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Barrierefreies Bauen in Sachsen

Barrierefreies Planen und Bauen in Sachsen


Nach Einbindung "Barrierefreies Bauen" in die sächsische Bauordnung zum 01.10.2004, sowie nach Inkrafttreten des Integrationsgesetzes des Freistaates Sachsen wurde dem "Barrierefreien Planen und Bauen" eine neue Gewichtung gegeben.

Leider werden mit dem Wort "barrierefrei" oft unnötige und teure Baumaßnahmen verbunden, das zudem einen schalen sozialen Beigeschmack hat.

Barrierefreies Bauen ist jedoch aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Grundsätzlich sollten alle Gebäude und baulichen Anlagen auch von Behinderten ohne Inanspruchnahme von fremder Hilfe nutzbar sein:
 

  • Barrierefeie Gebäude und bauliche Anlagen sind von ALLEN Personengruppen nutzbar zu planen, von Kindern, jungen Familien, kurzeitig Mobilitätsbehinderten, Senioren und natürlich auch von behinderten und chronisch kranken Menschen.
  • Das barrierefreie Einfamilienhaus kann von seinen Bewohnern durch alle Lebensabschnitte hindurch, ohne größere Umbaukosten genutzt werden. Der Einbau von breiteren Türen (90cm), großzügigere Badezimmer und die Entwicklung von durchdachten Grundrissen garantieren eine flexible Nutzung des Gebäudes. Dies gilt natürlich auch bei der Planung von Mehrfamilienhäusern.
  • Das Umdenken bei der Planung von Hauszugängen, Gärten und anderen öffentlichen und privaten Außenbereichen durch eine häufigere Verwendung von Rampen (Gefälle max. 6%) anstelle von den üblichen 2 bis 3 Eingangsstufen könnte die barrierefreie Zugänglichkeit von Gebäuden kostenneutral gewährleisten. Spätere kostenintensive Umbauten und Anpassungsmaßnahmen zur Erstellung der Barrierefreiheit nach Unfall oder Erkrankung fallen somit weg. Ebenso ist eine Nutzung des Gebäudes durch alle Lebensabschnitte hindurch gewährleistet.
  • Auf Grund der demographischen Entwicklung in Deutschland, besonders in den neuen Bundesländern muss von Investoren berücksichtigt werden, dass in den folgenden 10 Jahren der Bevölkerungsanteil von Personen über 60 Jahre, Behinderten und chronisch Kranken über 50% betragen wird. Der Bedarf an barrierefreien Strukturen und Gebäuden wird demzufolge erheblich steigen und sollte bei Planungen berücksichtigt werden.

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Autorinfo

Architekturbüro Oberheid

Dipl.-Ing.(FH) Freier Architekt
Gerd Oberheid

Zusatzinfo

Gerd Oberheid, selbst 100% GdB, Rollstuhlfahrer

- Architektenkammer Sachsen, Leiter des Arbeitskreises Barrierefreies Planen und Bauen
- blue-concept, Europäisches Institut für ganzheitlich barrierefreie Lebensräume und Entwicklungen gem. e.V.
- Zentrum Selbstbestimmtes Leben Leipzig gem. e.V., ZSL-Leipzig
- Selbsthilfegruppe Körperbehinderte Landkreis und Stadt Dachau gem. e.V., SHG-Dachau

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