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Türen in barrierefreien Wohnungen

Barrierefreie Wohnungseingangstüren, Wohnungstüren, Badezimmertüren, Küchentüren

Barrierefreie Tür von Alumat
Barrierefreie Tür von Alumat

Die Vorgaben der DIN 18040-2 an Türen lassen sich bei einem Gang durch die Wohnung am anschaulichsten erklären.

Der Boden vor der Wohnungseingangstüre

Ein Fußabstreifer vermindert die Verschmutzung. Auf dem Belag kann er – auch bei niederen Bauhöhen - ein Stolpern auslösen, z. B. wenn er sich aufwölbt. Vorteilhaft ist deshalb eine im Bodenbelag versenkte Matte.

Die Wohnungseingangstüre

Die Wohnungseingangstüre besteht aus der Zarge, dem Blatt und der Dichtung. An sie werden mehrere Forderungen gestellt, die wesentlichsten sind:

  • die lichten Durchgangsmaße sind 90 cm in der Breite und 205 cm in der Höhe
  • Brandschutz, er ist im Einfamilienhaus nicht relevant. Im Geschoßwohnungsbau, kann die Behörde in Abhängigkeit von Stockwerkszahl einen Selbstschliessebeschlag fordern. Die Forderung des Brandschutzes wirken sich nicht nur auf die Türkonstruktion sondern auch auf die Wand aus, in welche die Türe eingebaut wird.
  • Schallschutz, er ist durch Einteilung in Schallschutzklassen in der DIN 4109 gesetzlich geregelt und wird durch die VDI Richtlinie 4100 genauer umrissen. Führt die Türe vom Treppenhaus direkt in einen Wohnraum sind höhere Mindestwerte einzuhalten. Der Schallschutz wirkt sich auf die ganze Türkonstruktion - Blatt, Zarge und der Fuge dazwischen - aus. Die Türen sind entsprechend ihrer Klassifizierung geprüft, das Prüfzeichen wird am Blatt verdeckt angebracht. Der Schallschutz ist erst mit der umlaufenden Dichtung gewährleistet. Für die Ausbildung am Boden gibt es im Wesentlichen zwei Ausführungen:
  • 1. Anschlag von maximal 2 cm, hier schlägt das Türblatt mit einer Dichtung gegen eine Schiene oder den Bodenbelag
  • 2. Absenkdichtung, hier wird beim Schließen eine im Blatt verdeckt angeordnete Bürste auf den Belag abgesenkt und so der Schallschutz erzeugt.

Die Ausbildung ist Sache des Planers und ist mit der Türkonstruktion abzustimmen.

  • Klimaklassen, sie sind in der EN 79 geregelt und entsprechend klassifiziert. Die Türkonstruktion hat die Klimaunterschiede im Wesentlichen die Temperaturdifferenz zwischen Treppenhaus und Flur abzuhalten. Eingebürgert hat sich eine Abstufung vom Erdgeschoß mit Klimaklasse II bzw. III zu den Obergeschossen mit Klimaklasse I
  • Einbruchschutz, er wird durch die DIN V EN V 1627-1630 in verschiedene Widerstandsklassen eingeteilt und bezieht sich auf die ganze Türkonstruktion.
  • Ein etwaiger Spion sitzt auf einer Höhe von 1,20 m. Üblich ist eine kleine Linse. Hat diese innen eine Abdeckklappe, so ist von außen nicht erkennbar, ob jemand zu Hause ist. Der Nachteil: wird die Klappe beiseitegeschoben und die Türe nicht geöffnet, so weiß der Besucher, dass er unwillkommen ist. Eine Alternative für den gehobenen Bereich ist es, im Türblatt Kamera und Bildschirm zu installieren. Die Versorgung mit Strom (12 Volt) erfolgt über die Bänder. Es sind Systeme auf dem Markt, die in Türen aller Klimaklassen eingebaut werden können. Beim Einbau ist zu prüfen ob die Forderungen der Zulassungen von Brand- und Schallschutz nicht erlöschen.

Für die Benutzung mit dem Rollstuhl gemäß DIN 18040-2 gilt:

  • sie sind mit einem Selbstschließebeschlag auszustatten. Er sollte mit einem Elektromotor betätigt werden können. Widerstand, Geschwindigkeit und Zeitverzögerung sind einstellbar.
  • Der Drücker sitzt in einer Höhe von 85 cm
  • Auf der Schlossseite müssen mindestens 50 cm, besser sind noch mehr, als Bewegungsfläche frei bleiben.
  • Im Flur eine 1,5m x 1,5 m große Fläche zum bewegen und rangieren des Rollstuhls vorzusehen.

Am Türblatt ist der Sicherheitsbeschlag, außen mit Knauf, innen mit Drücker. Der Bereich um das Schloss sollte, zum schnelleren Erkennen, innen wie außen farblich abgesetzt sein. Ein beleuchteter Ring um die Rosette ermöglicht bei Dunkelheit im Flur die schnelle Orientierung. Das Anbringen eines Knaufzylinders beim Schloss erspart den von vielen Bewohnern aus Sicherheitsgründen geübten Brauch, einen Schlüssel einzustecken. Die Nachteile sind gravierend. Im Notfall muss die Türe aufgebrochen werden, die Zerstörungen an Blatt und Zargen sind beträchtlich. Mit dem Knaufzylinder kann das Schloss verriegelt werden; eine Alternative ist das Einsetzen eines „Hotelbeschlags“. Bei dem kann von außen auch bei innen steckendem Schlüssel das Schloss geöffnet werden.

Barrierefreier Türgriff von FSB
Barrierefreier Türgriff von FSB

Der Türgriff sollte abgerundet sein und sein Ende zum Blatt weisen, dadurch wird die Gefahr des Hängenbleibens bei weiter Kleidung vermindert. Um die Gefahr, des sich Verletzens beim Öffnen zu verringern, ist das Dornmaß – der Abstand von der Schlüsselachse zur Störkante – wichtig. Ist es geringer als 70 mm, so besteht bei Türen in tiefen Leibungen, wie es bei Wohnungseingangstüren immer der Fall ist, die Gefahr sich bei Schließvorgang die Haut des Knöchels aufzureißen.

Ein weiterer Punkt ist zu beachten: die Außenkante des Griffs steht etwa 70 mm vom Türblatt ab. Ist die Türleibung im Rohbau geringer als 12,5 cm, so stößt bei vollem Öffnen auf 90° der Griff gegen die Wand. Bringt man wegen der unschönen Kerben in der Beschichtung oder dem Putz einen Türstopper an, so wird das Einfahren von Rollstühlen oder beladenen Rollatoren erschwert. Ein Öffnen auf mindestens 90° ist aber notwendig, da Rollstühle immer länger sind, als die Türe breit ist. Rollatoren sind zwar kürzer, aber die schiebende oder ziehende Person ist zu berücksichtigen. Ungeeignet sind in der Wohnung Drehgriffe und in das Türblatt eingelassene Griffe.

Wohnungstüren

Für alle Türen in der Wohnung gilt: Die Durchgangslichte wird bei altersgerechten bzw. barrierefreien Wohnungen mit 80 cm, die Durchgangshöhe mit 205 cm vorgegeben

Falls der Flur über die Türe indirekt Tageslicht erhalten soll, so gilt: Ganzglastüren und großflächig verglaste Türen müssen durch Markierungen sicher erkennbar sein. Die Markierungen sollten:

  • über die gesamte Glasbreite reichen;
  • visuell stark kontrastierend sein;
  • einen Wechselkontrast enthalten, um wechselnde Lichtverhältnisse im Hintergrund zu berücksichtigen;
  • in einer Höhe von 40 cm bis 70 cm und von 120 cm bis 160 cm über OFF angeordnet werden.
  • Das Glas sollte ein Sicherheitsglas sein, damit bei einem Sturz dagegen keine schweren Schnittverletzungen entstehen können

Sonderfall Badezimmertüre

Für rollstuhlgeeignete Bäder gibt es noch andere Forderungen:

  • So hat die Türe nach außen aufzugehen, da eine im Bad gestürzte Person ein nach innen Aufschlagen verhindern würde. Auf Grund dieser Forderung kann es sinnvoll sein, den Drehbereich im Flur farblich abzusetzen.
  • Der Drücker muss 85 cm über dem Fußboden sein.
  • Der Beschlag an der Türe muss von außen leicht zu öffnen sein.
  • Da im Bad zeitweise stark feuchte Luft vorherrscht und der Flur meist kälter ist, muss die Innenseite nässeabweisend beschichtet werden.
  • Der Griff des Fensters muss zwischen 85 und 105 cm über dem Boden sitzen.
  • Hilfreich ist eine mechanische Abluft zur Unterstützung, auch bei Bädern mit Fenstern. Der Bewohner wird das Fenster nicht unbedingt während der Nutzung öffnen wollen. Zu beachten sind dann die Öffnungen für Zuluft. Hierfür hat beim Neubau der Architekt mit einem Lüftungskonzept Sorge zu tragen.

Sonderfall Küchentüre

Bei der Durchgangsbreite von mindestens 80 cm sollte bedacht werden, dass der Bewohner meist übervolle Tragtaschen in den Händen hält und diese ungern im Flur abstellt. Falls der Flur über die Türe indirekt Tageslicht erhalten soll, so gilt das bei der Zimmertüre gesagte. Die Lüftung fließt beim Lüftungskonzept mit ein, es ist zu berücksichtigen:

  • die Küchenluft sollte nicht in die anderen Räume gelangen
  • Wrasenabzüge (fetthaltige Luft) gehören zum Standard

beides erfordert, wie beim Bad, Nachströmöffnungen für die Zuluft.

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Autorinfo

Herr
Günter Kohlbecker

80992 München

Zum Autor

Günter Kohlbecker ist selbstständiger Bauingenieur und Autor von Fachbüchern des Bereichs Bauwesen mit Schwerpunkt Wohnungsbau und Bauen im Bestand. Im November 2011 erschien im Fraunhofer IRB Verlag von ihm das Buch Barrierefreiheit im Bestand.

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