"ÖPNV/SPNV für alle" in Sachsen

"ÖPNV/SPNV für alle" im Freistaat Sachsen

Rund 25% der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland sind ständig oder zeitweilig in ihrer Mobilität eingeschränkt. Ihre Teilhabe am Leben in den Gemeinschaften außerhalb des unmittelbaren Wohnumfeldes wird in starkem Maße davon bestimmt, ob und mit welchem Aufwand sie die öffentlichen Beförderungsangebote, insbesondere den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und Schienenpersonennahverkehr (SPNV) nutzen können.

Programmziele:

  • Barrierefreie Erreichbarkeit der Haltepunkte, Bahnhöfe und Bahnsteige vom öffentlichen Verkehrsraum;
  • barrierefreie Wechselmöglichkeit von einem zum anderen Verkehrsmittel;
  • barrierefreie Bereitstellung von Informationen zum ÖPNV/SPNV sowie am und im Verkehrsmittel;
  • Gewährleistung der sicheren Beförderung von mobilitätsbehinderten Fahrgästen, insbesondere von Fahrgästen im Rollstuhl
  • Umsetzung der Barrierefreiheit als Zielstellung und Teilaufgaben zum "ÖPNV/SPNV für alle" in den Nahverkehrsplänen;
  • Mitwirkung an der objektkonkreten Gestaltung von Zugangsstellen und Umsteigebeziehungen und Linienführungen;
  • Mitwirkung an der Konzipierung und Erprobung neuer Fahrzeugtypen unter dem Aspekt der Barrierefreiheit;
  • Mitarbeit an Konzeptionen zur Vernetzung und Optimierung von Sonderverkehrsmitteln mit dem ÖPNV/SPNV.

Die LAG SH Sachsen geht davon aus, dass Menschen mit Behinderungen am ÖPNV/SPNV nur umfassend teilnehmen können, wenn alle daran beteiligten Verkehrsunternehmen und Kommunen in einem überschaubaren Zeitraum einen einheitlichen technischen Standard realisieren.

Die Technischen Forderungen können außerdem als Grundlage für die zwischen den Verkehrsträgern und den Behindertenvereinigungen abzuschließenden Ziel- oder Mitwirkungsvereinbarungen zur Realisierung der Nahverkehrspläne dienen.

Die LAG SH stellt die Technischen Forderungen zum "ÖPNV/SPNV für alle" allen am Problemkreis Barrierefreiheit und ÖPNV/SPNV mitwirkenden Selbsthilfevereinigungen sowie den weiter beteiligten Partnern als Diskussions- und Handlungsgrundlage zur Verfügung und wird sie entsprechend dem fortschreitenden Erkenntnisstand regelmäßig aktualisieren.


Technische Forderungen "ÖPNV/SPNV für alle" im Freistaat Sachsen

Stand März 2014
Auszug

Technische Forderungen

Zielwert 2015

Restspalt am Übergang Bahnsteig - Fahrzeug
  • Max. 5 cm für Rollstuhlfahrer und weitere mobilitätseingeschränkte Fahrgäste
  • Max. 15 cm für Fußgänger ohne Einschränkungen
Restschwelle am Übergang Bahnsteig-Fahrzeug
  • Eine Schwelle max. 5 cm für Rollstuhlfahrer und weitere mobilitätseingeschränkte Fahrgäste
  • Eine Schwelle max. 28 cm für Fußgänger ohne Einschränkungen
Neigung von Rampen am Fahrzeug
  • Neigung max. 6%, bei Rampenlänge bis 100 cm max. 8 %
Anzahl der Rollstuhl-Stellplätze pro Fahrzeug > 6 schienengebundene Fahrzeuge SPNV
> 4 schienengebundene Fahrzeuge Strab
> 2 Gelenk- u.a. Großraumbusse
> 1 Midi-/Kleinbusse und Anruflinientaxi
Kennzeichnung Parkposition Rollstuhl bzw. Behindertensitzplatz alle Fahrzeuge außer Anruflinientaxi: ja
Mindeststellfläche pro Rollstuhl im Fahrzeug B X T 90 cm X 140 cm mit Piktogramm
Rangier-/Wendefläche am Stellplatz im Fahrzeug > 150 cm x 150 cm (überlappend mit anderen Funktionsflächen)
Kennzeichnung der barrierefreien Zu-/Ausstiege alle Fahrzuge außer Anruflinientaxi: ja


Die vollständigen Technischen Forderungen "ÖPNV/SPNV für alle" im Freistaat Sachsen

erhalten Sie als PDF-Datei über das Kontaktformular:

Kontaktformular


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Autorinfo

Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen e.V. Projektgruppe "ÖPNV für alle"

Michelangelostr. 2 / Erdg.
01217 Dresden

Zusatzinfo

Grundlage für die Technischen Forderungen bilden die DIN 18024, die DIN 32984 sowie die Forderungen der Arbeitsgruppe ÖPNV des Nationalen Behindertenrates. Mit ihnen soll erreicht werden, dass nur noch solchen Anbietern Leis tungen im ÖPNV übertragen werden, die diesem Standard entsprechen.

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