Apotheke barrierefreiFacebookTwitterEmailDrucken

Laut ApBetrO § 4 (Verordnung über den Betrieb von Apotheken) sollen Apotheken "barrierefrei erreichbar sein" und für die Beratung von Patienten und Kunden genügend Raum zur Verfügung stellen.

Apotheke barrierefrei

In der ratifizierten Behindertenrechtskonvention (BRK) legt Art. 9, Absatz 1 dar, in welchen Bereichen die Vertragsstaaten auf jeden Fall Barrierefreiheit schaffen müssen. Dazu gehören medizinische Einrichtungen.

Für neu eröffnete Apotheken ist der behindertengerechte Zugang Pflicht. Bei bestehenden Apotheken müssen die Apothekenleiter eine Lösung finden. Bei Eigentümerwechsel ist die Gegebenheit erneut zu prüfen. Ein Problem ist der Denkmalsschutz - eine genaue Überprüfung, Begründung und Lösungsmöglichkeiten sind mit der Denkmalbehörde abzuklären.

Behindertesymbole

Barrieren sind:

für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen - Gehbehinderte, Rollatornutzer, Rollstuhlnutzer

  • Parkplätze unzureichend
  • Stufen, Treppen, Türen
  • zu hoher Tresen
  • ungenügende Bewegungsfläche

für Sehbehinderte, Blinde

  • keine visuellen, taktilen und/oder akustischen Informationen zur Orientierung
  • schlechte Beschilderung, Beleuchtung, große Glasflächen
  • Platz für den Blindenführhund fehlt (Blinde)
  • kein Infomaterial

für Hörbehinderte

  • keine visuellen oder akustischen Informationen zur Orientierung
  • Anmeldung nicht per Email, Fax , SMS möglich
  • keine Induktive Höranlage
  • keine Informationen zu Gebärdensprachdolmetscher, andere Kommunikationshilfen

für Behinderte mit Begleitperson, kognitiven Einschränkungen

  • keine einfache Sprache für den Betroffenen
  • keine Geduld, keine Toleranz

Beispiele von Umbaumaßnahmen - Hersteller, Produkte, Infomaterial

Erreichbarkeit/Wege und Stellplätze

mit Bus, Bahn, Straßenbahn usw., max. 10-15 Gehminuten
Rollstuhlparkplätze in der Nähe des Eingangs

Parkplatz, Wegemit Rollisymbol und Beläge aus Beton für Kfz-Stellplätze für Außenanlagen, Verkehrsanlagen
mit Rollisymbol und Beläge aus Beton für Kfz-Stellplätze

mit Rollisymbol und Beläge aus Beton für Kfz-Stellplätze

für Außenanlagen, Verkehrsanlagen

für Außenanlagen, Verkehrsanlagen

Zugang: Überwindung von Höhenunterschieden mittels Rampen

Rampen ≤ 6 % Steigung (für eine Stufe von 18cm ist eine Rampenlänge von 3m erforderlich). Ist dies baustrukturell nicht möglich, sind Rampen mit maximal 10 % Neigung zulässig (Mindestforderung KfW Kredit Barrierearme Stadt)

Rampen aus Beton oder Metallmit berollbarem Plattenbelag aus Beton Auffahrhilfen, rutsch­sicher, wartungsfrei, witterungsbeständig und Podeste aus Stahl, mit Geländer auf Maß, mit Podest und Handlauf aus Metall, mobil oder fest verlegbar
mit berollbarem Plattenbelag aus Beton

mit berollbarem Plattenbelag aus Beton

Auffahrhilfen, rutsch­sicher, wartungsfrei, witterungsbeständig

Auffahrhilfen, rutsch­sicher, wartungsfrei, witterungsbeständig

und Podeste aus Stahl, mit Geländer

und Podeste aus Stahl, mit Geländer

auf Maß, mit Podest und Handlauf

auf Maß, mit Podest und Handlauf

aus Metall, mobil oder fest verlegbar

aus Metall, mobil oder fest verlegbar

Mobile Rampen sind auf Grund zu großer Neigungswinkel in vielen Fällen nicht für die selbstständige Nutzung geeignet und erfordern daher eine Begleitperson oder Hilfe aus der Arztpraxis.

Mobile Rampenbis 215 mm Höhe, rutschsicher, wartungsfrei Überfahrbar mit Gehwagen oder Rollstuhl aus Vollgummi, bis 100 mm Höhen­differenz Modulsystem für Schwellen an Hauseingang und Terrasse variabel und zum Mitnehmen
bis 215 mm Höhe, rutschsicher, wartungsfrei

bis 215 mm Höhe, rutschsicher, wartungsfrei

Überfahrbar mit Gehwagen oder Rollstuhl

Überfahrbar mit Gehwagen oder Rollstuhl

aus Vollgummi, bis 100 mm Höhen­differenz

aus Vollgummi, bis 100 mm Höhen­differenz

Modulsystem für Schwellen an Hauseingang und Terrasse

Modulsystem für Schwellen an Hauseingang und Terrasse

variabel und zum Mitnehmen

variabel und zum Mitnehmen

Handlauf

Treppenhandläufe müssen auf beiden Seiten der Treppe angebracht werden.

Handläufe müssen mit Handlaufbeschilderung für Blinde versehen werden.

Handlauf, Beschriftungstabiles Stahlrohr mit wartungsfreiem Laminat-Dekor und Geländer, Selbstbausatz mit Rohrverbindern, pulverbeschichtet für Handläufe, Türen, Eingangsbereiche nachleuchtend Taktile Schilder, Markierungen
stabiles Stahlrohr mit wartungsfreiem Laminat-Dekor

stabiles Stahlrohr mit wartungsfreiem Laminat-Dekor

und Geländer, Selbstbausatz mit Rohrverbindern, pulverbeschichtet

und Geländer, Selbstbausatz mit Rohrverbindern, pulverbeschichtet

für Handläufe, Türen, Eingangsbereiche

für Handläufe, Türen, Eingangsbereiche

nachleuchtend

nachleuchtend

Taktile Schilder, Markierungen

Taktile Schilder, Markierungen

Stufenmarkierung

Stufenvorderkantenmarkierungen auf der Treppenstufe kennzeichnen Treppenanfang und Treppenende.

Stufenmarkierungkontrastreich, aus Desmopan® und PVC aus Aluminium schwarz, weiß, langnachleuchtend, rutschhemmend Bi-Bolorstufen für Außentreppen
kontrastreich, aus Desmopan® und PVC

kontrastreich, aus Desmopan® und PVC

aus Aluminium schwarz, weiß, langnachleuchtend, rutschhemmend

aus Aluminium schwarz, weiß, langnachleuchtend, rutschhemmend

Bi-Bolorstufen für Außentreppen

Bi-Bolorstufen für Außentreppen

Taktile, optische und akustische Orientierungshilfen

Beschilderung, Nachtklingel kontrastreich und in gut lesbarer Schriftgröße in Augenhöhe (120-140 cm), zusätzliche optische Rückmeldung für Hörbehinderte
blendfreie Beleuchtung des Außenbereichs und des Eingangs und der Räume
Bodenindikatoren erleichtern die Orientierung mit dem Langstock

Orientierungfür Flur und Treppenhaus mit tastbarer Profilschrift und Braille Fluchtweg, WC, Raumbeschilderung Tastbare Information für Blinde und Sehbehinderte orientieren in Fluren ohne Tageslicht Kontrastreich und tastbar für Blindenstock
für Flur und Treppenhaus

für Flur und Treppenhaus

mit tastbarer Profilschrift und Braille

mit tastbarer Profilschrift und Braille

Fluchtweg, WC, Raumbeschilderung

Fluchtweg, WC, Raumbeschilderung

Tastbare Information für Blinde und Sehbehinderte

Tastbare Information für Blinde und Sehbehinderte

orientieren in Fluren ohne Tageslicht

orientieren in Fluren ohne Tageslicht

Kontrastreich und tastbar für Blindenstock

Kontrastreich und tastbar für Blindenstock

Hebebühnen/Treppenplattformlifte

Die Plattform des Liftes muss mindestens Platz für einen Elektrorollstuhl bieten:
lichte Breite 110 cm, lichte Tiefe 140 cm, Zufahrtsbreite mindestens 90 cm.
Anforderungstaster müssen vom Rollstuhl erreichbar, für Sehbehinderte kontrastreich und für Blinde zu ertasten sein.

Hebebühne, Hublift0,16 bis 0,40 m Hubhöhe, Plattformgröße 80x117 cm bis 0,83 m Hubhöhe, transportabel, wiederverwendbar, Festeinbau bis 1,79 m Hubhöhe; 360-Grad Ein- und Ausstieg möglich bis 1,85 m Hubhöhe, max. Tragkraft von 320 kg bis 1,85 m Hubhöhe, diverse Plattformgrößen bis 3,00 m Hubhöhe, Durchlader oder über Eck
0,16 bis 0,40 m Hubhöhe, Plattformgröße 80x117 cm

0,16 bis 0,40 m Hubhöhe, Plattformgröße 80x117 cm

bis 0,83 m Hubhöhe, transportabel, wiederverwendbar, Festeinbau

bis 0,83 m Hubhöhe, transportabel, wiederverwendbar, Festeinbau

bis 1,79 m Hubhöhe; 360-Grad Ein- und Ausstieg möglich

bis 1,79 m Hubhöhe; 360-Grad Ein- und Ausstieg möglich

bis 1,85 m Hubhöhe, max. Tragkraft von 320 kg

bis 1,85 m Hubhöhe, max. Tragkraft von 320 kg

bis 1,85 m Hubhöhe, diverse Plattformgrößen

bis 1,85 m Hubhöhe, diverse Plattformgrößen

bis 3,00 m Hubhöhe, Durchlader oder über Eck

bis 3,00 m Hubhöhe, Durchlader oder über Eck

Treppenplattformlift, Schrägaufzugfür Geraden und Kurven auch für gewendelte Treppen für kurvenläufige und gerade Treppen
für Geraden und Kurven

für Geraden und Kurven

auch für gewendelte Treppen

auch für gewendelte Treppen

für kurvenläufige und gerade Treppen

für kurvenläufige und gerade Treppen

Türen

Türöffner (vorzugsweise automatisch) müssen leicht bedienbar sein; Höhe 85 cm und vom Rollstuhl aus erreichbar.
Türbreite 90 cm

Türantriebe, Klemmschutzminimaler Kraftaufwand beim Öffnen, auch für Rauch- und Feuerschutztüren elektrisch, mit Handtaster oder Handsender für automatische Drehtüren, Schiebetüren Rollo gegen Einklemmen an der Türbandseite Zargen für Fingerschutztüren
minimaler Kraftaufwand beim Öffnen, auch für Rauch- und Feuerschutztüren

minimaler Kraftaufwand beim Öffnen, auch für Rauch- und Feuerschutztüren

elektrisch, mit Handtaster oder Handsender

elektrisch, mit Handtaster oder Handsender

für automatische Drehtüren, Schiebetüren

für automatische Drehtüren, Schiebetüren

Rollo gegen Einklemmen an der Türbandseite

Rollo gegen Einklemmen an der Türbandseite

Zargen für Fingerschutztüren

Zargen für Fingerschutztüren

Verkaufsräume

Bodenbeläge rutschhemmend
Anmeldetresen mit abgesenktem Bereich zur Kommunikation im Sitzen zwischen Kunden (egal ob Rollstuhlfahrer, kleinwüchsig oder 80) und Apotheker.
Platz für Blindenführhund

Bodenbelägeund Sicherheits­matten für Gebäude gegen Ausrutschen im Eingangsbereich, Feuchträumen aus Kunststoff für stark beanspruchte Böden
und Sicherheits­matten für Gebäude

und Sicherheits­matten für Gebäude

gegen Ausrutschen im Eingangsbereich, Feuchträumen

gegen Ausrutschen im Eingangsbereich, Feuchträumen

aus Kunststoff für stark beanspruchte Böden

aus Kunststoff für stark beanspruchte Böden

Service

Schulung des Personals
Kommunikationstraining
Toleranz und Hilfsbereitschaft gegenüber Hörbehinderten, Menschen mit Lernschwierigkeiten, mit psychischen Problemen

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Zusatzinfo

ApBetrO § 4 Beschaffenheit, Größe und Einrichtung der Apothekenbetriebsräume

(2a) Die Offizin muss einen Zugang zu öffentlichen Verkehrsflächen haben und soll barrierefrei erreichbar sein. Sie muss so gestaltet werden, dass der Vorrang des Arzneimittelversorgungsauftrags nicht beeinträchtigt wird und für die in der Offizin ausgeübten wesentlichen Aufgaben, insbesondere die Beratung von Patienten und Kunden, genügend Raum bleibt. Die Offizin muss so eingerichtet sein, dass die Vertraulichkeit der Beratung, insbesondere an den Stellen, an denen Arzneimittel an Kunden abgegeben werden, so gewahrt wird, dass das Mithören des Beratungsgesprächs durch andere Kunden weitestgehend verhindert wird.

Ich muß draußen bleiben

Cartoon Rollifahrer

Cartoon von Phil Hubbe

10 Prozent der Bevölkerung sind auf Barrierefreiheit zwingend angewiesen, 30 bis 40 Prozent brauchen sie als notwendige Hilfe bei der Bewältigung des alltäglichen Lebens und für alle anderen stellt Barrierefreiheit eine Komfortverbesserung dar.

KfW Fördermittel

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