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Rampen, Treppen, Aufzüge

Rampen, Treppen, Aufzüge

Unterschiedliche Möglichkeiten der Überwindung von Höhenunterschieden

Die barrierefreie Überwindung von Höhenunterschieden erfordert oft erheblichen baulichen Aufwand.

Treppen sind für blinde und sehbehinderte Menschen zwar gut zu nutzen, für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator aber ein meist unüberwindliches Hindernis.

Die komfortabelste Lösung für alle ist der Aufzug. Mit ihm lassen sich auch große Höhenunterschiede bequem überwinden. Voraussetzung ist, dass der Zugang ausreichend breit und die Kabine ausreichend groß ist (DIN 18040-1 Aufzug). Wenn Blinde den Aufzug nutzen sollen, müssen sie durch Bodenindikatoren zum Anforderungsknopf geführt werden, nicht - wie oft zu sehen - zur Tür.

Aufzugsanlagen sind beim Einbau wie in der Unterhaltung teuer, im Betrieb anfällig - anfällig vor allem dann, wenn sie im öffentlichen Raum frei zugänglich sind und stark frequentiert werden. Zu beobachten ist das oft an Bahnhöfen: Aufzüge fallen häufig aus, und eine Reparatur lässt auf sich warten. Wenn sie die einzig nutzbare Verbindung sind, werden komplexe Wegeketten für Rollstuhlfahrer unterbrochen. Rampen sind dann die zuverlässigere Lösung.

Foto: Die Rampe mit 6 % Neigung und Zwischenpodesten erfordert eine große Länge. Das Geländer wird teilweise von angeschlossenen Rädern blockiert.
Die Rampe mit 6 % Neigung und Zwischenpodesten erfordert eine große Länge. Das Geländer wird teilweise von angeschlossenen Rädern blockiert.

Als barrierefrei gelten Rampen nur bis zu einer Neigung von 6 % (DIN 18040-1 Rampen). Alle 6 m ist ein Zwischenpodest erforderlich mit einer Tiefe von mindestens 1,50 m. Eine Querneigung ist nicht zulässig, damit der Rollstuhlfahrer nicht abdriftet. Im Außenraum muss die Entwässerung gewährleistet werden, dazu kann auch das Zwischenpodest eine Längsneigung haben, aber unter 3 % (sonst gilt das Zwischenpodest als Rampe). Rampenbreite, Handläufe und Radabweiser sind in der DIN 18040 ausführlich beschrieben und geregelt.

Bei größeren Höhenunterschieden benötigen Rampenanlagen sehr viel Platz. Um eine Geschosshöhe zu überwinden, sind ca. 60 m Rampenlänge erforderlich, bei Unterführungen mit stärkeren Deckenkonstruktionen entsprechend mehr. Wenn eine Wegebeziehung sehr stark genutzt wird, kann es sinnvoll sein, Aufzug und Rampe vorzusehen. Dann kann die Rampe ggf. auch etwas steiler sein (bis maximal 10 %), d.h. aber, sie ist nicht vollständig barrierefrei. Die barrierefreie Wegekette ist aber bereits durch den Aufzug geschlossen. Trotzdem werden bei Ausfall des Aufzugs gut ausgestattete Rollstuhlfahrer die Rampe noch nutzen können. In anderen Ländern, z.B. Österreich, gelten solche Rampen im Ausnahmefall durchaus als barrierefrei.

Auch wenn nicht alle Menschen Treppen nutzen können, bleiben sie für die meisten, die motorisch eingeschränkt oder blind bzw. sehbehindert sind, die wichtigste, zuverlässigste und kürzeste Verbindung unterschiedlicher Ebenen.

Foto: Treppenanlage mit Kontraststreifen an der obersten und untersten Stufe des Treppenlaufes
Treppenanlage mit Kontraststreifen an der obersten und untersten Stufe des Treppenlaufes
Foto: Ein Noppenfeld warnt vor Sturzgefahr an den auslaufenden Stufen rechts. Alle Stufen haben gelbe Kontraststreifen.
Ein Noppenfeld warnt vor Sturzgefahr an den auslaufenden Stufen rechts. Alle Stufen haben gelbe Kontraststreifen.

Damit Treppen gut nutzbar sind, sollten die Läufe möglichst grade sein, Geländer mindestens 30 cm über das Laufende hinausführen. Trittstufen sollten nicht über die Setzstufen hinausragen und zumindest an der obersten und untersten Stufe muss ein kontrastreicher Markierungsstreifen auf Beginn und Ende der Treppe hinweisen (DIN 18040-1 Treppen).

Blinde und Sehbehinderte sollten vor dem oberen Ende vor der Absturzgefahr durch Bodenindikatoren gewarnt und bei breiteren Treppen zu den Handläufen geführt werden (siehe DIN 32984, Kap. 5.7).

Viele Blinde und Sehbehinderte nutzen auch Rolltreppen, dies ist allerdings nur gefahrlos möglich, wenn die Treppen nicht die Laufrichtung wechseln. Um die Nutzung zu erleichtern, werden Blinde und Sehbehinderte am besten durch Bodenindikatoren an den Handlauf zwischen der Rolltreppe und der begleitenden festen Treppe geführt (siehe DIN 32984, Kap. 5.7.3).

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Autorinfo

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Herr Dipl.-Ing. Arch.
Bernhard Kohaupt

60489 Frankfurt

Beratung, Planung, Seminare, Vorträge und Schulungen Schwerpunkt ist die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum: Gehwege, Wegenetze, Querungsstellen, Haltestellen, Bodenindikatoren, Treppen und Rampen

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