Farbkonzepte für ältere Menschen

Alte Augen sehen anders – Farbkonzepte für ältere Menschen

Eine lebendige Farbgestaltung bringt auch für alte Menschen mit Seheinschränkungen wieder Farbe ins Leben: Helle Brauntöne eignen sich für Bodenfl ächen und Möblierung, zarte Grüntöne wirken beruhigend und freundlich, Gelb steht für Kommunikation, Rotorange als Signalfarbe markiert den Eingangsbereich.
Eingangsbereich durch Farbe markiert

Unsere Augen werden mit zunehmenden Alter schwächer. Die nachlassende Regenerationsfähigkeit von Sehnerv und Retina führt ebenso wie altersbedingte Erkrankungen des Auges zu Sehbehinderungen, die neben dem Farbsehen auch die Mobilität und das Sicherheitsempfinden älterer Menschen einschränken. So können die meisten älteren Menschen Farben nicht mehr so gut erkennen und Helligkeitskontraste deutlich schlechter wahrnehmen.

Die Veränderung der Sehfähigkeit beginnt häufig schleichend bereits in der Mitte des Lebens. Der Mensch selbst erkennt die Defizite oft erst in weit fortgeschrittenem Stadium. Bei sehr betagten Menschen wird die altersbedingte Sehbehinderung, obwohl vorhanden, häufig gar nicht diagnostiziert, weil sich die Betroffenen aufgrund anderer Erkrankungen wie z.B. Demenz gar nicht über ihr schlechtes Sehen äußern können.


Sehschwäche im Alter: Die Verringerung des Pupillendurchmessers führt zu HelligkeitsverlustenSehschwächen im Alter: Gesichtsfeldseinengungen können auf Grund der eingeschränkten Beweglichkeit nicht mehr korrigiert werdenSehschwächen im Alter: Farbtöne ohne Gelbanteil werden schlechter wahrgenommen

Typische Sehschwächen im Alter (Bild links): Die Verringerung des Pupillendurchmessers führt zu Helligkeitsverlusten (1), Gesichtsfeld­einengungen können auf Grund der eingeschränkten Beweglichkeit nicht mehr korrigiert werden (2), Farbtöne ohne Gelbanteil werden schlechter wahrgenommen (3).

Farbkonzepte für ältere Menschen orientieren sich an diesen körperlichen Veränderungen und steuern deren Auswirkungen entgegen. Damit erfüllen sie viele Funktionen: Sie fördern die Raumwahrnehmung und Orientierung der Bewohner.

Und mehr noch: Eine ausgewogene Farbgestaltung vermittelt Geborgenheit und Sicherheit, stiftet Identität und Lebensqualität, strahlt Wärme aus und ist ein wesentliches Element des Wohlfühlens.

Barrierefreie Farbgestaltung

Maßnahmen zur barrierefreien Orientierung für ältere Menschen dienen zur Gefahrenabsicherung und Komforterhöhung und ermöglichen die inklusive Nutzung der Wohnbereiche und ihrer Umgebung im Sinne des "Universal Design – Design für alle".

Bei der Gestaltung von Markierungen, Wegweisern und visuellen Bodenleitsystemen ist auf ein durchgängiges und nachvollziehbares Design zu achten. Farben sind sparsam einzusetzen und klar voneinander abgegrenzt zu verwenden. Glänzende Oberfl ächen, Schatten und Blendungen sind zu vermeiden.
Farblich gekennzeichnete Gebäudegeschosse

Farbe und Funktion

BewohnerInnen von Einrichtungen und ihre Angehörigen legen Wert auf eine lebenswerte und anregende Wohnatmosphäre. Zu den Aufgaben einer altersgerechten Farbgestaltung gehört somit die Förderung des emotionalen Wohlbefindens und der Lebensfreude. Daneben müssen auch Leitsysteme integriert werden, die insbesondere kognitiv eingeschränkten Menschen die Orientierung im Objekt erleichtern. Dazu gehören beispielsweise die Zuweisung von Farben zu Wohnbereichen, die Kennzeichnung mit weiteren auffälligen Merkmalen sowie die Arbeit mit gut wahrnehmbaren Helligkeits- und Farbkontrasten.

Betreiber müssen hingegen auch an die Mitarbeiter und die Arbeitsplatzgestaltung denken. Diese Ansätze müssen in einem Farbkonzept gleichzeitig Berücksichtigung finden.

Helligkeit und Kontrast

Die optische Wahrnehmung einer Information ist abhängig von ihrer Beleuchtung, ihrem Standort, der Größe der Informationselemente und vor allem ihrem Leuchtdichtekontrast. Damit bezeichnet die Norm den visuellen Kontrast durch Helligkeitsunterschiede – denn nur wenn sich Objekte deutlich von ihrer Umgebung abheben, können sie gut wahrgenommen werden. Farben können die Wahrnehmung unterstützen, entscheidend sind jedoch die Helligkeiten der Farbfl ächen, die im Leuchtdichtekontrast gemessen werden. Ein hoher Leuchtdichtekontrast trägt also dazu bei, wichtige Objekte auch mit Sehbehinderungen wahrnehmen zu können. Anzustreben ist immer eine gleichmäßige und blendfreie Grundbeleuchtung mit Akzentuierung wichtiger Bereiche und Ziele, mit der die Farbigkeit nicht verfälscht und die Kontrastwirkung gefördert wird.

Geeignete Farbkontraste für die Farbgestaltung nach DIN 32975 lassen sich mit dem Online-Kontrastrechner von Brillux errechnen. In die angezeigte Tabelle müssen Farbnummern aus dem Farbplanungssystem Scala des Herstellers eingesetzt werden, die auf den dazu gehörenden Farbkarten und Farbfächern eingetragen sind.

Die Initiative von Brillux

Seit 2009 regelt die DIN 32975 - Kontraste im öffentlichen Raum die Gestaltung visueller Informationen im öffentlichen Raum. Sie definiert, was Barrierefreiheit für sehbehinderte Menschen bedeutet und bietet damit für die barrierefreie Gestaltung eine wertvolle Planungshilfe. Die Anwendung dieser DIN in der Praxis findet allerdings noch viel zu selten statt.

Um auf seine Art einen Beitrag zur Problembekämpfung zu leisten, hat das Unternehmen Brillux deshalb unter dem Titel "Farbe erleben im Alter" ein Projektteam aus internen und externen Spezialisten gebildet, das sich mit der gestalterischen und technischen Umsetzung der DIN 32975 befasst. Ein Schwerpunkt der Untersuchungen ist der Einsatz von Farben in geeigneten Kontrasten. In die Betrachtungen fließen weitere Themen ein wie Demenz, Orientierung, therapeutische Aspekte und die psychologische Wirkung der Farbe.

Das Ziel sind ästhetische Farbgestaltungen, die spezifische Nutzerbedürfnisse von Menschen mit Sehbehinderungen berücksichtigen und zum Wohlfühlen beitragen. Ein ausgewogenes Verhältnis von Anregung und Beruhigung, Ordnung und Variabilität, Verwandtschaft und Kontrast kann den Raumeindruck strukturieren und beleben, ihn optisch aufwerten, das Gefühl von Orientiertheit, Sicherheit, Vertrauen stärken und "räumlichem Stress" vorbeugen.

Die Farbgestaltung von Senioreneinrichtungen bezieht auch die Gestaltung der Fassade und des Außenraums mit ein. Farbige Fassaden prägen den ersten Eindruck und erhöhen die Identifi kation mit dem neuen Zuhause.

Farbe und Farbkonzepte rund um Ihr Bauvorhaben

Kreative und fachkompetente Farbkonzepte planen die Spezialisten der Brillux Farbstudios. Die bundesweit neun Brillux Farbstudios nutzen das aktuellste Wissen über Farbe und Physiologie, Farbe und Architektur sowie Farbe und Botschaft in den Entwürfen.

Die Farbdesigner kommen auch gerne direkt zu Ihrem Bauprojekt, um die Situation vor Ort genau in Augenschein zu nehmen und Sie gemäß der lokalen Besonderheiten und Ihrer individuellen Vorstellungen zu beraten.

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Autorinfo

Logo: Brillux GmbH & Co. KG

Brillux GmbH & Co. KG

Herr Marco Bock

48163 Münster

0251 7188-766

Zusatzinfo

Cover der brillux Info-Broschüre Farbe erleben im Alter aus der Reihe PlanquadratInformationsbroschüre Planquadrat
"Alte Augen sehen anders – Farbkonzepte für ältere Menschen"

Deckblatt des Einladungsflyers für das Seminar Farbe erleben im Alter

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