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DIN 18040-2 Bad, WC

DIN 18040-2: Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen - Teil 2: Wohnungen

Sanitärräume

Dusche oder alternativ Badewanne
Grundriss Bad

Bad

Drehflügeltüren dürfen nicht in Bäder/ Sanitärräume schlagen. Nur so kann das Blockieren der Tür verhindert werden. Türen müssen von außen entriegelt werden können.

Die Wände von Sanitärräumen müssen bauseits so ausgebildet werden, dass sie bei Bedarf mit senkrechten und waagerechten Stützgriffen und/oder Haltegriffen neben dem WC-Becken sowie im Bereich der Dusche und der Badewanne nachgerüstet werden können. Ausstattungselemente sollten sich visuell kontrastreich von ihrer Umgebung abheben.

Das Bad ist vorzugsweise so zu planen, dass der Bewohner zwischen stufenlos begeh- und befahrbarer Dusche oder Badewanne wählen kann. Das Besteigen einer Badewanne ist oft unmöglich, sehr beschwerlich, eine Unfallgefahr oder erfordert zusätzliche Hilfsmittel (z. B. Lifter). Das Duschen ist für behinderte Menschen einfacher und sicherer, die Sauberhaltung ist weniger beschwerlich.

Badewannen sind, z.B. für therapeutische Zwecke notwendig. Die Liegebadewanne mit Tür ermöglicht selbständig und unabhängig ein wohliges Vollbad in Liegeposition zu nehmen.

Armaturen sind vorzugsweise als Einhebelarmaturen mit schwenkbaren Auslauf und einer verlängerten Hebellänge zu wählen. Bei einer berührungslosen Armatur ist eine Temperaturbegrenzung erforderlich.

Dusche

Der Duschplatz muss stufenlos begehbar sein. Im Duschbereich sind rutschhemmende Bodenbeläge nach GUV-I 8527, Bewertungsgruppe B zu verwenden. Heutige Rinnensysteme erlauben auf die in der DIN genannten Absenkung von maximal 2 cm zu verzichten. Ein größerer Fußbodeneinlauf ist aber in jedem Fall angebracht.
Bodengleiche, barrierefreie Duschen sind in öffentlichen und gewerblich genutzten Räumen längst selbstverständlich. In Sanitärräumen von Hotels, Sportstätten, Krankenhäusern oder Heimen sind sie Standard. Duschen "ohne Barrieren" sollte auch im privaten Wohnungsbau Einzug halten.

Die niveaugleiche Dusche erfordert, insbesondere bei Umbauten im Bestand, Führungen der Entwässerungsleitungen unterhalb der Geschossdecke und den Einbau abgehängter Decken. Eine alternative Lösung bietet eine Membran-Duschwasserpumpe.

Ist ein Duschsitz erforderlich, sollte dieser hochklappbare Armlehnen (und eine Rückenlehne) haben. Alternativ wird oft ein Duschstuhl mit Rückenlehne und Armstützen gewählt, er erlaubt die Mehrfachnutzung.

Grundriss Familienbad

Familienbad

Den größten Komfort bietet die gleichzeitige Anordnung von Dusche und Badewanne. Der Mehrbedarf an Fläche beträgt in den gewählten Beispielen gerade einmal 0.85 qm.

Im Fachbuch BauStandard BarriereFreiheit Zusatzkapitel Familienbäder finden Sie 100 Grundriss-Varianten oder 58 Abbildungen, um vorhandenen Raum möglichst behindertengerecht umzurüsten, barrierefreie und rollstuhlgerechte Familienbäder zu errichten, eine umfangreiche Planungs-Checkliste und bedarfsgerechte Ausstattungshinweise.

Waschtisch

Beinfreiraum, Unterfahrbarkeit Waschbecken
Maße Beinfreiraum am Waschtisch

Waschtische für Rollstuhlnutzer müssen unterfahrbar sein. Sie sind mit einem größeren "Beinfreiraum" zu versehen als für übrige Nutzer, die auf einen Stuhl zur Körperpflege angewiesen sind. Der Spiegel (Höhe ≥ 100 cm) ist unmittelbar über dem Waschtisch anzubringen. Ein Handtuchhalter sollte die Funktion des Haltegriffs/ Stützgriffs mit übernehmen.

Ideal ist eine Ablagefläche am Waschbecken.

Um möglichst dicht an das Waschbecken heranfahren zu können ist bei der Wahl des Rollstuhls auf die Armlehnenhöhe zu achten, welche abhängig von der Sitzhöhe ist. Am besten eignen sich Rollstühle mit abgeschrägten Armlehnen. Von Vorteil sind höhenverstellbare Waschbecken.

WC, Toilette

Skizze Rollifahrer-Bewegungsfläche am WC
einseitige Bewegungsfläche für Rollifahrer am WC

Die Bewegungsfläche vor dem WC beträgt 120 x 120 cm. Größer ist die Bewegungsfläche für Rollifahrer. Aber alleine mit der Bewegungsfläche von 150 x 150 cm ist die Anordnung des WC im Raum noch nicht geklärt, zumal jede Flächenvergrößerung auch kostenintensiv ist.

Die Anordnung des WC im Sanitärraum

WC Anfahrt parallel

Unsere Besucherumfrage zum Nutzungsverhalten im Rolli-WC zeigt verschiedene Arten des Heranfahrens an das WC. Dabei wird die Frage gestellt, welches Heranfahren der Rollstuhlbenutzer beherrscht, welches er bevorzugt und was er tatsächlich zu Hause nutzt.

Besucherumfrage WC


Im Eigenheim mit einem Benutzer ist die vorherige Absprache möglich. Im Geschosswohnungsbau mit mehreren Wohnungen und unbekannten Mietern, sollte man so planen, dass beide Varianten, von links oder von rechts angeordnet werden können (s.o.).

Rollstühle haben unterschiedliche Sitzhöhen. Die Differenz kann bis zu 10 cm betragen. Nicht jedes Sanitätshaus stellt die optimale Höhe für den Benutzer ein, um leicht auf das WC zu wechseln. Strittig ist deshalb die Höhe von 46-48 cm des WC-Beckens inkl. Sitz. Kleine Rollstuhlfahrer klagen über zu hohe WC-Becken wegen fehlenden Bodenkontaktes. Eine Abstimmung mit dem Benutzer ist von Vorteil.

In öffentlichen Toiletten oder in z.B. "Betreutem Wohnen" mit mehreren Benutzer kann eine höhenverstellbare Toilette Abhilfe schaffen. Sie erleichtert auch das kurzzeitige Aufstehen.

Der seitliche Abstand zur Wand oder zu anderen Sanitärobjekten beträgt mindestens 20 cm, für Rollstuhlfahrer beträgt er auf einer Seite mindestens 90 cm und auf der anderen Seite 30 cm.

Griffe und Bedienelemente:

Stützklappgriffe (s.Skizze) möglichst mit Feder sind auf jeder Seite des WC-Beckens zu montieren (keine Winkelgriffe). Die Oberkante über der Sitzhöhe beträgt 28 cm.

Eine Rückenstütze, nicht der Wc-Deckel!, ist 55 cm hinter der Vorderkante des WC-Beckens anzuordnen. Toilettenpapierhalter und Spülung müssen mit der Hand oder dem Arm bedienbar und erreichbar sein. Es kann auch eine berührungslose Spülung verwendet werden.

Maße von Sanitärobjekten, Bewegungsflächen und Abständen

Für Menschen mit motorischen Einschränkungen und Rollstuhlnutzer und für sehbehinderte Menschen gelten höhere Abstandsflächen und Bewegungsflächen.

Bewegungsflächen dürfen sich überlagern.

Vergleich VDI 6000-1 Sanitärräume für Wohnungen, Sanitärräume DIN 18040-2: Wohnungen, zzgl. Kindermaße

Tabelle Maße von Sanitärobjekten, Bewegungsflächen und Abständen (Alle Maße in cm)
Sanitärobjekte, Bewegungsflächen Einzelwaschtisch Doppelwaschtisch Einbauwaschtisch mit einem Becken Einbauwaschtisch mit zwei Becken Handwaschbecken Sitzwaschbecken (Bidet) Klosettb. Spülung vor der Wand Klosettb. Spülung für Wandeinbau Urinalbecken Duschwanne/ Duschplatz Badewanne Waschmaschine/ Trockner Aussgussbecken Spüle (einfach-/Doppelsp.)
Kurzbezeichnung WT DWT EWT EDWT HWB SW WCa WCu UR DU BW WM/TR AB SP
Empfohlene Maße von Sanitärobjekten                            
Breite b 60 120 70 140 45 40 40 40 40 80 170
160
60 50 90
120
DIN 18040-2 60 120 70   45   40 40   120 170
160
60 50 90
120
DIN 18040-2 R 60
75
      45   40 40   150 170
160
60 50 90
120
Tiefe t 55 55 60 60 35 60 75 60 40 80 75 60 40 60
DIN 18040-2 55 55 60 60 35 60 75 60 40 120 75 60 40 60
DIN 18040-2 R 55
60
      45
50
  70 70   150 75 60 40 60
Mindest-Bewegungsflächen                            
Breite B 90 150 90 150 70 80 80 80 60 80
701)
90 90 80 90
120
DIN 18040-2 120 195 120 195 120   120 120 120 120 120 120 120 120
DIN 18040-2 R 150       150   150 150   150 150 150 150 150
Tiefe T 55 55 60 60 55 60 75 60 60 80 75 60 40 60
DIN 18040-2 120 195 120 195 120   120 120 120 120 120 120 120 120
DIN 18040-2 R 150       150   150 150   150 150 150 150 150
Kinder, 3-15 Jahre 55 55 60 60 45   60 60 60 75 75 90 55 120
Bei gegenüberliegender Anordnung von Sanitärobjekten, Wänden und Stellflächen ist ein Abstand von 75 cm vorzusehen.
Montagehöhe über OKFFB 85
90
85
90
85
90
85
90
85
90
422) 422) 422) 65       65 85
90
Montagehöhe
DIN 18040-2 R
80 80 80 80 80   46
48
46
48
        65 85
90
Kinder, 3-15 Jahre 55
85
55
85
55
85
55
85
55
85
  352)
422)
352)
422)
50
57
      55
85
 
Minimale seitliche Abstände a zu anderen Sanitärobjekten, Wänden und Stellflächen
WT           25 20 20 20 20 20 20    
DWT           25 20 20 20 20 20 20    
EWT/EDWT           25 20 20 20 15 15 20    
HWB           25 20 20 20 20 20 20    
SW 25 25 25 25 25   25 25 25 25 25 25    
WCa/WCu 20 20 20 20 20 25     20 20 20 20    
UR 20 20 20 20 20 25 20 20   20 20 20    
DU 20 20 15 15 20 25 20 20 20     3    
BW 20 20 15 15 20 25 20 20 20     3    
WM/TR 20 20 15 15 20 25 20 20 20 3 3      
Wand 20 20     20 25 20
253)
20
253)
20
253)
    20 20
253)
 
Türbereich Abstand zu Türöffnungen/Türlaibungen mind. 10 cm

1) bei Eckeinstieg    2) Oberkante Keramik bei wandhängender Ausführung   3) bei Wänden auf beiden Seiten
OKFFB = Oberkante Fertigfußboden

Sanitärräume Wohnungen

Richtlinie VDI 6000 Blatt 1

[Auszug]

Ausstattungsbedarf

Der Ausstattungsbedarf in Sanitärräumen hängt von der Anzahl der Personen sowie von dem Ausstattungsstandard ab.

In Wohnungen für mehrere Personen ist die Anordnung eines separaten WCs, getrennt vom Badezimmer, zweckmäßig. Bei mehr als drei Personen ist ein zusätzlicher Waschtisch oder ein Doppelwaschtisch empfehlenswert.

Im Wohnbereich eines Rollstuhlbenutzers ist ab drei Personen, wegen der möglicherweise längeren Verweildauer von Rollstuhlbenutzern im Bad, eine gesonderte Toilette mit Waschtisch vorzusehen.

Beispielgrundrisse siehe auch: VDI 6000 Blatt 1

Tipps

Mobile Hilfen

Mobile HilfenHalterungen, Spritzschutz, Therapiehilfen

Griffe im Bad

Griffe im Badhohe Designqualität für ästhetische Anforderungen

Badausstattung

BadausstattungWaschtisch-Lifter, Waschtisch, WC-Lifter, WC-Sitz, Stützklappgriff, Duschsitz, Haltegriff

Dusch-WC, Bidet

Dusch-WC, BidetKombination von WC und Bidet für zu Hause, betreutes Wohnen, Pflegeheim, Krankenhaus ...

höhenverstellbares WC

höhenverstellbares WCDie Höhe kann individuell in belastetem Zustand verstellt werden.

WC-Lifter

WC-Lifterelektrisch und manuell höhenverstellbare WC-Lifter

rutschsicher

rutschsicherAnti-Rutsch Streifen für Fliesen, Duschen & Badewannen für den Innenbereich

Duschrinne

DuschrinneDie bodenebene Duschrinne mit Designrost-Sortiment oder Fliesenmulde. Eine Alternative zum herkömmlichen Bodenablauf.

Barrierefreie Duschen

Barrierefreie DuschenBodengleiche Duschen für eine altersgerechte und barrierefreie Badgestaltung.

Duschrinne, Badablauf

Duschrinne, Badablaufmit einer Gesamtaufbauhöhe von 93mm für bodengleiche Duschen

Duschrinnen

Duschrinnenschwellenloses Komplettsystem für den Nassbereich in Bad und Duschräumen

Bodengleiche Dusche

Bodengleiche Duschemit faltbaren Glaswänden und Dusch- Klappsitz.

Duschbbadewanne

Duschbbadewannemit barrierefreiem Einstieg, Glastür und Hebesitz oder Rückenlehne.

Badewannentür

Badewannentürbegehbare Badewanne durch nachträglichen Einbau einer Magicbad-Tür

Badewannentüren

Badewannentürenfür den nachträglichen Einbau in die vorhandene Badewanne

Badewannen

Badewannenfür professionelle Pflegeeinrichtungen
Pflegeheim, Altenheim, Seniorenresidenz, Krankenhaus

rutschsicher

rutschsicherin Bade- und Duschwanne, Fliesen

Badewannenumbau

Badewannenumbauin nur einem Tag wird die alte Badewanne zur neuen Dusche

Wanne zu Dusche

Wanne zu Duscheneue Dusche anstelle der alten Badewanne in nur einem Tag

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