Wegweiser Wohnen im Alter

 

Wegweiser Wohnen im Alter

Wegweiser Wohnen im Alter, Titelbild


Mit zunehmenden Alter verändern sich auch die Ansprüche an Wohnraum und Lebensgestaltung. Wohl jeder wünscht sich im Alter eine Wohnumgebung, die den persönlichen Bedürfnissen genauso entspricht wie der körperlichen Verfassung. Bei der mittlerweile großen Vielfalt an Wohnmöglichkeiten, die speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen abgestimmt sind, haben Senioren und ihre Familien häufig die Qual der Wahl. Wer jedoch in punkto Wohnraum, Wohnausstattung, Betreuung, Hilfe und Pflege vorausschauend plant, hat den Grundstein für ein sorgenfreies Leben im Alter bereits gelegt.

  • Welche Wohnformen bieten sich an und wie finde ich die passende?
  • Was ist bei der häuslichen Pflege zu beachten?
  • Wie schaffe ich eine altersgerechte und sichere Wohnumgebung?
  • Wo finde ich Stellen, die Beratung und Hilfestellung anbieten?

Fragen über Fragen, die dieser Ratgeber kompetent beantwortet.

Was auch immer Alter und Gesundheit mit sich bringen, dieser Ratgeber bereitet Senioren und ihre Familien auf alle Eventualitäten vor.


Sicherheit beim Wohnen im Alter:

  • Auswahl- und Qualitätskriterien für verschiedene Wohnmöglichkeiten
  • Hinweise zu sinnvollen und nötigen Umbaumaßnahmen für das eigene Zuhause
  • Zweckmäßige Wohnausstattung und nützliche Haushaltsgeräte
  • Alle wichtigen Informationen zu Betreuung, Pflege und Hilfseinrichtungen
  • Wertvolle Tipps für die Finanzierung verschiedener Wohn- und Pflegeangebote
  • Wissenswertes zum Heimvertrag

Mit Checklisten, Experten-Tipps und Verweisen auf DIN-Normen



Inhaltsverzeichnis


Leseprobe

Kriterien für die Auswahl von technischen Produkten

Eine Bemerkung vorab: Entscheidungen fallen leichter, wenn Sie sich vor dem Kauf, möglichst aus unterschiedlichen Quellen, informieren. Fragen Sie im Bekannten und Verwandtenkreis, ob jemand mit bestimmten Produkten Erfahrungen hat, nutzen Sie Testberichte aus der Tagespresse und aus Fachzeitschriften, z. B. der "Stiftung Warentest". Befragen Sie gezielt das Verkaufspersonal, und wenn die Ergebnisse unbefriedigend sind, suchen Sie nach einer Verkaufsberatung, die Ihren Ansprüchen genügt.

Die Gebrauchsanweisung des Geräts sollte sich nur auf das gekaufte Gerät beziehen und klar strukturiertsein, die Schrift sollte gut lesbar sein (groß und kontrastreich). Die Anleitung sollte klar und verständlich sein; hilfreich sind Beschriftungen mit Bildzeichen, so wie sie auch auf dem Gerät bei den Bedienelementen verwendet werden. Fragen Sie nach leicht verständlichen Bedienungsanleitungen, mitunter gibt es diese für bestimmte Geräte auch aus dem Internet zu beziehen.

Barrierefreie Technik - Technik für alle!

Eine isolierte Seniorentechnik wird derzeit als nicht zukunftsträchtig bewertet. Vielmehr geht es um den Entwurf einer "barrierefreien Technik", die allen Menschen zugutekommt: Kindern ebenso wie Kranken und Behinderten. Technische Produkte sollten für den Nutzer so gestaltet sein, dass er im Idealfall möglichst intuitiv, "sich selbst erklärend" zurechtkommt, ohne die Bedienungsanleitung zu bemühen. "Design for all" ist das Schlagwort, nach dem Produkte folgenden Anforderungen genügen müssen: Sie sollen benutzerfreundlich, seniorengerecht, leicht bedienbar, komfortabel, attraktiv und wartungsarm sein.

Es gibt seitens der Industrie wachsende Bemühungen, die Zielgruppe der Senioren bei der Produktentwicklung - auch für den Haushalt - stärker zu berücksichtigen. Neuen Haushaltsgeräten, sei es Herd, Spülmaschine, Waschmaschine, Staubsauger oder auch einem Kleingerät wie Mixer oder Rührgerät, merkt man dieses Bemühen deutlich an. Dies trifft vor allem auf Markengeräte inländischer Hersteller zu, deren Bedienelemente mit großen, verständlichen Symbolen mittlerweile richtig "kundenfreundlich" geworden sind.

Telefon

Welchen Telefonanschluss haben Sie zu Hause? Daran orientiert sich die Entscheidung, ob es ein analoges oder ein ISDNfähiges Gerät sein wird. Die nächste Frage ist, ob Sie lieber ein schnurgebundenes oder ein schnurloses (mobiles) Gerät einsetzen wollen. Bei schnurgebundenen Geräten kann zwar das Kabel leicht zur Stolperfalle werden, doch funktionieren sie auch bei Stromausfall. Schnurlose Geräte brauchen einen Stromanschluss an der Basisstation, das Mobilgerät sollte mit einem Standardakku, der leicht austauschbar ist, ausgerüstet sein.

Seniorengerechte Telefone

Ist das Gerät auch für eine Hörhilfe geeignet, falls Sie eine solche benutzen? Das Display sollte groß genug, beleuchtet und kontrastreich sein, Schriftfarbe und Hintergrundfarbe sollten angepasst werden können. Für Senioren praktisch sind auch Telefone mit Hörverstärker und Freisprechfunktion. Eingehende Anrufe werden mit einer optischen Anzeige und/oder in Kombination mit Vibrationsalarm angezeigt, sodass möglichst kein Anruf überhört wird. Großtastentelefone erleichtern die Bedienung, Zielwahltasten können mit Namen und Foto des Anzurufenden gekennzeichnet werden.

Mobiltelefon

Ein Mobiltelefon sollte man heutzutage einfach haben, denn es ist bequem und bietet Sicherheit. Die erste Frage ist: Sind Sie ein Vieltelefonierer? Wenn ja, dann empfiehlt es sich, einen Tarif mit Festvertrag (mit Grundgebühr bzw. Mindestumsatz pro Monat und niedrigen Verbindungsgebühren) zu wählen. Der Vertrag wird meist über zwei Jahre geschlossen, das Gerät wird über die Vertragsgebühr bezahlt und frei Haus mitgeliefert. Reicht es Ihnen jedoch, telefonisch erreichbar zu sein und gelegentlich selbst anrufen zu können, dann sollten sie einen Tarif mit Prepaid-Karte (keine Grundgebühr, hohe Verbindungsgebühren) wählen. Achtung: Prepaid-Verträge funktionieren oft nicht im Ausland, klären Sie das vorher mit Ihrem Netzanbieter.

Zum Handy selbst: Es gibt einfache Einsteigergeräte bis hin zu Geräten mit einer Fülle von Zusatzfunktionen. Lassen Sie sich davon nicht (ab)schrecken. Wichtig ist, dass Sie die Funktionen, die Sie nutzen wollen, gut erreichen und beherrschen. Ob Sie später auch andere Funktionen nutzen, können Sie immer noch entscheiden. Ein seniorengerechtes Handy sollte gegebenenfalls für eine Hörhilfe tauglich sein, ein großes, kontrastreiches Display haben, in dem Schriftgröße, Bildsymbole für die Bedienung und Farbhintergrund anpassbar sind. Testen Sie die Tonqualität und die Lautstärke, die Frequenz der Klingeltöne - da lässt sich manches an Ihre Bedürfnisse anpassen. Die Tasten sollten möglichst groß (soweit das bei Handys geht) und "erhaben" - sprich: gut fühlbar - sein. Hilfreich ist eine Kurzanleitung, die Sie schnell zurate ziehen können, wenn Sie einmal nicht weiter wissen. Sehr empfehlenswert sind auch Kurse der Erwachsenenbildung, z. B. bei der Volkshochschule, in denen der Umgang mit dem Handy geübt wird.



Sehr kontrastreiches, praktisches Klapphandy mit + 40 dB Hörerverstärkung, Notruffunktion, großen Tasten und großem Farbdisplay. Sehr einfache Bedienung.

  • Handy für Nutzer mit Hörbeeinträchtigungen und Sehbeeinträchtigung
  • extra große Zeichen
  • extra großes beleuchtetes Display
  • einstellbare Eingangslautstärke: bis zu 40dB
  • 3 Direktwahltasten der wichtigsten Ansprechpartner im Notfall
  • Abmessungen (BxHxT) (mm): 83 x 52 x 20 cm

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Das Notfall-Handy Schwerhörigentelefon, Blindentelefon

Suchen Sie einfach nur ein Gerät für Notfälle? Dann erkundigen Sie sich nach speziellen Notrufhandys. Es gibt z. B. Großtasten-Handys mit Notruffunktionen, des Weiteren ein sehr einfach zu bedienendes Drei-Tasten-Notrufhandy, das beim Betätigen der ersten (roten) Taste mit einer Service-Zentrale Verbindung aufnimmt. Dort sind sowohl persönliche wie auch wichtige medizinische Daten hinterlegt, und so können bei Bedarf entsprechende Hilfen eingeleitet werden. Die beiden anderen Tasten (blau und grün) können Sie frei belegen, z. B. mit der Nummer eines Angehörigen oder auch des Hausarztes. Über das Handy kann im Notfall auch eine Ortung des Nutzers erfolgen.


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Autorinfo

Bernhard Reindl, Jahrgang 1954, leitet in München die Beratungsstelle Wohnen im Verein für Stadtteilarbeit e.V. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen Wohnberatung und Wohnungsanpassung für ältere Menschen, Betreutes Wohnen zu Hause, aber auch Fortbildungsmaßnahmen.

Dieter Kreuz, Jahrgang 1943, ist Diplom-Soziologe. Zusammen mit Sabine Wenng leitet er die Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung GbR in München (AfA) mit Arbeitsschwerpunkt in der Altenhilfeplanung und wirkt als Projektträger der Koordinationsstelle Wohnen zu Hause im Auftrag des Bayerischen Sozialministeriums.

Unter Mitarbeit von Yvonne Steidle

Zusatzinfo

Wer in punkto Wohnraum, Wohnausstattung, Betreuung, Hilfe und Pflege vorausschauend plant, hat den Grundstein für ein sorgenfreies Leben im Alter bereits gelegt. Dabei hilft dieser DIN Ratgeber.

Systematisch informiert er über die verschiedenen Wohnformen und gibt so eine gute Orientierungshilfe. Zudem stellt er dar, wie eine altersgerechte und sichere Wohnumgebung aussehen kann, zeigt auf, was bei der häuslichen Pflege zu beachten ist, beleuchtet, worauf bei Abschluss eines Heimvertrags zu achten ist etc.

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Weiterbildung

SachverständigerFoto Seminar Barriereabbau

Fortbildung zum Sachverständigen zur Bestätigung von Baumaßnahmen nach KfW Programm 159 Altersgerecht Umbauen.

Tipps

Telefone
Telefonefür Senioren Hörbehinderte, Sehbehinderte, Blinde
Steuerungssysteme
Steuerungssystemezur Bedienung von Beleuchtung, Türen, Fenster, Jalousien, Heizung, Telefon, TV, Video, HiFi-Anlagen.
Umfeldsteuerung
UmfeldsteuerungHilfreich bei Schwerhörigkeit oder Sehschwäche, ideal in lauten Werkstätten oder in der Küche, in großen oder gut schallisolierten Häusern oder einfach dann, wenn Sie gerade im Obergeschoss sind und trotzdem Ihr Telefon oder die Klingel im Erdgeschoss hören wollen.

KfW Fördermittel

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