Das Hochbeet - Gestaltungsideen für Gärten

Das Hochbeet

Vielfältige Gestaltungsideen für Gemüse, Kräuter- und Blumengärten

Autorin: Brigitte Kleinod

Titelbild: Das Hochbeet

Hochbeete sind eine Bereicherung für jeden Garten. Die erhöhten, vielgestaltigen Beete erleichtern die Gartenarbeit um ein mehrfaches gegenüber der ebenerdigen Arbeit im Garten. Die komfortable Höhe der Beete macht das Bücken überflüssig und entlastet so den Rücken. Mehr noch: Die Beete können Hänge terrassieren, ein Grundstück optisch gliedern und verschönern. Sie lassen sich zudem ganz nach den Bedürfnissen der Pflanzen füllen – reiche Ernte und gesunder Wuchs sind so gewiss.

Das Buch erklärt Schritt für Schritt, wie der Bau unterschiedlicher Hochbeete aus Holz und Stein gelingt. Ausführlich widmet sich die Autorin der Bauplanung und der Pflege bestehender Hochbeete. Sie erklärt Vor- und Nachteile sowie Einsatzmöglichkeiten der Bau- und Füllmaterialien. Zahlreiche Illustrationen erleichtern das Verständnis. Aus der Vielfalt möglicher Bepflanzung präsentiert das Buch konkrete Vorschläge vom Tomatenkasten, Kräuterrondell und Minzenbeet bis zu Obstkübel, Wasser- und Staudenbeet.

Kreative Gestaltung, schmerzfreies Gärtnern und gesunde Pflanzen – Hochbeete sind viel mehr als praktische Kästen im Garten.

Leseprobe:

Gärtnern ohne krummen Rücken

Unter einem Hochbeet versteht man ein Gartenbeet, das sich über das übliche ebenerdige Niveau erhebt. Somit sind alle Beete Hochbeete, die mit Holz oder Stein eingefasst und etwas höher als der "gewachsene" Erdboden sind. Die Erhöhung entsteht meist im Lauf der Zeit durch Mist- oder Kompostgaben auf dem Beet und durch das Zusammendrücken des Bodens auf den Wegen dazwischen. Oft werden die Beete mit Brettern gerahmt, um sie vor Erosion zu schützen. Dies kann man z. B. bei alten Kloster- und Bauerngärten sehen. Allerdings ist hier der Höhenunterschied zwischen Beet und Weg so gering, dass man sich weiterhin zu den Pflanzen herunterbücken muss.

Ziel eines echten Hochbeetes sollte jedoch sein, das rückenschädliche Bücken zu vermeiden und in angenehmer Position, im Stehen oder Sitzen, zu arbeiten. Eine Renaissance erleben Hochbeete bei den Gartenarchitekten, seit man Gärten für Senioren- und Behindertenheime bewusster anlegt. Doch auch biologisch arbeitenden Gartenbesitzer haben schon lange erkannt, dass man in einem Hochbeet, das nach dem Prinzip des Hügelbeetes befüllt wird, viel organisches Material unterbringen und im nächsten Jahr eine reiche Ernte einbringen kann.

Wer einmal an einem Hochbeet gearbeitet hat, wird sich ein weiteres bauen, denn er hat die Arbeitserleichterung direkt gespürt. Allerdings nur, wenn das Beet richtig gebaut und befüllt wurde sowie alle Anforderungen an die Körpermaße des Besitzers beachtet wurden.

Ich möchte hier nicht bestreiten, dass das Bauen und Befüllen anstrengende und keineswegs rückenschonende Arbeiten sein können. Allerdings gibt es auch hier viele Tricks, wie man sich die Arbeit erleichtern kann (siehe Seite 13). Dem einmaligen Aufwand stehen aber so viele angenehme Arbeitsstunden gegenüber, dass sich das Bauen allemal lohnt. Deshalb kann damit gar nicht früh genug begonnen werden. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wird man jeden Tag, den man umgrabend, gebückt oder auf den Knien hockend im Garten verbracht hat, als überflüssig ansehen.

Doch bitte bauen Sie nicht sofort los, sondern lesen Sie erst alles sorgfältig und erwägen Sie erst dann die für Sie momentan und in den nächsten Jahren optimale Lösung. Die folgende kleine Checkliste könnte Ihnen dabei helfen. Wenn Sie die Mehrzahl der Fragen mit Ja beantwortet haben, sollten Sie sich unbedingt Hochbeete bauen (lassen).

Fragenkatalog zum Hochbeetbau im Garten

  • Ist der Garten mein Eigentum und werde ich ihn noch viele Jahre nutzen?
  • Bin ich bereit, einmalig eine gewisse Geldsumme zu investieren?
  • Stehen sowieso Umgestaltungen des Gartens und / oder der Terrasse an?
  • Fällt demnächst Material an, das ich zum Bauen und / oder Befüllen der Beete verwenden kann?
  • Ist mein Garten am Hang gelegen bzw. ganz oder teilweise uneben?
  • Fällt mir die Gartenarbeit am Boden schwer?
  • Habe ich oft Rückenschmerzen bei und / oder nach der Gartenarbeit?
  • Fürchte ich mich vor Überforderung bei der Gartenarbeit aufgrund des Älterwerdens und den damit verbundenen nachlassenden körperlichen Kräften?
  • Lebt in meinem Haushalt bzw. Garten ein Behinderter?
  • Würde ich gerne mehr anpflanzen, schrecke aber vor der Pflanzung und / oder Pflege am Boden zurück?
  • Würde ich gerne Nutzpflanzen ziehen, finde aber nicht die richtige Ecke dafür?
  • Habe ich schweren und / oder steinigen Boden?
  • Ist mein Gartenboden mit Wurzelunkräutern durchsetzt?
  • Habe ich regelmäßig sehr viel organischen Abfall, z. B. Laub zur Verfügung?

Es soll aber nicht verschwiegen werden, dass Hochbeete auch einige Nachteile mit sich bringen. Ob sie die Vorteile aufwiegen, muss jeder selbst entscheiden. Die meisten scheinbaren Nachteile lassen sich aber mit geschickten Konstruktionen wettmachen, sodass die Vorteile überwiegen.

Vor- und Nachteile von Hochbeeten

Vorteile

  • Rückengerechte und einfache Pflege im Stehen oder Sitzen
  • Freie Wahl des Kultursubstrates, unabhängig von vorhandenem Boden
  • Unkraut kann von vornherein vermieden bzw. leicht entfernt werden
  • Sinnvolle Verwendung von Gartenabfällen
  • Frühe Erwärmung der Beete, guter Winterschutz
  • Gute Schädlingskontrolle und -abwehr
  • Höhere Erträge pro Fläche als bei Bodenkulturen

Nachteile

  • Hoher baulicher Aufwand zu Beginn
  • Hoher Materialbedarf für die Erstbeschickung
  • Höherer Wasserbedarf als bei Bodenkulturen

Nachteile bei falscher Bauweise bzw. Befüllung und daher leicht zu vermeiden

  • Baumaterial verrottet schnell
  • Erde in den Beeten sackt schnell zusammen
  • Wühlmäuse finden ein Zuhause
Tabelle: Kübel, Pflanzring oder Hochbeet?
Pflanzgefäß Beschreibung, Verwendung Bemerkungen
Kübel Großes Pflanzgefäß mit zehn Liter und mehr Inhalt, Wasserabzugslöcher im Boden. Aus Metall, Kunststoff oder Keramik (sollte für draußen immer frostfest sein). Kann mit mehreren Pflanzen dauerhaft bestückt werden. Kann nicht so einfach angehoben werden, sollte deshalb auf einem Rolluntersetzer stehen. Wurzelballen kann im Winter vollständig gefrieren, deshalb sollte der Kübel eingegraben werden oder mit Winterschutz an geschütztem Standort stehen.
Pflanzring Niedriges Hochbeet ohne Boden, meist Bausatz aus Kunststoff oder Metall, Gabione oder Betonschachtring, bis etwa 40 cm Höhe. Nur sinnvoll ab einem Innendurchmesser von mindestens 80 cm. Braucht meist keine Drainageschicht. Wasserabzug muss gewährleistet sein. Je nach Höhe und Wurzelballen auf gewachsenen Boden (Pflanzenwurzeln dringen in den Boden ein und sind hier frostsicher) oder Vlies (Wurzelunkräuter sind ausgesperrt, aber keine Frostsicherheit) stellen.
Hochbeet Erhöhte Pflanzfläche mit senkrechten Wänden, die eine rückengerechte Pflege im Sitzen (etwa 50 cm Höhe, breiter glatter Rand) oder Stehen (80 bis 100 cm Höhe) gewährleistet. Die Beettiefe (bzw. -breite) sollte einfache bzw. doppelte Armlänge nicht überschreiten. Drainageschicht sinnvoll oder notwendig, Wasserabzug muss gewährleistet sein. Auf gewachsenen Boden oder andere sickerfähige Fläche stellen. Kann angelehnt oder frei im Garten stehen.
Treppenbeet Zwei oder mehr hintereinander gestaffelte Hochbeete zum Stützen und zur rückengerechten Gliederung von Hängen. Beetwände müssen stabil genug sein, den Hangdruck aufzufangen. Vor jeder Wand muss ein ausreichend breiter Weg zur Pflege der Bepflanzung sein.
Hügelbeet Mietenförmiger, geschichtet aufgesetzter Haufen aus organischem Material bis etwa 1 m Höhe ohne befestigte Wände. Die obere Erdschicht dient hier als schräge Pflanzfläche. Beetform nicht rückengerecht und sehr ungünstig für die Bewässerung. Haufen verrottet schnell und sackt schon im ersten Jahr auf etwa die Hälfte der ursprünglichen Höhe zusammen.
Frühbeetaufsatz Glasabdeckung für das Hochbeet, gegebenenfalls ergänzt mit einer Mistpackung als Fußbodenheizung. Der Frühbeetaufsatz sollte genau auf das Hochbeet passen, damit keine Wärme verloren geht.

Ergonomie und Form der Hochbeete

Tischbeet
Die Körpergröße oder Beinlänge bestimmt die Höhe des Beetes, wenn Sie mit niedrigen Pflanzenkulturen im Stehen arbeiten wollen. Der obere Rand sollte immer auf Höhe des Beckenkamms sein, also etwa 85 bis 100 cm hoch, gemessen mit dem im Garten üblichen Schuhwerk. Da unsere Armlänge begrenzt ist, sollte das Beet 60 bis maximal 70 cm Tiefe aufweisen. Ist es von beiden Längsseiten erreichbar, gilt die doppelte Breite (die Wandstärke muss dabei mitgerechnet werden). Besonders aufrecht kann man an einem Beet mit Untertritt von etwa 14 cm Höhe und Tiefe stehen.
Hochbeet
Bei einer Beethöhe von 50 bis 65 cm kann man im Sitzen gut arbeiten (gewöhnliche Stühle haben eine Sitzhöhe von 45 cm). Allerdings wird hier der Oberkörper verdreht, was nicht für jeden Rücken gut ist. Niedrige Hochbeete eignen sich gut für hohe Kulturen (z. B. Tomaten), die man dann im Stehen rückenschonend gießen und ernten kann. Die Bodenvorbereitung erledigt man dagegen im Sitzen.

Damit ein Hochbeet wirklich arbeitserleichternd ist, müssen alle Vorgaben des körperschonenden Arbeitens bedacht werden. Die Ergonomie, die Lehre von der Anpassung der Arbeit an den Menschen, hat bereits Vieles im Alltagsleben erleichtert. So werden Arbeitsplätze in Büros und in der Industrie genauso wie Küchen in Privathaushalten nach den neuesten Erkenntnissen dieser Wissenschaft gestaltet. Ebenso kümmern sich Ergonomen und Ergotherapeuten aber auch um die Arbeitsabläufe bei Fertigungsprozessen oder bei der Rehabilitation Kranker und Behinderter. Und fast nebenbei hat man herausgefunden, dass gerade die Gartenarbeit bei vielen Krankheitsbildern zur Genesung beitragen kann. Daher werden auch zunehmend ergonomisch geformte Gartengeräte entwickelt.

Es spricht also nichts dagegen, dass Sie Ihren Garten ergonomisch gestalten, zumal niemand vor Krankheiten, Behinderungen und dem ganz normalen Altern gefeit ist. Aber auch völlig gesunde, schmerzfreie und fitte Menschen wissen die Arbeit an Hochbeeten zu schätzen. Wichtig vor dem Bau ist, dass Sie Ihre Körpermaße kennen und Ihre Arbeitsplätze entsprechend anpassen.

Neben den bekannten freistehenden, meist rechteckigen, kistenförmigen Hochbeeten gibt es noch viele andere gestalterische Möglichkeiten. Je nach Platz und Geländeform des Gartens können Hochbeete gut an ein Gebäude oder eine Mauer angelehnt werden. Besonders an Südseiten profitieren die Pflanzen von der Wärmespeicherung, bei hellen Mauern auch von der Reflexion der Sonnenstrahlen. Dabei müssen die Fassade oder Mauer aber mit einer Drainplatte geschützt und die Entwässerung des Beetes sorgfältig geplant werden. Die Konstruktion darf keinesfalls an die Wand geschraubt werden, sondern muss selbsttragend sein.

Mit Hochbeeten kann man einen Hang abfangen oder ein Gelände terrassieren. Hochbeete entstehen auch aus Mauern, wenn man diese doppelt, mit einem Beet dazwischen, baut. Sie können den Garten anstelle eines Zaunes begrenzen oder eine erhöhte Terrasse schützen. Man kann aber auch vertiefte Sitzplätze mit Hochbeeten begrenzen. Außerdem müssen Hochbeete nicht immer eckig sein. Auch geschwungene Formen, die sich dem Geländeverlauf anpassen, sind möglich und sehen besonders schön aus. Freistehende Beete können auch rund, sechs- oder achteckig sein. Solange alle ergonomischen Vorgaben erfüllt sind, sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Die Form eines Hochbeetes ist aber auch durch die Materialwahl begrenzt. Die Entscheidung für eine Bauweise richtet sich nicht nur nach ergonomischen, sondern auch bautechnischen, ästhetischen und klimatischen Anforderungen.

Tischbeete für Rollifahrer

Tischbeet mit Rollifahrer

Das Tischbeet ist eine Sonderform des Hochbeetes, die unterfahren werden kann. Es wurde für Rollstuhlfahrer entwickelt, eignet sich aber für alle Menschen, die besser im Sitzen arbeiten können. Hier muss besonders gut Maß von Mensch und Stuhl genommen werden, damit der Nutzer gut arbeiten kann. Da der Substrataufbau hier nur etwa 25 Zentimeter beträgt, können nur bestimmte Pflanzen angebaut werden. Für viele einjährige Kräuter und niedrige Zierpflanzen, aber auch für Minisalate ist die Substratdicke jedoch ausreichend. Es ist nicht ganz einfach, ein stabiles, praxisgerechtes Tischbeet zu bauen (und eine Beschreibung würde hier zu weit führen). Als Fertig elemente eignen sich die höhenverstellbaren Kulturtische aus dem Erwerbsgartenbau. Sie sind aus Edelstahl, haben Entwässerungsrinnen und können auf Rollen nach Bedarf in die Sonne bzw. im Winter in ein Gewächshaus gefahren werden...

Das Hochbeet; Blick ins Buch!

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Zusatzinfo

Autorin: Brigitte Kleinod

Brigitte Kleinod

ist Biologin und Gartenplanerin. Seit vielen Jahren ist sie als Gartenberaterin und -planerin tätig. Als Autorin hat sie sich mit vielen Gartenbüchern einen Namen gemacht.

1. Tipp

Ergonomie ist die Lehre von der Anpassung der Arbeit an den Menschen. Diese Erkenntnisse, die für die Arbeitswelt entwickelt wurden, sollten unbedingt auch im Alltag in jedem Garten berücksichtigt werden.

2. Tipp

Überlegen Sie erst genau, wie Sie die Beete nutzen möchten, bevor Sie die Maße bestimmen. Zu pflegeintensiven Hochbeeten gehören auch Flächen zum Ausruhen, Abstellen, Aufbewahren von Werkzeugen und Einrichtungen für die Bewässerung.

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