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Vorbauen und umbauen: barrierearm und altersgerechtDrucken

Der Bauherren-Ratgeber mit Checklisten für jeden Wohnbereich unterstützt Sie bei Auswahl, Umbau und Anpassung Ihres individuellen, barrierearmen Alterswohnsitzes.

Vorbauen und umbauen: barrierearm und altersgerecht

Ein Bauherren-Ratgeber des Verbandes privater Bauherren

Sie möchten im Alter selbstbestimmt wohnen? Das geht, wenn Sie rechtzeitig Barrieren abbauen. Barrierearmut heißt aber nicht nur Verzicht auf Stufen! Schließlich sitzt nicht jeder im Rollstuhl. Die Handicaps sind vielfältiger: Sehprobleme, Rheuma, Arthrose, Parkinson, Osteoporose. Betroffene benötigen vor allem hilfreiche Technik.

Leseprobe

Der Schlafraum

Illustration aus dem Kapitel Der Schlafraum: Bleistiftzeichnung von einem Rollstuhlfahrer zwischen Bett und Schrank
Der Schlafraum, Illustration

Schlafzimmer sind nötig, aber sie sind landauf, landab einheitlich gestaltet und nehmen, gemessen am gesamten Wohnraum und am Nutzen, eigentlich zu viel Platz in Anspruch. Schlafräume brauchen viel Grundfläche, schon damit das Doppelbett, die Schrankwand und die Nachttische ihren Platz finden. Dabei ist allerdings auch das bundesdeutsche Durchschnittsschlafzimmer in den vergangenen Jahren auf Mindestmaße geschrumpft. Die für den Rollstuhl nötigen 1,50 mal 1,50 Meter Bewegungsfläche sind dort weder vor den Betten noch vor dem Schrank vorhanden.

Das muss auch im Alltag nicht sein, vorausgesetzt, das Schlafzimmer lässt sich im Bedarfsfall neu und sinnvoll möblieren, wenn etwa Schränke und Betten verschoben oder über Eck gestellt werden können, damit die für den Rollstuhlfahrer nötige Bewegungsfläche freigeräumt wird. Solche alternativen Möblierungsvarianten sollten Bauherren in der Planungsphase auf alle Fälle einmal durchspielen.

Vor vielen Schlafzimmern hängt ein Balkon. Wenn er nicht nur zum Betten- und Kleiderlüften dienen soll, braucht er Tiefe. Wer sein Haus selbst neu plant und baut, der hat die Chance,die für den Rollstuhlfahrer nötigen 1,50 mal 1,50 Meter Bewegungsfläche auch auf dem Balkon vorzusehen. Die Tiefe von 1,50 Metern zahlt sich auch im Alltag nicht behinderter Balkonbenutzer aus: Ein tiefer Balkon ist vielfältiger nutzbar als ein schmaler.

Balkonbrüstungen unterliegen dem Zeitgeschmack. Entschlossen sich viele Bauherren früher für rustikale Hölzer, so sind zurzeit Lochbleche oder Glasverkleidungen modern. Glas hat Vorzüge und Mängel: Es lässt viel Licht ins Zimmer, öffnet aber auch neugierigen Passanten den Blick in die Privatsphäre. Das ist nicht jedermanns Sache und deshalb besser für die

Garten- als für die Straßenfassade geeignet. Ein Kompromiss ist die Aufteilung der Balkonbrüstung: Die unteren 60 Zentimeter dienen als Sichtschutz, die oberen 30 werden durchlässig gestaltet. Das zahlt sich im Alter, bei Krankheit oder Bettlägerigkeit aus, dann genießt der Pflegebedürftige den freien Blick in die Natur, ohne von zudringlichen Blicken gestört zu werden.

Natürlich sollte der Übergang zwischen Zimmer und Balkon möglichst keine Schwellen haben. Das lässt sich bautechnisch nur schwer machen, zumal, wenn der Balkon nicht überdacht und dem Wetter schutzlos ausgeliefert ist. Aber geschickte Fensterbauer reduzieren die Schwellen auf die für Rollstuhlfahrer akzeptablen zwei Zentimeter Höhe.

Da das Schlafzimmer bei längerer Krankheit und Bettlägerigkeit zum Lebensmittelpunkt wird, sollte es technisch gut ausgestattet sein. Das heißt, auch hier sollten Sie ausreichend Steckdosen vorsehen für alle denkbaren technischen Helfer, vom TV-Anschluss über den Hausnotruf, das Telefon bis hin zu Steckdosen zum Anschluss elektrisch verstellbarer Betten. Wichtig ist auch die variable, gute Beleuchtung. Und natürlich sollten sich Rollläden, Fenster und Jalousien gegebenenfalls vom Bett aus fernsteuern lassen.

Checkliste Schlafraum

  • Schlafzimmer ausreichend groß planen, damit Sie notfalls mit neuen Möbeln oder dem Umstellen der Möbel die für den Rollstuhl erforderlichen Bewegungsflächen von 1,50 mal
  • 1,50 Metern vor Bett und Schrank erreichen.
  • Türdurchbrüche in 90 Zentimeter Breite vorsehen. Eventuell Schiebetüren einbauen (brauchen seitlich entsprechend Platz).
  • Falls es einen Balkon gibt, sehen Sie einen schwellenlosen Übergang zwischen Schlafraum und Balkon vor.
  • Balkone vor dem Schlafzimmer mit entsprechender Bewegungsfl äche von mindestens 1,50 mal 1,50 Metern einplanen.
  • Balkonbrüstung eventuell teil- oder ganz verglasen lassen, damit die Bewohner auch aus dem Bett noch nach draußen schauen können.
  • Lichtschalter in 85 Zentimeter Höhe platzieren.
  • Installation zum Beispiel für elektronische Helfer, Fernbedienungen und Kommunikationshilfen vorsehen.
  • Elektrische Rollladenheber einplanen, gegebenenfalls auch elektrische
  • Fensteröffner oder – und dann fürs ganze Haus – eine kontrolliere Be- und Entlüftung.
  • Beschattung vorsehen innen oder außen, am besten ferngesteuert.
  • Schlafzimmerschränke mit Schiebetüren brauchen weniger Platz. Ideal ist ein eigener – auch vom Rollstuhlfahrer benutzbarer – Ankleidebereich mit offenen Regalen.
  • Fußwarme, pflegeleichte und rutschfeste Bodenbeläge wählen.
  • Stabile Möbel wählen, die kippsicher stehen und auf denen sich Kranke abstützen können.

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Frau Dipl.-Ing. Arch. Sonja Hopf

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Inhaltsverzeichnis

  • Einführung
  • Für die Zukunft planen: barrierearm bauen
  • Die Menschen und ihre Handicaps
  • Der Wohnort
  • Die "Seniorenwohnung"
  • Das Grundstück
  • Der Garten
  • Das Haus
  • Wenn Sie noch einmal neu bauen
  • Wenn Sie einen Altbau kaufen möchten
  • Wenn Sie Ihr bisheriges Haus umbauen möchten
  • Der Hauseingang
  • Der Flur
  • Die Treppe
  • Der Treppenlift
  • Die Küche
  • Das Wohnzimmer
  • Der Essbereich
  • Das Badezimmer
  • Der Schlafraum
  • Die Türen
  • Böden und Bodenbeläge
  • Licht, Strom und Haustechnik
  • Elektroplanung

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