Arztpraxis barrierefrei - Checkliste

Arztpraxis barrierefrei

"Beim Standort und bei der Einrichtung der Praxis ist Barrierefreiheit i.S. § 4 BGG i.V. mit § 17 Abs. 1 Nr. 4 SGB I herzustellen".

In der ratifizierten Behindertenrechtskonvention (BRK) legt Art. 9, Absatz 1 dar, in welchen Bereichen die Vertragsstaaten auf jeden Fall Barrierefreiheit schaffen müssen. Dazu gehören medizinische Einrichtungen. Der gleichberechtigte Zugang zu Leistungen des Gesundheitswesens wird in Art. 25 der Konvention gefordert. In der Regel entsprechen Arztpraxen in neu erbauten Gebäuden den Anforderungen der BRK. Arztpraxen im Bestand haben das größte Problem hinsichtlich der Zugänglichkeit. Es sind Lösungen erforderlich, die mit einem verhältnismäßigen Aufwand zu realisieren sind.

Behindertesymbole

Barrieren sind:

für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen - Gehbehinderte, Rollatornutzer, Rollstuhlnutzer

  • Parkplätze unzureichend
  • Stufen, Treppen, Türen
  • Raumgrößen, Umkleiden
  • RWC
  • höhenverstellbare/flexible Untersuchungsmöbel

für Sehbehinderte, Blinde

  • keine visuellen, taktilen und/oder akustischen Informationen zur Orientierung
  • schlechte Beschilderung, Beleuchtung, große Glasflächen, ungenügender Kontrast
  • Platz für den Blindenführhund fehlt (Blinde)
  • kein Infomaterial

für Hörbehinderte

  • keine visuellen oder akustischen Informationen zur Orientierung
  • Anmeldung nicht per Email, Fax , SMS möglich
  • keine Induktive Höranlage
  • keine Informationen zu Gebärdensprachdolmetscher, andere Kommunikationshilfen

für Behinderte mit Begleitperson, kognitiven Einschränkungen

  • keine einfache Sprache für den Betroffenen
  • keine Geduld, keine Toleranz

Stellen Sie fest, welche Barrieren in Ihrer Praxis bereits abgebaut sind

Checkliste barrierefreie Arztpraxis - Hersteller, Produkte, Infomaterial

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Erreichbarkeit/Wege und Stellplätze

mit Bus, Bahn, Straßenbahn usw., max. 10-15 Gehminuten
Behindertenparkplätze in der Nähe des Eingangs

Außenanlage, Beläge, Treppen, Rampen Elektrische Freiflächenheizung für Außenanlagen, Verkehrsanlagen Außenanlage, Beläge, Treppen, Rampen

Zugang: Überwindung von Höhenunterschieden mittels Rampen

Rampen ≤ 6 % Steigung (für eine Stufe von 18cm ist eine Rampenlänge von 3m erforderlich). Ist dies baustrukturell nicht möglich, sind Rampen mit maximal 10 % Neigung zulässig (Mindestforderung KfW Kredit Barrierearme Stadt)

mit rutschsicherer Fahrfläche, witterungsbeständig und wartungsfrei Profilrampen mit Podesten auch für hohe Belastbarkeit Schwellenrampen, Kofferrampen, Teleskoprampen Unterkonstruktion, Geländer in Edelstahl belegt mit Aluminium-Riffelblech mobile temporäre und stationäre Rampen für größere Konstruktionen in Modultechnik

Mobile Rampen erlauben meist keinen selbstständigen Besuch.

ein oder zweiteilige Rampen für Türschwellen und Überfahrten bis 215 mm Höhendifferenz für Treppenstufen, Türprofile oder Türschwellen, Terrassentürübergänge aufnehmbar und in der Höhe verstellbar Hauseingang, Balkon, Dusche, öffentlicher Raum; innen und außen Überfahrbarkeit der Balkon-, Terrassentürschwelle mit Gehwagen oder Rollstuhl ohne fremde Hilfe

Treppenanlagen

Treppenhandläufe auf beiden Seiten der Treppe
Handlaufbeschilderung für Blinde
Stufenvorderkantenmarkierung auf der Treppenstufe kennzeichnen Treppenanfang und Treppenende

Stufenmarkierung im öffentlichen Raum Handlauf für Treppen und Rampen Handlauf und Geländer für Treppe, Rampe und Balkon
Leitsysteme, Türschilder, Handlaufinformationen, Tasttafeln Taktile Orientierungshilfen und Leitsysteme

Taktile, optische und akustische Orientierungshilfen

Beschilderung kontrastreich und in gut lesbarer Schriftgröße in Augenhöhe (120-140 cm), zusätzliche optische Rückmeldung für Hörbehinderte
tastbare Lichtschalter
blendfreie Beleuchtung des Außenbereichs und des Eingangs und der Räume
Bodenindikatoren erleichtern die Orientierung mit dem Langstock

Taktile Orientierungshilfen und Leitsysteme Licht für Flur und Treppenhaus Visuelle, taktile und akustische Leitsysteme
Leitsysteme - taktil, visuell, akustische Orientierungshilfen Edelstahl-Blindenleitsystem Leitsysteme, Türschilder, Handlaufinformationen, Tasttafeln

Hebebühnen/Treppenplattformlifte/Aufzüge

Die Plattform/der Fahrkorb des Liftes muss mindestens Platz für einen Elektrorollstuhl bieten:
lichte Breite 110 cm, lichte Tiefe 140 cm, Zufahrtsbreite mindestens 90 cm
Anforderungstaster müssen vom Rollstuhl erreichbar, für Sehbehinderte kontrastreich und für Blinde zu ertasten sein
Sprachansage (Empfehlung), Notruf

Hebebühnen bis 1,00m Förderhöhe

Hubhöhe: 170 - 400 mm, max. Tragkraft 225 kg, Erweiterung mit Treppenausgleichpodest mit Edelstahlverkleidung, Hubhöhe 550 mm bis 1850 mm, Tragkraft 320 kg, hydraulischer Antrieb in Edelstahl oder Glaswänden, Hubhöhe max. 3 m, Traglast 300 kg Mobiler Hublift / Hebebühne bis 1 m in Edelstahl oder Aluminium mit Beschichtung Hubhöhe bis 1,8 m, Traglast bis 350 kg

Hebebühnen bis 3,00m Förderhöhe

von mini bis 2 m Plattformlänge, Hubhöhe bis 3 m, Tragkraft bis 300 kg mit mitfahrender Tür, Hubhöhe max. 3 m, Traglast 340 kg in Edelstahl, Glaswänden, Schachtgerüst, Hubhöhe max. 3 m, Traglast 300 kg Senkrecht-Hebeplattformlift für innen, außen und Hanglage in Edelstahl oder pulverbeschichtetem Aluminium, Hubhöhe max. 3 m, Traglast 385 kg

Treppenplattformlifte

für alle geraden Treppen ab 75,5 cm Breite und bis 40 m Länge, Steigung bis 45°, 325 kg Traglast für alle Treppen über mehrere Etagen, Steigung bis 60°, 300 kg Traglast für alle Treppen Steigung bis 50°, 225 kg Traglast auch für schmale Treppen, Spindeltreppen, Steigung bis 60°, 250 kg Traglast

Aufzüge

Personenaufzug, Homelift Aufzug - Homelift

Türen

Türklingeln und Gegensprechanlagen, Lichtschalter sowie Öffner (vorzugsweise automatisch) müssen leicht bedienbar sein; Höhe zwischen 85 bis 105 cm und vom Rollstuhl aus erreichbar
zusätzliche optische Rückmeldung für Hörbehinderte
Türbreite 90 cm (Bestandsbauten 80 cm sind kritisch)
ausreichende Bewegungsfläche vor und hinter der Tür

Türschließer, Fluchtwegsystem, Rettungswegsystem Unsichtbarer, automatischer Türantrieb Fingerschutzzargen, Kantenschutz, Wandschutz

Praxisräume

große Glasflächen mit kontrastreicher Markierung
Anmeldetresen mit abgesenktem Bereich zur Kommunikation im Sitzen zwischen Patient (egal ob Rollstuhlfahrer, kleinwüchsig oder 80) und Krankenschwester.
Für Hörbehinderte ist eine Induktive Höranlage zur Kommunikation vorhanden oder ein Gebärdendolmetscher wird zum Termin hinzugezogen
Platz für Blindenführhund

Leitsysteme - taktil, visuell, akustische Orientierungshilfen Mobile Induktionsschleife

Bodenbeläge

rutschhemmende Bodenbeläge oder Bodenbeschichtungen
mit tastbaren Markierungen

Kunststoff - Designbodenbelag Antirutsch-Beschichtungen

Toiletten

Raumgröße mit ausreichenden Bewegungsflächen (150 x 150 cm); Bewegungsflächen dürfen sich überlagern
Türen nach außen aufschlagend
Notruf
Ausstattung des WCs mit Haltegriffe und Stützgriffe zum Umsetzen; Abstand zur Wand beidseitig 90 cm
Waschbecken unterfahrbar (mind. 30 cm), Spiegel einsehbar

Griffe, barrierefreie Griffsysteme WC verstellbar, horizontal, vertikal Waschtische, WC-Lifter, Stützklappgriffe, Duschsitze Einhandspender

Umkleiden/Liegen

Umkleidekabine mit ausreichender Bewegungsfläche (150 x 150 cm) oder Umkleidemöglichkeit in einem Behandlungsraum
Sitzgelegenheiten, Haltegriffe, oder eine (Wandklapp-) Liege vorhanden

Pflegeliege, Therapieliege, Wickeltisch Wickeltische, Pflegeliegen, Duschliegen Höhenverstellbare Wickeltische, Pflegetische

Untersuchungsraum/mobile Lifter

Platzbedarf für Rollstuhlnutzer sowie eventuell Stuhl für Begleitperson ist vorhanden
wegklappbare Fußstützen und abnehmbare Armlehnen an Behandlungsstühlen
höhenverstellbare Untersuchungsmöbel (Untersuchungsliegen, Röntgenapparate, Stühle für gynäkol. Untersuchungen, Zahnarztstühle)
technische Hilfsmittel z.B. mobile Lifter/Hebelifte für das Umsetzen vom Rollstuhl auf die Behandlungsliege

Mobile Hebehilfen und Transferhilfen Schienengeführte Deckenlifte Patientenlifter, Deckenlifter, Wandlifter mit Hebebügel

Service

Schulung des Personals
Kommunikationstraining
Toleranz und Hilfsbereitschaft gegenüber Hörbehinderten, Menschen mit Lernschwierigkeiten, mit psychischen Problemen

Checkliste

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Zusatzinfo

Ich muß draußen bleiben

Cartoon Rollifahrer

Cartoon von Phil Hubbe

Checkliste

10 Prozent der Bevölkerung sind auf Barrierefreiheit zwingend angewiesen, 30 bis 40 Prozent brauchen sie als notwendige Hilfe bei der Bewältigung des alltäglichen Lebens und für alle anderen stellt Barrierefreiheit eine Komfortverbesserung dar.

Hörbehinderte Menschen haben das Recht, bei der Ausführung von Sozialleistungen, insbesondere auch bei ärztlichen Untersuchungen und Behandlungen, Gebärdensprache zu verwenden. Die für die Sozialleistung zuständigen Leistungsträger sind verpflichtet, die durch die Verwendung der Gebärdensprache und anderer Kommunikationshilfen entstehenden Kosten zu tragen; § 19 Abs. 2 Satz 4 des Zehnten Buches gilt entsprechend.

Handbuch

Handbuch und Planungshilfe: Arztpraxen

Tipps

Personenaufzug

PersonenaufzugBehindertenaufzug, Senkrechtlift gemäß DIN 18040, DIN EN 81-70

Treppenplattformlift

TreppenplattformliftTreppenlift, Platt­formlift, Rollstuhl-Schrägaufzug

Patientenlifter

PatientenlifterPatientenlifter, mobile fahrbare oder stationäre Lifter, Deckenlifter, Schienenliftanlagen, Krankenlifter, Multilift, Wandlifter.

Bad und WC

Bad und WCEinrichtungen, Generationenbad, Wellness, barriere­freie Dusche, mo­bile Haltegriffe, Duschsitz, Dusch-WC, Spiegel, Inhandspender

Piktogramme

PiktogrammeKommunikation ohne Worte

Piktogramme, Schilder

Piktogramme, SchilderPiktogramme und Hinweisschilder mit taktilen Oberflächen.

KfW Fördermittel

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