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Ambient Assisted Living (AAL)

Ambient Assisted Living (AAL) - Assistenzsysteme im Dienste des älteren Menschen, oder: Altersgerechte Assistenzsysteme für ein gesundes und unabhängiges Leben

Roboter Ri-Man vom Forschungsinstitut Riken, Japan
der künstliche Altenpfleger: Riken Ri-Man
Pressefoto Riken, Japan

Die Demografie prognostiziert eine zunehmende Veralterung unserer Gesellschaft. Diese so genannten "alten Menschen" bilden ökonomisch betrachtet einen Zukunftsmarkt und sind damit der Motor für künftige Arbeitsplätze und hohe Geschäftsumsätze in der Wirtschaft. Es geht darum, möglichst vielen "Alten" ein langes Leben in den eigenen Wänden zu ermöglichen - mit altersgerechten Assistenzsystemen für ein gesundes und unabhängiges Leben.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der das Alter und die Individualisierung gegenüber der Jugend und Gemeinschaft immer stärker werden. Anders formuliert: In Deutschland werden die Menschen immer älter aber auch einsamer. Schon 2035 werden wir eine der ältesten Bevölkerungen weltweit haben, mehr als die Hälfte der hier Lebenden ist dann mindestens 50 Jahre alt, jeder Dritte sogar schon über 60.

Wer sich frühzeitig mit seinen Produkten und Dienstleistungen auf diesen Zukunftsmarkt einstellt, wird den demographischen Wandel also mit Sicherheit für sich auch ökonomisch nutzbar machen. Es gilt, die Wünsche und Bedürfnisse der älteren Generation mit dem Angebot des Marktes in Einklang zu bringen.

Das hat auch die Politik in Europa erkannt und mit den "Ambient Assisted Living Joint Programmen" (AAL - JP) im Jahr 2007 die entsprechende Forschung ins Leben gerufen, die nun seit 2008 bis 2013 läuft und flächendeckend von den nationalen Regierungen unterstützt wird. In Deutschland ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die federführende Institution, die im Moment insgesamt 18 Projekte mit rund 50 Millionen Euro fördert.

Ausgehend vom zentralen Lebensumfeld der älteren Menschen, nämlich der eigenen Wohnung, in der sie möglichst lang und selbständig zu Hause leben können sollen, stellt sich die Frage einer entsprechenden Umgestaltung: Was sind altersgerechte Assistenzsysteme auf der Basis von moderner Mikrosystem- und Kommunikationstechnologie? Angefangen bei telemedizinischen Lösungen über technische Hilfen, die einen Teil der Hausarbeit übernehmen bis zu Kommunikationsmethoden, die eine leichte Pflege des sozialen Netzwerkes ermöglichen, ist hier sehr viel denk- und machbar.

Was haben Sie als Planer oder Investor von AAL?

Wie können nun Architekten & Planer, Wohnungsbaugesellschaften, Investoren und beispielsweise Entscheidungsträger in Pflegediensten von AAL profitieren? Axel Sigmund, Berater bei der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung aktiv unterstützt, hebt folgende drei Möglichkeiten hervor:

  1. Bereits laufende Forschungsprojekte, die schon über entsprechendes Know-How verfügen, über deren Koordinatoren kontaktieren, um daran zu partizipieren und gegebenenfalls bei der Umsetzung beteiligt zu werden.
  2. Über gerade geplante oder erst auszuschreibende Projekte informieren und dann prüfen, ob es vielleicht Sinn macht, daran selbst teilzunehmen beziehungsweise mit einem Teilnehmer entsprechend zu kooperieren. Derzeit läuft beispielsweise noch bis zum 15.02.2011 die Ausschreibung für das Projekt "Mobil bis ins hohe Alter - nahtlose Mobilitätsketten zur Beseitigung, Umgehung und Überwindung von Barrieren".
  3. Selbstverständlich kann man sich auch auf der europäischen Ebene nach Projekten außerhalb Deutschlands informieren.

Das Marktpotezial von Ambient Assisted Living

Für viele Bereiche von AAL gibt es bereits Zahlen, die das Potenzial gut skizzieren. Eine kurze Auswahl sei auch hier präsentiert:

  • Derzeit gibt es laut Statistischem Bundesamt in Deutschland etwa 38,2 Millionen Wohnungen mit rund 170 Millionen Räumen. In Berlin ist bereits heute jeder zweite Haushalt eine Single-Wohnung. Der Trend dazu zeichnet sich bundesweit ab.
  • Bei etwa einem Drittel der älteren Menschen besteht derzeit ein Interesse an wohnbegleitenden Dienstleistungen wie Notruf, Pflege, Putz-/Haushaltshilfe, Mahlzeiten und Einkauf.
  • In Deutschland gab es 2004 etwa zwei Millionen Pflegebedürftige. Die Kosten haben sich seit 1997 auf 17,6 Milliarden Euro quasi verdoppelt (Quelle: BMBF, 01.10.2004). Bei Einführung der Pflegeversicherung kostete ein Heimplatz 1.800 DM, 2006 bereits 4.000 Euro. Gleichzeitig sank der Lohn im Schnitt um 30 Prozent auf 850 Euro netto.
  • Nach Angaben des Alzheimer Forschung Initiative e. V. gibt es in Deutschland über 250.000 Parkinson-Kranke. Die meisten davon sind über 50. Die Erkrankung führt bei 40 Prozent der Erkrankten zur Demenz. Außerdem gibt es mehr als eine Million Alzheimer-Patienten. Das Risiko, daran zu erkranken, verdoppelt sich ab dem 65. Lebensjahr alle fünf Jahre.
  • Nach Frost & Sullivan wurden in den USA im telemedizinischen Bereich Umsatzsteigerungen von 131,2 Millionen US-Dollar im Jahr 2001 auf 345,2 Millionen US-Dollar im Jahr 2008 prognostiziert. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 14,8 Prozent. Das Gesamtpotential des Marktes wird auf 20 Milliarden Dollar geschätzt. Der deutsche Markt für Telemedizinprodukte wuchs bis zum Jahr 2007 von 146 Millionen Euro auf etwa 340 Millionen Euro. In Europa wird bis 2011 ein Wachstum von durchschnittlich 42 Prozent pro Jahr erwartet (Frost & Sullivan 2004).

Auch die KfW-Bank bietet mit ihrem Förderprogramm "Altersgerecht Umbauen" ein passendes Förderprogramm

Allein im ersten Halbjahr 2010 hat die KfW-Bankengruppe altersgerechte Umbauten mit 100 Millionen Euro gefördert. Nach Informationen von der stellvertretenden Pressesprecherin Eske Ennen leben dennoch bisher erst etwa fünf Prozent aller älteren Menschen in altersgerechten Wohnungen. Nach welchen Regeln die KfW entsprechende Umbaumaßnahmen mitfinanziert, lesen Sie bei Nullbarriere.de in dem Artikel

Altersgerecht Umbauen Kredit KfW 159.

Autorinfo

Logo: Helmut Schäfer

Helmut Schäfer
Redaktion nullbarriere.de

10249 Berlin

Zusatzinfo

Die Zahl der über 80-Jährigen wird sich von heute 3,7 Millionen bis zum Jahr 2050 auf gut zehn Millionen Menschen etwa verdreifachen.

93 Prozent der über 65-Jährigen leben in ihrer angestammten Wohnung und wollen nicht in ein Heim.

Tipps

Umfeldsteuerung

UmfeldsteuerungHilfreich bei Schwerhörigkeit oder Sehschwäche, ideal in lauten Werkstätten oder in der Küche, in großen oder gut schallisolierten Häusern oder einfach dann, wenn Sie gerade im Obergeschoss sind und trotzdem Ihr Telefon oder die Klingel im Erdgeschoss hören wollen.

Zugangskontrollsystem

ZugangskontrollsystemElektronische Zugangskontroll- systeme für Innentüren, Außentüren für den barrierefreien Zugang von Gebäuden

Türantrieb

Türantriebder Eingangstür kann durch Handsender, Smartphone, Codetastatur oder mittels Fingerprint angesteuert werden.

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AAL, HausnotrufSensorbasiertes Assistenzsystem für erhöhte Sicherheit im Wohnbereich

Hausnotrufsystem

Hausnotrufsystem Hausnotrufsystem mit Wechsel­sprech­anlage für schnelle Hilfe im Notfall.

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Mobiler NotrufNotruf mit Sprechanlage und Ortungssystem

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