Barrierefreiheit im Spa-Bereich von HotelsFacebookTwitterEmailDrucken

Wellness und Spabereiche mit Spezialisierungen auf Gesundheitstourismus nehmen zu. Die unauffällige Integration baulicher Lösungen zur Nutzung radgebundener Hilfsmittel (Rollstuhl/ Rollator) sollte bereits bei der Konzeption berücksichtigt werden. DIN-Norm zum Barrierefreien Bauen - DIN 18040-1 definiert die Anforderungen.

SPA mit Mehrwert

Barrierefreiheit im Spa- und Wellness Bereich von Hotels

Autor: Dipl.-Ing. Ulrike Rau

Schwimmbadlfter hebt Frau ins SchwimmbeckenGrundriss einer Schwimmbad Dusche

Differenzierungsstrategien sind in der Hotelbranche Wettbewerbsargumente: Nichtraucher erhalten Gesellschaft, reizstoffarme Räume sind reserviert für Allergiker. Wellness und Spabereiche mit Spezialisierungen auf Gesundheitstourismus nehmen zu. Medical Day Spa's und Medical Hospitality Konzepte sind mögliche Ausrichtungen.

Eine zunehmende und aktive Gästeklientel in der zweiten Lebenshälfte ist aufgrund der Entwicklung der Altersstruktur zu verzeichnen. Diese Zielgruppe, die trotz mancher Mobilitätseinschränkung gerne reist und nicht an Ferienzeiten gebunden ist, ist ein wachsendes Marktsegment. Vorausschauende Konzeptionen integrieren die speziellen Bedürfnisse und Ansprüche an Komfort und Sicherheit dieser Zielgruppe auch in Spa- und Wellnessbereichen im Sinne eines Universal Designs. Dieser Ansatz verfolgt das Ziel, die Zugänglichkeit für möglichst viele Nutzer zu erreichen. Anstelle von speziellen, separierenden Lösungen, die häufig als stigmatisierend empfunden werden, steht die integrative Nutzung im Vordergrund.

Bewegungsfreiheit braucht Raum

Bereits bei der Konzeption wird das Fundament für die möglichst unauffällige Integration baulicher Lösungen zur Nutzung radgebundener Hilfsmittel (Rollstuhl/Rollator) gelegt. Deshalb definiert die DIN-Norm zum Barrierefreien Bauen - DIN 18040-1 - an dieser Stelle Basisanforderungen:

  • stufenlose Erreichbarkeit aller Bereiche (Gefälle max. 6 %),
  • Türen haben grundsätzlich keine Schwellen und weisen eine lichte Breite von 90cm auf,
  • Mindestbewegungsfläche von 1,50 x 1,50m in jedem Raum, vor jeder Tür und vor min. einem WC, Waschbecken und in einem Duschbereich,
  • alle Bedienelemente (Drücker, Schalter, Armaturen, Schlösser) werden in einer Höhe von 85 bis 105cm eingebaut,
  • Ausstattungen - Spiegel, Fön etc. - und Beschilderungen sind im Hinblick auf eine gute Benutzungs- und Einsehmöglichkeit auch aus sitzender Position angeordnet

Das sichere Bewegen mit und ohne Hilfsmittel wird durch rutschhemmende Bodenbeläge erhöht. Flache Treppeneinstiege mit beidseitigen Handläufen unterstützen den Ein- und Ausstieg ins Becken. Sitzgelegenheiten bzw. Liegen im oder außerhalb des Wassers mit einer Höhe von 46-48cm und Griffen bieten beim Aufstehen und Setzen Komfort.

In Abhängigkeit von der Art und Schwere einer Behinderung können unterschiedliche Ein- und Ausstiegshilfen im Nichtschwimmerbereich die Nutzungsmöglichkeiten auch bei motorischen Einschränkungen in den unteren Extremitäten erhöhen. Die Ausbildung eines Beckenrandes in Rollstuhlsitzhöhe (St. Moritz Rinne in ca. 46-48 cm Höhe) ermöglicht bei ausreichender Kraft in den Armen den eigenständigen Transfer. Die Tiefe von ca. 50 cm, Oberflächengestaltung und ein eventueller Greifrand bzw. Handlauf beeinflusst die gute Nutzungsmöglichkeit. Ist bei Umbauten dieser Lösungsansatz nicht möglich, schaffen treppenartige Behinderteneinstiege unabhängigen Zugang ins Wasser. Zudem ergänzen ortsfeste bzw. mobile Lifter und Wasserrollstühle das Angebot im Beckenbereich. Barrierefreiheit in Umkleiden und Duschbereichen wird durch die Berücksichtigung der Vorgaben der zukünftigen DIN 18040 (siehe Tabelle) realisiert.

SINNvoll - mit allen Sinnen

Werden Beleuchtung, Material und Farbkonzepte gezielt auf eine kontrastreiche Planung (Helligkeit und Farbe) abgestimmt, wird die Orientierung für eine Vielzahl von älteren Menschen deutlich verbessert - insbesondere wenn die Brille bei der Nutzung des SPAs abgelegt wird.

Nicht Speziallösungen mit maximaler Kontrastwirkung, sondern verbesserter Sehkomfort für Alle ist das Ziel.

Die DIN 18040 zum barrierefreien Bauen fordert die alternative Wahrnehmung nach dem ZWEI-SINNE-PRINZIP. Nach diesem müssen Informationen gleichzeitig für zwei der drei Sinne - Sehen, Hören, Tasten - zugänglich sein.

Bei geringem Sehvermögen kann der Einsatz von unterschiedlich strukturierten und/oder farbigen Fliesen, aber auch die Überlaufrinne in die Konzeption einbezogen werden. Gezielt eingesetzte Streifen können zu einem Wegeleitsystem ausgebaut werden, das zu geeigneten Ein- und Ausstiegshilfen führt. Die optisch kontrastierende Abgrenzung des Beckenrandes und Markierungen der Treppenstufen erhöhen die Sicherheit am Poolbereich. Einfache Wiederauffindbarkeit des Schrankes wird durch optische und taktile Kennzeichnung bzw. Gestaltung der Schränke und der Schlüsselanhänger erreicht.

Die Verständigung bei altersbedingtem Hörverlust in den höheren Frequenzen kann beispielsweise durch Wandpaneele oder schallabsorbierende Deckenanteile gezielt verbessert werden. Akustisch optimierte Räume verringern den Störschall und unterstützen den Direktschall insbesondere in Kommunikationszonen.

Prädikat: Barrierefreies Saunieren

Neben einer Türbreite von 90cm im Lichten, der schwellenlosen Zugänglichkeit und einer Bewegungsfläche von mindestens 1,50 x 1,50m bieten folgende Aspekte einen Mehrwert bei motorischen Einschränkungen. Zum einem Sitzhöhen zwischen 46 - 48 cm in der ersten Bankebene und Armlehnen erleichtert setzen, aufstehen und umsetzen vom Rollstuhl. Zum anderen Sitzabtreppungen mit Zwischenstufen (Höhe 20 - 25 cm) und umgreifbare Latten ermöglichen das Erreichen einer höheren Sitzposition - beispielsweise bei geringerer Kraft.

Im Hinblick auf eine ältere Klientel, die wesentlich häufiger unter Bluthochdruck leiden als jüngere, haben sich Saunen mit Temperaturen zwischen 45 und 60 Grad als besonders kreislaufschonend erwiesen.

Eine aktualisierte Tabelle (7/2013) mit der zurzeit gültigen DIN 18040-Teil 1 steht hier zum Download bereit.

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Autorinfo

raumkonzepte

Frau Dipl.-Ing. Ulrike Rau

10969 Berlin

Dipl.-Ing.Ulrike Rau ist selbständige Architektin und engagiert sich in Planung und Forschung.

Neben der Rollstuhlzugänglichkeit hat sich die Autorin zur Aufgabe gemacht, gezielt Licht/ Farbe und akustische/taktile Gestaltungen zur Verbesserung der Raumwahrnehmung einzusetzen.

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