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Umbau im Bestand - barrierefreies BadDrucken

Das Bad barrierefrei, seniorengerecht oder behinderungsgerecht sanieren. Was ist beim Umbau zu beachten? Ein kurzer Überblick über den Bauablauf und die Koordination der Gewerke.

Fahrplan zum barrierefreien Bad

bodengleiche Dusche mit Punkteinlauf, Klappsitz und BrausestangeAbfluss unter der Zimmerdecke2 Bilder geöffnete und geschlossene Raumspartür im BadGlastür mit barrierefreier Drückergarniturbarrierefreies BadFußbodenheizung mit Holzboden

Ist bei neuen Wohngebäuden allein aufgrund einer fundierten Planung eine barrierefreie Nutzung möglich, so treffen wir im Bestand auf eine Vielzahl technischer Schwierigkeiten.

Aufgrund des Grundrisses lassen sich allein schon die notwendigen Bewegungsflächen oft gar nicht herstellen. Hier ist unter Kenntnis der Anforderung der Bewohner meist auf Kompromisse hinzuarbeiten, die für den Alltag aber unerlässlich sind. Nicht nur, weil barrierefreier Wohnraum in Deutschland knapp ist, sondern weil die meisten Menschen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben wollen, ist auf eine Wohnungsanpassung an geänderte Lebensumstände ein besonderes Augenmerk zu legen.

Erforderlich kann der Umbau etwa aufgrund des fortschreitenden Alters oder eines Unfalls und den dadurch auftretenden Barrieren werden. Da beim Umbau, wie gesagt, meist Kompromisse eingegangen werden müssen, ist immer die persönliche Situation ausschlaggebend.

Der wichtigste Wohnbereich in diesem Zusammenhang ist mit Sicherheit das Badezimmer. Als Hygienebereich ist es für Wohlbefinden sowie Gesundheit gleichermaßen elementar. Auch zeigen sich hier als erstes die Schwierigkeiten in der Bewältigung des Alltags. Da sind das oft gefährliche Einsteigen in die Badewanne zum Duschen, das beschwerliche Aufstehen von der Toilette und der rutschige, weil viel zu glatte Fliesenboden zu nennen.

Die Komplexität eines Badezimmerumbaus darf hier nicht unterschätzt werden. Auf kleinem Raum sind hier einige Funktionen zu berücksichtigen, die spezielle Anforderungen haben. Daraus folgt auch, dass viele Gewerke planvoll zusammenarbeiten müssen. Nicht nur der Bauablauf muss koordiniert werden, damit der Raum möglichst schnell wieder genutzt werden kann. Auch die Anforderungen von verschiedenen Handwerkern müssen aufeinander abgestimmt werden. Bei der erforderlichen Abdichtung, die in den letzten Jahren zum Standard geworden ist, müssen beispielsweise Sanitärmonteur und Fliesenleger eng zusammenarbeiten.

Selten wird man im Altbau ohne größeren Aufwand ein DIN 18040-gemässes Badezimmer errichten können. Vielmehr sollten die Vorgaben hier als Orientierung dienen und der Bedarf der Bewohner im Fokus stehen.

Badezimmerzugang

Bereits beim Zugang wird oft ein Kompromiss nötig sein, da eine DIN-konforme nach außen aufschlagende Tür die Verkehrsflächen im weiteren Wohnraum beeinträchtigen kann. Auch bestehende Zimmerwände und Kamine schränken die Möglichkeiten ein, noch dazu, da die Türen in die Sanitärräume früher eher schmäler ausgeführt wurden und keine Platzreserven vorhanden sind. Sollte der umzubauende Raum sehr klein sein und davor eine freie Wandfläche zur Verfügung stehen, ist über eine Schiebetürlösung nachzudenken. Hier tragen z.B. blickdichte Glastüren nicht stark auf und lassen sich komplett öffnen.

Schwellenlose, bodengleiche Dusche

Neben den Platzverhältnissen kommt einem möglichst schwellenlosen Duschbereich die größte Aufmerksamkeit zu. Der ebene Einstieg ist oft der ausschlaggebende Grund zu der Umbaumaßnahme, bereitet im Altbau aber auch die größten Schwierigkeiten. Bei einem Duschsiphon inklusive Bodenbelag und Gefälle kann man von einer benötigten Höhe von 10 cm und mehr ausgehen. Der Bodenaufbau wurde früher jedoch oft so ausgeführt, dass wenige Zentimeter Estrich auf die eingezogene Betondecke aufgebracht wurden. Hinzu kommt eventuell noch eine ungünstige Verlegung der Abwasserleitungen, so dass die Ebenerdigkeit oft nur im Erdgeschoß erreicht werden kann, indem der Siphon in oder unter die Kellerdecke verlegt wird. Sollte nur ein kleiner Höhenunterschied zu überbrücken sein, lässt sich oft im Schwellenbereich der Boden als kleine Rampe ausführen, so dass keine Stufe als Stolperschwelle übrig bleibt. Eine bestehende Fußbodenheizung ist zu berücksichtigen, insbesondere, wenn die Duschfläche größer ausfallen soll. Aus diesen Gründen kommt dem Sanitärinstallateur bei einem solchen Umbau eine zentrale Rolle zu.

Wasserleitungen und elektrische Installation

Im Zuge des Umbaus sollte überprüft werden, ob und wieweit die die Wasserleitungen erneuert werden müssen. Je nach Material oder Qualitätsverlust aufgrund von Rost, Kalk oder spröde gewordenen Kunststoffleitungen ist dies im Hinblick auf künftige Schadensvermeidung im neuen Bad zu entscheiden.

Auch die Elektrische Installation spielt oft eine zunächst vernachlässigte Rolle. Meist wurde daran nach der Installation nichts mehr verändert, sprich die Anlage entspricht nicht dem geforderten Stand der Technik und verliert den Bestandsschutz, sobald Änderungen vorgenommen werden. So ist es heute Vorschrift, dass ein FI-Schutzschalter eine Auslöseschwelle von 0,03A aufweist, damit diese Sicherung den Strom trennt, bevor ein Personenschaden entstehen kann. Sinnvoll ist die Nachrüstung in jedem Fall. In einzelnen Fällen betrifft dies aber die gesamte Hausinstallation.

Insgesamt muss die Baumaßnahme vorausschauend durchgeführt werden, so dass für künftige Lebensumstände vorgesorgt ist. Es empfiehlt sich, Wände und Vorwände in Trockenbauweise tragfähig auszuführen, um später z.B. Griffe oder einen Klappsitz anbringen zu können. Auch ist es technisch geboten und finanziell günstiger, das gesamte Badezimmer komplett auf einen barrierefreien Standard zu bringen, als einzelne Bereiche nach und nach zu verbessern.

Fahrplan zum barrierefreien Bad

Je nach Umfang werde vom Handwerker für die Arbeiten zwei bis vier Wochen eingeplant. Dies bei einem optimierten Bauablauf und ohne längere Trocknungsphasen.

Die erforderlichen Maßnahmen sind natürlich vom Umfang des Umbaus abhängig. Hier soll nur ein grober Überblick über den Bauablauf und seine Gewerke gegeben werden.

Der Bauablauf und seine Gewerke
  • Demontage der sanitären Ausstattung – Installateur Sanitär/Heizung, Elektriker
  • Abbrucharbeiten
  • Installationsarbeiten – Sanitär/Heizung
  • Installationsarbeiten – Elektrik
  • Wiederherstellen der Wände, verkleiden der Installation – Maurer/Trockenbauer
  • Verputzarbeiten – Verputzer
  • Duschablauf/Dusch- evtl. Badewanne setzen – Installateur Sanitär
  • Fußbodenheizung verlegen – Installateur Heizung
  • Estrich einbringen – Estrichleger
  • Abdichtungsarbeiten – Fliesenleger
  • Fliesenlegearbeiten
  • Malerarbeiten
  • Fertigmontage Sanitär, Heizung und Elektrik

Link IconExpertenseite des Autors Herr Dipl.-Ing.(FH) Alexander Gruber

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Autorinfo

Büro für barrierefreies Bauen

Herr Dipl.-Ing.(FH) Alexander Gruber

94571 Schaufling

Innenarchitekt, Fachplaner und Sachverständiger für barrierefreies Bauen

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