Allerdings werden sie dadurch eher zum Hindernis für Gehbehinderte. Auch diese Eigenschaften können Gesichtspunkte sein, welcher Bodenindikator am jeweiligen Ort einzusetzen ist, z.B. an Bordabsenkungen.

Foto Person mit Blindenstock am Abzweigefeld
Leitsystem mit Abzweigefeld, Hauptbahnhof Frankfurt

Leitstreifen

Der Leitstreifen ist die unmittelbarste Anwendung der Grundinformation "Gehe". Die Verwendung von Rippen/Rillen ergibt sich von selbst aus ihrer Formensprache und ist auch international unumstritten. Unterschiede gibt es hier allenfalls in der Breite und Anzahl der Streifen. Eine Besonderheit ist hier die schweizer Lösung mit 2 x 3 Rippen und einem Zwischenraum.

Abzweigefeld

Der Abzweig oder die Abknickung ist der Grundinformation "Achtung" zuzuordnen. Hier ist im Leitstreifen Richtungsneutralität gefordert, es muss eine Richtungsentscheidung oder -neubestimmung erfolgen. Dieser Aussage entspricht die Noppenplatte eigentlich ideal....

Mehr Informationen zu Bodenindikatoren wie Leitstreifen, Richtungsfeld, Aufmerksamkeitsfeld etc. finden sich ebenfalls im vollständigen Dokument.

Der vollständige Fachbeitrag "Die Sprache der Bodenindikatoren" steht hier zum Downloaden bereit.

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Herr Dipl.-Ing. Arch.
Bernhard Kohaupt

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