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Betreutes Wohnen - sicheres Wohngefühl

Selbstständig bleiben, aber Hilfe erhalten, wenn es notwendig ist - das betreute Wohnen macht es möglich.

Ein Pflegebett im Krankheitsfall

In seiner Forschungsgruppe Prävention und Demenz am Institut für Psychogerontologie der Universität Erlangen-Nürnberg hat Oswald (Univ.-Prof. Dr. Wolf D. Oswald) sich unter anderem mit dem betreuten Wohnen befasst: "Ein Haus, in dem jeder seine eigene Wohnung hat, in der er tun kann, was er will. Wo sich die Bewohner zum Essen treffen können. Wo jeder bei Bedarf Dienstleistungen wie Wäschewaschen oder Wohnungsputz gegen Bezahlung anfordern kann. Und wo im Krankheitsfall jeder ein Pflegebett bekommt, am besten gleich um die Ecke. Leider gibt es das meist nicht."

"Aber wir sind auf einem guten Weg", meint Dr. Holger Mühlbauer, der Leiter des Normenausschusses "Gebrauchstauglichkeit und Dienstleistungen" im Deutschen Institut für Normung. "Mit der DIN-Norm 77800, die wir vor zwei Jahren bereitgestellt haben, wollen wir die Qualität auf dem Markt des betreuten Wohnens für ältere Menschen sichern."

Was muss geregelt sein?

Anhand dieser Norm können sich die Betreiber von Anlagen des betreuten Wohnens darüber informieren, welche Ansprüche ihr Leistungsangebot mindestens erfüllen muss. Die Vorgaben sind bundesweit einheitlich und dienen auch als Grundlage für eine freiwillige Qualitätsprüfung durch die unabhängige Zertifizierungsgesellschaft DIN Certco.

Mühlbauer erläutert: "DIN 77800 besagt beispielsweise, dass ein Vertrag über betreutes Wohnen Angaben zu Größe und Ausstattung der Wohnung enthalten muss, aber sie schreibt keine Mindestgröße vor. Ebenso muss das Dokument regeln, ob in der Anlage Haustiere zugelassen sind und bei welchen Service- Angeboten es sich um Wahl-, bei welchen um Pflichtleistungen handelt."

Einer aktuellen Studie des Kuratoriums Deutsche Altenhilfe (KDA) zufolge lebt etwa jeder hundertste über 60-Jährige in einer der bundesweit schätzungsweise 4900 Anlagen des betreuten Wohnens. Holger Mühlbauer schätzt, dass derzeit zwischen 30 und 40 dieser Einrichtungen DIN-zertifiziert sind. "Das erscheint auf den ersten Blick wenig, aber das Verfahren ist nicht ganz preiswert."

Viele Anbieter, so der Normungs-Experte, haben eine günstigere Methode gefunden: Sie weisen in ihren Broschüren und Internet-Auftritten darauf hin, dass sie sich mit ihren Leistungen an der Norm orientieren. In aller Regel, weiß Mühlbauer, können sich die Interessenten, also Senioren und deren Angehörige, auf diese Aussage verlassen.

Gerontologe Oswald geht davon aus, dass sich in naher Zukunft neben dem betreuten Wohnen, der Unterbringung in Alten- und Pflegeheimen sowie der steigenden Zahl von Alzheimer-Wohngemeinschaften weitere neue Wohnformen für Senioren entwickeln werden, "über die wir bislang noch gar nicht nachgedacht haben".

Wenn Planer, Architekten und Bauherren von Anfang an mitdenken, können die meisten Menschen bis ins hohe Alter in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. "Heute sollte kein mehrstöckiges Haus mehr ohne Aufzug gebaut werden", fordert Oswald. Und wer im mittleren Lebensabschnitt einen Neubau plant oder die Wohnung renoviert, sollte sich unbedingt überlegen: Wie muss es hier aussehen, damit ich in 20, 30 Jahren noch darin leben kann?


Seniorengerechte Ein- und Umbauten, an die wir beizeiten denken sollten, sind breite Türen, barrierefreie Übergänge zwischen den Räumen, eine Badewanne mit absenkbarem Einstieg oder einem Wannenlift, gute Beleuchtung und rutschfeste Bodenbeläge.

Rauchmelder, Elektrojalousien, Haltegriffe in Bad und WC erscheinen ebenfalls sinnvoll. Ein Generalschalter garantiert, dass sich beim Verlassen der Wohnung zwar der Elektroherd abschaltet, die Gefriertruhe aber weiterhin kühlt. "Technisch ist das alles längst machbar", berichtet der Nürnberger Alternsforscher.

Aber was geschieht, wenn die Mobilität so weit eingeschränkt ist, dass ein Senior die Wohnung kaum verlassen kann? Oswald: "Meine Mutter lebt mit ihren 94 Jahren noch in einem eigenen Haushalt. Zweimal am Tag hilft ihr der Pflegedienst bei den nötigsten Verrichtungen."

Bei Bedarf kommen eine Friseurin und die medizinische Fußpflege zu der alten Dame in die Wohnung. "Das kostet nicht mehr als im Salon um die Ecke." Für die Dienstleister, meist Frauen, lohnt sich der Hausservice: Sie brauchen keine eigenen Räume, und wenn ihre Klienten im selben Viertel leben, sind zudem die Fahrtkosten gering.




DIN 77800

Norm für mehr Qualität

Neben zahlreichen, teils voneinander abweichenden Bewertungskriterien zum betreuten Wohnen gibt es die bundesweit geltende Dienstleistungsanforderung DIN 77800. Hier einige Empfehlungen:

Notruf. Ein Notruf muss an eine rund um die Uhr besetzte Empfangsstelle angeschlossen sein.

Hygiene. Die Reinigung der Allgemeinflächen (Treppenhaus, Keller, Gemeinschaftsräume), Räum- und Streudienst sowie Müllentsorgung müssen sichergestellt sein.

Beratung. Zu bestimmten Zeiten müssen in der Wohnanlage Beratungen stattfinden, etwa zu allgemeinen Behördenfragen oder Krisensituationen (zum Beispiel Tod eines Angehörigen, schwere Erkrankung).

Kontakthilfe. Will der Bewohner zu ambulanten oder hauswirtschaftlichen Diensten Kontakt aufnehmen, muss ihm dabei geholfen werden.

Sozialleben. Kulturelle Veranstaltungen, Nachbarschaftshilfe oder Ausflüge müssen unterstützt werden, um die Gemeinschaft zu fördern.

Dienste. Zusätzlich zu Wohnangebot und Grundleistungen muss der Bewohner die Möglichkeit haben, Wahlleistungen in Anspruch zu nehmen. Dazu gehören etwa hauswirtschaftliche (Mahlzeitenlieferung, Fensterreinigung) und pflegerische Hilfen, haustechnische Dienste (Kleinreparaturen), Hol- und Bringdienste (Einkauf, Fahr- und Begleitdienst) oder Leistungen im Krankheitsfall (Versorgung von Haustieren und Zimmerpflanzen).


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Beitrag veröffentlicht in der Apotheken Umschau
15.Mai 2008

Redakteur Ullrich Jackus

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