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Entwerfen - Barrierefreies Bauen

Hochschule Karlsruhe - FB Architektur und Bauwesen

Lehrstuhl für Barrierefreies Bauen und Entwerfen


Entwerfen - Barrierefreies Bauen

Architektur hat einen wesentlichen Einfluss auf ein mehr oder weniger selbstbestimmtes und unabhängiges Leben im Alter bzw. bei Behinderung. Im Sinne eines Design for All werden beispielhaft an üblichen Entwurfsprojekten die Thematik des Barrierefreien Bauens trainiert, um einerseits den Architekten grundsätzlich für ein sozialorientiertes Bauen zu sensibilisieren und andererseits, um humanökologische Aspekte zu vertiefen, die Auswirkungen auf die Gestaltung von Architektur haben. Im Vordergrund stehen Aufgabenstellungen, die sich mit der Thematik Wohnungsbau und Sozialbau befassen.

Themenbeispiele für Entwürfe:

  • Rehazentrum für behinderte Kinder in Denzlingen
  • Heimsonderschule - Heidenheim
  • Betreutes Wohnen in Denzlinge
  • n
  • Robotikhaus - Betreutes Wohnen in Kombination mit Sevice-Robotern
  • Olympiadorf Leipzig - Wohnungen für Olympia und Parolympics

Heimsonderschule - Heidenheim


Modell

Studienarbeit: Christoph Bauer 2002/2003

Entwurf einer Sonderschule in Kombination mit Wohnheim für sehgeschädigte und körperbehinderte Kinder. Vorgegeben wurde ein Raumprogramm, das in Zusammenarbeit mit der Niklauspflege (Stuttgart) erarbeitet wurde. Voraussetzung zur Teilnahme am Entwurf war ein Volontariat über zwei Tage in der Einrichtung für sehgeschädigte Kinder am Dornbuschweg in Stuttgart. Es wurden fundamentale Grundlagen zur Thematik Orientieren auf Basis unterschiedlicher Sinneswahrnehmung erarbeitet. Für den Entwurf war maßgebend geeignete "Pattern" für Orientieren, Informieren und Leiten zu entwickeln und auch die räumlich ergonomischen Voraussetzungen hinsichtlich Mobilitätsbehinderung zu berücksichtigen.



Robotikhaus -
Betreutes Wohnen in Kombination mit Service-Robotern

Mit dem demographischen Wandel, der eine zunehmende Überalterung unserer Gesellschaft mit sich bringt, werden wir auch in der Architektur vor neue gesellschaftliche Aufgaben gestellt. Wenn man der Forderung nachkommt, die sich auch im Behinderten Gleichstellungsgesetz manifestiert, dass unsere Umwelt Selbstbestimmung und Unabhängigkeit weitgehend möglich macht. Vor diesem Hintergrund sind soweit wie möglich auch Hilfestellungen über Serviceangebote notwendig, die es auch schwerbehinderten Menschen eine größtmögliche Selbständigkeit erlaubt.

In den letzten Jahren wurden viele Versuche gemacht, sogenannte humanoide Serviceroboter zu entwickeln, die dem Menschen über Assistenz Hilfeleistungen im Haushalt anbieten. In Japan sind die Fortschritte bereits soweit, dass in Bauten des Gesundheitswesens und auch in Pflegeheimen diese Serviceroboter bereits zum Einsatz kommen. Es ist naheliegend, dass diese Roboter eine spezifische eigene "Ergonomie" haben, die über Architektur entsprechend anpassungsgerecht berücksichtigt werden muss. Es geht also bei der vorliegenden Aufgabenstellung um folgende Aspekte:

  • Schaffung einer Symbiose von Mensch und Roboter, indem die Bedürfnislagen beider hinsichtlich Ergonomie und Barrierefreiheit berücksichtigt werden.
  • Entwicklung dieser Aspekte innerhalb einer Architektur, die vor "lauter" Technologie nach wie vor dem menschlichen sozialen Anspruch gerecht werden soll, d. h. auch den üblichen Wohnbedürfnissen entsprechen soll.
  • Selbstverständlich soll von der architektonischen Seite her dem gestalterischen Anspruch der entsprechende Stellenwert gegeben werden, wobei natürlich zu beachten ist, dass von der phänomenologsichen Seite, die Gestaltung dem innovativen Charakter der Aufgabenstellung gerecht wird.

Aufgabenstellung ist dementsprechend die Entwicklung eines Robotikhauses in einem innerstädtischen Umfeld.

Behindertentechnik

Entwicklung und Design für eine barrierefreie Ausstattung bzw. barrierefreien Ausbau von Gebäuden insbesondere in den Bereichen Wohnungsbau, Pflegeheim- und Krankenhausbau. Auseinandersetzung mit der Thematik der Normen in diesem Bereich. Vertiefung mit Parametern hinsichtlich der Beziehung Form, Maß und menschlicher Körper (Human Scale) Ergonomie, Anatomie. Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Hochschulen in sozialwissenschaftlichen Bereichen.

  • Der Sanitärraum - Ergonomische Parameter für Ausstattung und Design
  • Griffkunde - Überprüfung auf Basis kinästhetischer Untersuchung - Sehen und Wahrnehmen - Studien mit Hilfe von Simulationsmitteln
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Lehreinrichtungen für Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie etc.

Bücher und Aufsätze von Prof. Dr.-Ing. Gerhard Loeschcke


coverscanWohnungsbau für alte und behinderte Menschen.
Loeschcke/ Pourat

Dieses Handbuch für die Planungspraxis informiert schnell und in übersichtlicher Form über die wichtigsten Aspekte des Planens und Bauens für Senioren und behinderte Menschen. Erläutert werden die grundsätzlichen Planungsanforderungen im Hinblick auf die unterschiedlichen Funktionsausfälle und -einschränkungen dieser Wohnungsnutzer. Es folgen im Hauptteil detaillierte Hinweise und Hilfen für die Planung: von städtebaulichen Aspekten über das Wohnumfeld und Wohnquartier, die Gebäudeerschließung, die Struktur und Organisation der Wohnung bis hin zu Fragen des technischen Ausbaus.


coverscanDesign für die Zukunft
Coleman

mit den beiden Aufsätzen
"Wohnbedürfnisse im Wandel - sozialökologische Tendenzen" und "Planungsleitfaden für barrierefreien Wohnungsbau"
Verfasser: Loeschcke/ Pourat



Santärraum

Das Prinzip des universellen Designs: Unterfahrbare Waschtische, drehbare Spiegelschränke, sensorgesteuerte Armaturen und Handtuchhalter, die als Haltegriffe genutzt werden können.

Soviel wie nötig, so wenig wie möglich - Universelles Design in Sanitärräumen
veröffentlicht im Deutschen Architektenblatt 09/2003


Beitrag zu ORIENTIERUNG IM RAUM - Leitsysteme als Baustein für eine barrierefreie Umwelt
veröffentlicht im Deutschen Architektenblatt 09/2003


Autorinfo

Herr Prof. Dr.-Ing.
Gerhard Loeschcke

BDA/DWB Freier Architekt

Zusatzinfo

Barrierefreies Bauen - Vertiefungsschwerpunkt über zwei Semester

Lehrinhalte:

Entwicklung von Konzepten für integrative und soziale Wohnformen
Flexibler und anpassbarer Wohnungsbau
Wohn-, Pflege und Rehaeinrichtungen für alte und behinderte Menschen
Bauten des Gesundheitswesens



Beispiel einer Aufgabenstellung (Auszug):
Diplomarbeit Hochbau Frühjahr 2002


WOHNEN IM ALTER

Entsprechend der demographischen Entwicklung in der Zukunft, ist aktuelles Thema unserer Gesellschaft das "Wohnen im Alter".

Die Offenen Fragen sind:
wie möchte man im Alter leben, wie wird man versorgt.
Die Senioren von heute haben einen sehr hohen Anspruch an Individualität, Selbstverwirklichung und Lebensqualität.

Es ist zu beobachten, dass der klassische Familienverbund kaum noch anzutreffen ist. Daher bedarf es einer Reaktion, um auf die Bedürfnisse der aktuellen Situation einzugehen.


Weiterbildung

nullbarriere.de Seminare Seminare Barrierefreiheit

Barrierefreie öffentliche Infrastruktur DIN 18040-1 und 3 Berlin 15./16.06.2017

Barrierefreie Wohngebäude DIN 18040-2 München 10./11.11.2017

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