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Aufzüge innerhalb der KfW-Förderprogramme 233 und 234

Förderprogramme für Fördersysteme

Die KfW-Förderprogramme 233 und 234

Die KfW-Bankengruppe fördert mit ihren Förderprogrammen 233 und 234 die "barrierearme Stadt". Ab dem 1. September 2012 werden Maßnahmen zum alters- und familiengerechten Umbau der kommunalen Infrastruktur mit zinsgünstigen Krediten unterstützt. Hintergrund ist der demographische und soziale Wandel und die Erkenntnis, dass eine barrierefreie Stadt nicht nur Menschen in Rollstühlen zugutekommt, sondern allen Menschen.

Bisher gibt es bereits das KfW-Programm 159, welches das altersgerechte Umbauen von privaten Wohnungen und Gebäuden fördert. Mit den Förderprogrammen 233 und 234 werden nun auch Barriere reduzierende Maßnahmen in öffentlichen Gebäuden unterstützt. Das beinhaltet u.a. die vertikale Erschließung und Überwindung von Niveauunterschieden. Dazu gehören die Nachrüstung oder Verbesserung von mechanischen Fördersystemen (Aufzüge, Lifter, Hebebühnen) als Anbauten oder Einbauten, die die technischen Anforderungen der DIN 18040-1 erfüllen.

Technische Anforderungen entsprechend DIN 18040-1 und DIN EN 81-70

Laut der DIN 18040-1 dürfen gegenüber von Aufzugstüren "keine abwärts führenden Treppen angeordnet werden. Sind sie dort unvermeidbar, muss ihr Abstand mindestens 300 cm betragen. Vor den Aufzugstüren ist eine Bewegungs- und Wartefläche von mindestens 150 cm × 150 cm zu berücksichtigen. Bei einer Überlagerung dieser Fläche mit anderen Verkehrsflächen muss ein Passieren des wartenden Rollstuhlnutzers möglich sein. Dies wird z. B. erreicht durch eine zusätzlich anzuordnende Durchgangsbreite von 90 cm."

Die Aufzüge, die unter die DIN 18040-1 fallen, müssen mindestens dem Aufzugstyp 2 nach DIN EN 81-70 entsprechen: "Typ 2 ermöglicht den Zugang für Personen, die einen Rollstuhl nach EN 12183 oder einen elektrisch angetriebenen Rollstuhl der Klassen A oder B nach EN 12184 benutzen.
Rollstühle der Klasse B sind für den Einsatz in Innenbereichen vorgesehen und in der Lage, auch einige Hindernisse in Außenbereichen zu überwinden."

Anforderungen an Last, Größe, Zugänglichkeit und Befehlsgeber

Aufzugstyp 2 ist für eine Lastaufnahme bis 630 kg geeignet, die Fahrkorbbreite mindestens 1100 mm und die Fahrkorbtiefe mindestens 1400 mm. Der Fahrkorb muss zugänglich sein für einen Rollstuhlbenutzer mit einer Begleitperson. Weiterhin muss die lichte Zugangsbreite mindestens 900 mm betragen und die "Fahrkorb- und Schachttüren müssen als waagerecht bewegte selbsttätig kraftbetätigte Schiebetüren ausgeführt sein".

Aufzugstyp 3 ist für eine Lastaufnahme bis 1275 kg bzw. für 1 Rollstuhlbenutzer und weitere Personen geeignet. Die Fahrkorbbreite beträgt mindestens 2000 mm und die Fahrkorbtiefe mindestens 1400 mm. Hier kann ein Rollstuhl der Klasse A oder B oder der Rollator wenden. Geeignet für Rollstühle nach EN 12183 oder elektrisch angetriebene Rollstühle der Klassen A, B oder C nach EN 12184.
Rollstühle der Klasse C eignen sich vorrangig für den Straßenverkehr und zur Überwindung längerer Strecken.

Auch bezüglich der Befehlsgeber im Fahrkorb und in den Haltestellen gibt es konkrete Anforderungen, die in der EN 81-70 festgelegt sind, wie z.B.: "Bei Einzelaufzügen müssen Befehlsgeber in den Haltestellen in unmittelbarer Nähe der Schachttüren eingebaut werden." Weiterhin muss die Mindesthöhe vom Fußboden zur Mittellinie von Befehlsgebern im Fahrkorb und in der Haltestelle 900 mm betragen.

Zeitnah informieren

Interessenten, die die Förderprogramme 233 und 234 der KfW für den Ein- oder Anbau von Aufzügen in Anspruch nehmen wollen, sollten sich dementsprechend bei den Herstellern von Aufzügen informieren. Denn gefördert werden nur Aufzüge, die die genannten technischen Anforderungen erfüllen.

Tipp, Ausnahme 1-2 Etagen Höhendifferenz, geringe Besucheranzahl

Was für einen Aufzug kann man bei kleinen Schulen, Kindergärten, Bibliotheken, Veranstaltungs- und Sportstätten mit geringer Höhendifferenz und geringer Besucheranzahl einbauen?

Aufzüge mit einer Traglast von 630 kg können bis 8 Personen befördern.

Es wäre abzuklären, wie die Nutzung für einen Behindertenaufzug bis 400 kg Traglast aussieht:

Das max. Gewicht des E-Rollstuhls mit Person wird in der Norm EN 12184 mit 330 kg angegeben. Ein E-Rollstuhlfahrer benötigt in der Regel keine Begleitperson. Behindertenaufzüge können bis 400 kg Traglast aufnehmen. Die Kostendifferenz liegt bei 2 Etagen bei ca 30.000 EUR.

Telefonische Beratung zu den Förderprogrammen der KfW unter 030 202 64-55 55 (Herr Gatz).

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Autorinfo

Logo: Herr Sören Theussig, M.A.

Herr
Sören Theussig, M.A.

10317 Berlin

Zusatzinfo

DIN EN 81-70:

  • Aufzugstyp 2 und 3
  • Rollstuhlgerechte Kabinen- und Türmaße
  • waagerecht bewegte selbsttätig kraftbetätigte Schiebetüren
  • behindertengerechte Ausstattungen wie z.B. Lichtvorhang (erkennt Personen und Hindernisse im Türbereich und verhindert Türschließen), längere Türöffnungszeiten, Sprachansage, rollstuhlgerechtes horizontale Befehlgeber

Rollstühle nach EN 12183

Klasse A Rollstühle mit Muskelkraftantrieb, Greifreifenrollstühle für den Innenraum

Rollstühle nach EN 12184

  • Elektrorollstühle mit einer Höchstgeschwindigkeit von 15 km/h
  • Rollstühle mit Muskelkraftantrieb und zusätzlich angebauten Antriebseinheiten
  • Elektromobile mit drei oder mehr Rädern

Klasse B Rollstühle für innen und außen

Klasse C Rollstühle für außen

Rollstühle für besondere Verwendungszwecke wie Sportrollstühle, kundenspezifische, nach Maß gefertigte Rollstühle, mit Greifreifen betätigte Rollstühle mit elektrischer Zusatzeinrichtung oder Bürostühle mit Motorantrieb werden in diesen Normen nur zum Teil oder gar nicht berücksichtigt.

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