DIN 18034 Spielplätze und Freiräume zum SpielenFacebookTwitterEmailDrucken

Norm für Planung, Bau und Betrieb. Spielplätzen und Freiräumen zum Spielen müssen für alle Menschen erreichbar und nutzbar sein.

DIN 18034-1 Spielplätze und Freiräume zum Spielen - Anforderungen für Planung, Bau und Betrieb

Ausgabe 2020-10

Kind auf dem BoxerradJugendliche beim KlangspielRollstuhlfahrer in der SchaukelRollifahrer spielen Xylophon 3 Kinder spielen im KarusselJunge beim Spiel am WasserbeckenKind wirft Abfalltüte in die MülltonneCity WC Häuschen mit asphaltiertem Zugang in Parkanlage

Einführungsbeitrag

Diese Norm ist eine Hilfestellung für die Planung, den Bau und den Betrieb von Spielplätzen und Freiräumen zum Spielen. Sie berücksichtigt neueste planerische und spielpädagogische Erkenntnisse sowie Hinweise zum Flächenbedarf. Sie fordert naturnahe Bereiche, städtische Räume zum Entdecken und Verändern, Kommunikationsräume für Spiel und Sport, Bewegungsräume mit Animationscharakter, Freiräume mit hohem Spielwert.
Mit dem Baugesetzbuch ist den Gemeinden die Planungshoheit übertragen worden. Somit obliegt es ihnen im Rahmen der Bauleitplanung die Nutzung von Flächen vorzubereiten und zu bestimmen. Die Aussagen in dieser Norm über Flächengrößen stellen Orientierungswerte dar. Sie sind bei der Durchsetzung der Interessen von Kindern und Jugendlichen, insbesondere in der Bauleitplanung eine wichtige Argumentationshilfe. Spezifische sicherheitstechnische Anforderungen an aufgestellte Geräte beziehungsweise andere Ausstattungselemente wurden in diese Norm nicht aufgenommen. Sie sind in speziellen Normen geregelt, die an den entsprechenden Stellen genannt werden.

Diese Norm betrachtet Sicherheitsanforderungen, die an Spielplätze und Freiräume zum Spielen im Allgemeinen zu stellen sind. Dabei wird davon ausgegangen, dass Kinder lernen müssen Risiken abzuschätzen und mit ihnen umzugehen. Bezüglich der Barrierefreiheit legt die Norm Planungsziele und Anforderungen fest. Die maßgeblichen Rechtsgrundlagen sind hierfür das Grundgesetz, das Behindertengleichstellungsgesetzt (BBG) sowie die Landesbauordnungen.
Auf der Grundlage des BBG und des UN-Menschenrechtskonvention wurde in diese Norm die Inklusion, verbunden mit der Barrierefreiheit, aufgenommen, um allen Nutzern Chancengleichheit zu ermöglichen. Barrierefreiheit als Teil der Inklusion verfolgt das Ziel, allen Menschen mit und ohne Behinderungen Angebote weitgehend selbstständig ohne Hilfestellung entsprechend ihren Fähigkeiten nutzbar zu machen. [Quelle: Beuth]

Leseprobe zum Inhalt der DIN 18034-1

Anwendungsbereich

Die Norm enthält im Anwendungsbereich nun auch Anforderungen und Hinweise für die barrierefreie Planung, den Bau und den Betrieb, sowie den Hinweis, dass für spezifische Nutzer d.h. Nutzer mit Behinderungen und/oder besonderen Fähigkeiten, zusätzliche oder andere Anforderungen notwendig sein können.

Planung

Bei der Planung wird darauf hingewiesen, dass Barrierefreiheit die Grundlage für alle Planungen ist.
Spielplätze und Freiräume zum Spielen sind so zu gestalten, dass ein hoher Spielwert und Inklusion erreicht wird.
Im Rahmen der Barrierefreiheit muss die Zugänglichkeit und Nutzbarkeit für alle gewährleistet sein.

Bei der Erreichbarkeit wird geregelt, dass dort wo Kinder wohnen auch entsprechende Spielmöglichkeiten und Freiräume zu Spielen vorhanden sein müssen. Diese müssen von den Nutzern barrierefrei und selbstständig erreicht werden können.
Je nach Altersstruktur und Fähigkeit wird diese nach jüngeren, mittleren und älteren Altersgruppen nach Entfernungen/Fußweg von 200 m über 400 m bis 1000 m gestaffelt.
Es wird jedoch besonders darauf hingewiesen, dass sich Altersangaben nur auf statistische Werte beziehen und ins Besondere in Bezug auf die Fähigkeiten der Nutzer im Rahmen der Inklusion abweichen können, da altersspezifische Einschränkungen bzw. Fähigkeiten nicht berücksichtigt sind.

Besondere Hindernisse wie Gleisanlagen, Autobahnen, Schnellstraßen, Industrieanlagen, Gewässer etc. sind zu berücksichtigen.
Mittels verkehrsplanerischen Maßnahmen wie Geschwindigkeitsbeschränkungen, verkehrsberuhigende Maßnahmen, barrierefreie Querungen sind Spielplätze und Freiräume zum Spielen zu Gunsten der Kinder zu koppeln.

Vielfalt

Um die körperliche, geistige und seelische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in ganzheitlicher Hinsicht und unter dem Aspekt eines vorsorglichen Gesundheitsschutzes zu fördern, müssen Spielplätze und Freiräume zum Spielen in vielfältiger und barrierefreier Ausprägung vorhanden und gestaltet sein. Entsprechende große Freiräume sind für die vielfältige Nutzung und Erleben Voraussetzung.

Um die Vielfalt zu sichern müssen daher weitere Planungsaspekte berücksichtigt werden:

  • Förderung der Sinne und der Bewegung
  • Förderung spezieller Bewegungsangebote insbesondere für Jugendliche
  • Möglichkeit der eigenständigen Gestaltbarkeit und Nutzung
  • Nutzung von natürlichen Ressourcen und topografischen Gegebenheiten
  • Schaffung von Geländemodellierungen
  • Raumbildung durch Gliederung von Freiräumen zum Spielen
  • Schaffung von Rückzugsmöglichkeiten
  • Förderung von beschatteten Spiel- und Aufenthaltsbereichen
  • Schaffung von barrierefreien Nutzungsmöglichkeiten für alle Spielangebote und Einrichtungen
  • Schaffung von barrierefreien Spielverläufen
  • Förderung des barrierefreien Spielwertes
  • Anwendung des Zwei – Sinne – Prinzip, wie hauptsächlich Sehen, Hören, Fühlen bei allen Installationen, Ausstattungen und befestigten und unbefestigten Flächen
  • Berücksichtigung von nutzer- und geschlechtsspezifischen Anforderungen bzw. Bedürfnissen
  • Förderung und Pflege von Sozialkontakten

Barrierefreiheit

Barrierefreiheit ist die Voraussetzung für Inklusion. Spielplätze und Freibereiche zum Spielen müssen für alle Menschen erreichbar und nutzbar sein.

Dies kann z.B. erreicht werden nur barrierefreie Vernetzung, Beteiligung, Vielfalt, zielgerichtete Betrachtung von Fähigkeiten und Fertigkeiten, gezielte Auswahl von Ausstattungselementen die Interaktionen ermöglichen etc. Somit kann integratives Spielen, Kommunikation und Umgang miteinander, d.h. Inklusion auf Spielplätzen und Freibereichen zum Spielen erreicht werden.

Bezüglich der barrierefreien Nutzung geht die Norm davon aus, dass alle Nutzer mit und ohne Fähigkeiten bzw. mit besonderen Fähigkeiten den Spielplatz und die Freiräume zum Spielen ohne fremde Hilfe nutzen können.

weitere Informationen zu

Flächengrößen, Anforderungen an spezielle Bereiche und Ausstattungen

Anforderungen an Landschaftselemente, Sicherheit und Wartung

finden Sie im Fachbeitrag

in Vorbereitung

Mit dem Fachbericht DIN/TR 18034-2, Spielplätze und Freiräume zum Spielen - Inklusionsmatrix für Spielbereiche und Freiräume zum Spielen soll aufbauend auf den Grundlagen der DIN 18034-1 Betreibern und Planern von Spielplätzen ein Bewertungsinstrument an die Hand gegeben werden, das bei der Entstehung, Planung und Einordnung von Spielplätzen hinsichtlich deren inklusiven Charakters genutzt werden kann.

Der vollständige Fachbeitrag "DIN 18034-1 Spielplätze und Freiräume zum Spielen - Was bringt die überarbeitete DIN 18034 - 2020" steht hier zum Download bereit.

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Autorinfo

Freier Landschaftsarchitekt und Sachverständiger

Dipl.-Ing. (FH) Ing.grad, Landespflege Lothar Köppel

84453 Mühldorf a. Inn

ing.grad. Dipl.Ing.(FH) Landschaftsarchitekt
privater Sachverständiger

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