Hilfsmittelversorgung nach § 33 Abs. 1 SGB V

Hilfsmittel und Hilfsmittelversorgung nach § 33 Abs. 1 SGB V
zur Krankenbehandlung

Hilfsmittel ermöglichen Alltagsaktivitäten, Kommunikation, Mobilität, Hygiene oder soziale Interaktionen und sind daher für viele Menschen Grundlage für eine selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und am Arbeitsleben. Informationen und Wissenswertes über Hilfsmittel, deren Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. (Stand: 05.08.2014)

Was sind Hilfsmittel?

Laut der Begriffsbestimmung der Hilfsmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (2012, S. 4) sind Hilfsmittel "sächliche Mittel oder technische Produkte, die individuell gefertigt oder als serienmäßig hergestellte Ware in unverändertem Zustand oder als Basisprodukt mit entsprechender handwerklicher Zurichtung, Ergänzung bzw. Abänderung von den Leistungserbringern abgegeben werden. Dazu können auch solche sächlichen Mittel oder technischen Produkte zählen, die dazu dienen, Arzneimittel oder andere Therapeutika, die zur inneren Anwendung bestimmt sind, in den Körper zu bringen (z. B. bestimmte Spritzen oder Inhalationsgeräte)."

Zu den Hilfsmitteln zählen:

  • Sehhilfen und Hörhilfen (Brillen, Hörgeräte)
  • Körperersatzstücke (Prothesen)
  • orthopädische Hilfsmittel (orthopädische Schuhe, Rollstühle)
  • Inkontinenz-Artikel und Stoma-Artikel
  • andere Hilfsmittel

Wer übernimmt die Kosten für ein Hilfsmittel?

Je nach Einsatzbereich übernehmen verschiedene Kostenträger die Kosten für benötigte Hilfsmittel. Die Zuständigkeiten sind im Regelfall klar abgegrenzt:

  • Krankenversicherung (§ 33 SGB V): Hilfsmittel, die zur Krankenbehandlung dienen.
  • Pflegeversicherung (§ 40 SGB XI): Hilfsmittel, die der Erleichterung der Pflege dienen (siehe rechte Spalte).
  • Rentenversicherung ( § 15 SGB VI i. V. m. § 25-31 SGB XI): Hilfsmittel, die der medizinischen Rehabilitation dienen.
  • Unfallversicherung (§ 31 SGB VII): Im Falle eines Arbeitsunfalls oder Berufsunfähigkeit.

Hilfsmittelversorgung und Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung

Das fünfte Sozialgesetzbuch (SGB V) beinhaltet die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Hilfsmittelversorgung durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Nach § 33 SGB V Abs. 1 haben Versicherte Anspruch auf Versorgung mit Hilfsmitteln "die im Einzelfall erforderlich sind, um den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen, soweit die Hilfsmittel nicht als allgemeine Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens anzusehen" sind.

Neben der Hilfsmittelversorgung umfasst der Anspruch des Versicherten auch die Änderung, Instandsetzung und Ersatzbeschaffung von Hilfsmitteln sowie die Ausbildung in ihrem Gebrauch und die notwendigen Wartungen und technischen Kontrollen.

Wie bekommt man ein Hilfsmittel?

Um ein Hilfsmittel zu erhalten, ist eine Verordnung durch den Arzt erforderlich. Auf dieser sollte möglichst genau stehen, welches Produkt der Arzt für die Behandlung als geeignet hält. An der Auswahl eines Hilfsmittels sollte man sich als Betroffener immer beteiligen. Einen Überblick über Produkte, deren Kosten von der Krankenkasse übernommen werden können, gibt das Hilfsmittelverzeichnisses der GKV. Falls der Arzt es für erforderlich hält, können auch Hilfsmittel verschrieben werden, die nicht im Verzeichnis gelistet sind.

Mit der ärztlichen Verordnung wendet man sich an einen Hilfsmittelanbieter, Fachhändler oder ein Sanitätshaus, wo ein Kostenvoranschlag für die Krankenkasse erstellt wird. Stimmt die Krankenkasse zu, steht dem Erhalt des Hilfsmittels nichts mehr im Wege.

Achtung: Versicherte können nur die Anbieter von Hilfsmitteln (Leistungserbringer) nutzen, die mit der jeweiligen Krankenkasse einen Vertrag geschlossen haben. In Ausnahmefällen können Betroffene - wenn ein berechtigtes Interesse besteht - einen anderen Hilfsmittelanbieter wählen. Die dadurch entstehende Mehrkosten haben die Versicherten jedoch selbst zu tragen (§ 33 Abs. 6 i. V. m. §§ 126 Abs. 2, 127 SGB V). Gleiches gilt für Hilfsmittel oder zusätzliche Leistungen, die über das Maß des Notwendigen hinausgehen (§ 33 Abs. 1 Satz 5 SGB V). (Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss)

Hinweise zu Hilfsmitteln, Hilfsmittelanpassung und Hilfsmitteln aus dem Supermarkt

Bei Hilfsmitteln gilt: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Ein Hilfsmittel wird eingesetzt, wo vorhandene, aber eingeschränkte Funktionen unterstützt oder möglich gemacht werden können. Bei einer Überversorgung durch Hilfsmittel besteht die Gefahr, dass Funktionen verloren gehen könnten. Eine adäquate Hilfsmittelversorgung muss daher durch geschultes, medizinisches Personal vorgenommen werden.

Das gilt auch für die Anpassung von Hilfsmitteln an den entsprechenden Benutzer. Um z. B. eine optimale Sitzposition im Rollstuhl zu erhalten, oder das Gehen mit dem Rollator überhaupt zu ermöglichen, muss das entsprechende Hilfsmittel angepasst werden. Bei einer Nichtanpassung oder Fehlanpassung kann es sein, dass ein Hilfsmittel nicht genutzt wird oder trotz Nutzung keine Erleichterung im Alltag darstellt. In einigen Fällen kann es sogar das Krankheitsbild verschlechtern.

Aus diesen Gründen ist von vermeintlich günstigen Hilfsmittelangeboten aus dem Supermarkt abzuraten. Hinzu kommt, dass die Krankenkasse die Hilfsmittel mit Hilfsmittelnummer auf Funktionalität, Stabilität und allgemeiner Qualität prüft und der Benutzer von der individuellen Betreuung des Sanitätsfachgeschäftes (z.B. im Reparaturfall, Betreuung bei Anwendungsproblemen und Anpassung) profitiert.

Beispiele für Hilfsmittel aus ausgewählten Bereichen

Bei den folgenden Beispielen handelt es sich um Hilfsmittel nach § 33 SGB V, die eine Hilfsmittelnummer haben oder im Hilfsmittelverzeichnis gelistet sind und bei deren Kosten sich die GKV beteiligen kann.

Informationsmaterial anfordern

Lassen Sie sich Informationsmaterial und Preisangaben zu den hier gezeigten Hilfsmitteln unverbindlich von unseren Partnern zusenden oder lassen Sie sich von ihnen beraten. Markieren Sie dafür die gewünschten Produkte und füllen Sie das Kontaktformular aus. Für eine Kostenübernahme reichen Sie den Kostenvoranschlag des Anbieters zusammen mit einer ärztlichen Verordnung bei Ihrer Krankenkasse ein.

Bauen, Wohnen

Betten und Bettzubehör

Pflegebett/Aufstehbett mit drehbarer Liegefläche Pflegebett-Hebesysteme, Aufstehbett

Wenn ein Bett als Ausgleich für eine Behinderung, zur Krankheitslinderung oder zur Vermeidung von Pflegebedürftigkeit dient, kann die Anschaffung von der Krankenkasse bezuschusst werden. Dient es der Pflege, ist die Pflegekasse zuständig.

Mobile Rampen

Modulare Rollstuhlrampen Rampen Systeme für innen und außen Rollstuhl-Rampen und Auffahrhilfen aus Aluminium Rollstuhlrampen, Stufenrampen, Türschwellenrampen für Balkon und Terrasse

Mobile Rampen gleichen eine krankheitsbedingt ausgefallene Gehfähigkeit bei der Überwindung von Höhenunterschieden aus und erhöhen so die selbständige Mobilität.

Mobilität

Gehhilfen

Activera Alltagshilfen Arbeitsstühle, Therapiestühle, Rollator Mobile Hilfen und Badzubehör, Therapiehilfen

Gehstöcke, Rollatoren und andere Gehhilfen fördern die individuelle Mobilität und damit die selbständige Lebensführung von Menschen mit eingeschränkter Gehfähigkeit.

Rollstühle, Elektrorollstühle und Rollstuhlantriebe

PARAVAN Rollstuhl Arbeitsstühle, Therapiestühle, Rollator Activera Alltagshilfen Deckenlift - Schienenliftsystem

Manuell oder elektrisch angetriebene Rollstühle und Elektromobile (Scooter) dienen der Mobilität von Menschen mit Gehbehinderung oder Einschränkung der Gehfähigkeit.

Treppensteiger

Treppensteighilfen und Treppensteiger für Rollstuhlfahrer Treppenraupe Antano Treppenraupen für Rollstuhlfahrer

Treppensteiger dienen Rollstuhlfahrern bzw. Menschen mit einer eingeschränkten Gehfähigkeit zur Überwindung von Treppen. Die meisten Treppensteiger werden durch eine Hilfsperson bedient.

Hebelifter

Deckenlift - Schienenliftsystem mobile Patientenlifter mobile Hebehilfen für die Pflege

Fahrbare oder fest montierte Lifter werden als Hilfsmittel zum Anheben und Bewegen von Personen eingesetzt und erleichtern die Pflege.

Alltag, Haushalt

Umfeldsteuerung, Fernbedienungen

Umfeldsteuerung, Steuerungssysteme AAL-Systeme, Hausvernetzung, Energieeinsparung, Gesundheit, Sicherheit

Umfeldsteuerungen ermöglichen die Bedienung von Geräten mittels Sprachsteuerung oder Funkübertragung, z. B. Steuerung von Heizungsanlagen, Türen, Fenstern, Rollläden und Vorhängen

Medizin, Therapie, Training

Training von körperlichen Fähigkeiten

Therapeutische Bewegungstrainer

Diese Hilfsmittel verbessern Bewegungsabläufe und trainieren Kraft und Balance.

Versorgung, Hygiene

Toilettenhilfen

Waschtische, WC-Lifter, Stützklappgriffe, Duschsitze Closomat Dusch-WC und WC-Lifter mit Stützgriffen

Toilettenhilfen wie Toilettensitzerhöhungen und Toilettenpolster erleichtern die Toilettennutzung.

Dusch-WC

Closomat Dusch-WC und WC-Lifter mit Stützgriffen Montafon Dusch-WC

Für Personen mit Bewegungseinschränkungen eignen sich Dusch-WCs, die den Waschvorgang im Intimbereich erleichtern.

Toilettenarmstützen

Griffe, barrierefreie Griffsysteme Waschtische, WC-Lifter, Stützklappgriffe, Duschsitze Mobile Hilfen und Badzubehör, Therapiehilfen

Toiletten-Armstützen sind meistens hochklappbar und können seitlich rechts oder links hinter der Toilette mit Wandplatten befestigt werden.

WC-Systeme, Lifttoiletten

BIS Vario - höhenverstellbare Waschtische und WCs WC verstellbar, horizontal, vertikal Waschtische, WC-Lifter, Stützklappgriffe, Duschsitze

Um Rollstuhlfahrern das Übersetzen vom und zum Rollstuhl zu erleichtern, eignen sich elektrisch höhenverstellbare Toiletten, die außerdem das seitliche Anfahren mit dem Rollstuhl ermöglichen.

Waschen, Baden, Duschen

Waschbecken

höhenverstellbare und unterfahrbare Liftsysteme für Waschtische bis zu 30 cm elektrisch und stufenlos verstellbare Waschtische höhenverstellbarer Waschtisch Unterfahrbarer Waschtisch, unterfahrbares Waschbecken

Höhenverstellbare/unterfahrbare Waschbecken eignen sich für Personen, die sich nur im Sitzen waschen können.

Seifen-Spender

Einhandspender

Seifenspender, die mit dem Handrücken oder Ellenbogen betätigt werden können, eignen sich für Personen, deren Handfunktionen und Armfunktionen beeinträchtigt sind.

Badeliegen, Duschtische und Wickeltische

Wickeltische, Pflegeliegen, Duschliegen Pflegeliege, Therapieliege, Wickeltisch Höhenverstellbare Wickeltische, Pflegetische Pflegebadewannen

Badeliegen mit Haltegurten und hydraulischer Hubeinrichtung sind insbesondere für bettlägrige Personen gedacht, die nicht selbständig duschen können.

Badewannenlift

Stationärer Badewannenlift Badewannenlift mit Sitzband und Haltegriff Barrierefreie Badewanne mit Tür und Hebesitz

Badewannenlifter erleichtern oder ermöglichen den Einstieg und Ausstieg aus der Badewanne.

Duschsitze, Klappsitze

Waschtische, WC-Lifter, Stützklappgriffe, Duschsitze Duschsitz zum verschieben und drehen Griffe, barrierefreie Griffsysteme

Um Stürzen vorzubeugen, kommen (wandbefestigte) Duschsitze oder Klappsitze zum Einsatz.

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Zusatzinfo

Versorgung mit Pflegehilfsmitteln und technischen Hilfen gemäß § 40 SGB XI

Wenn Hilfsmittel dazu dienen, pflegerische Maßnahmen zu erleichtern (oder zur Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beitragen oder ihm eine selbständigere Lebensführung ermöglichen), so ist keine Verordnung zu Lasten der Krankenkasse auszustellen. In diesem Fall muss sich der Pflegebedürftige (oder die ihn betreuende Person) selbst an die Pflegekasse wenden und solche Leistungen beantragen. Einer ärztlichen Verordnung oder Bescheinigung bedarf es dabei nicht.

Bei den Tipps finden Sie Pflegebetten, Pflegebettenzubehör, Kinderbetten, Umlagerungshilfen, Aufrichtehilfen, Duschwagen und Notrufsysteme, die von der Pflegekasse übernommen werden können.

Tipps

Pflegebett

PflegebettAufstehbett mit drehbarer Liegefläche

Bettgriff

Bettgriffals Aufstehhilfe, Aufrichtehilfe für Betten mit Lattenrost und Rahmen

Einsäulentisch

Einsäulentischmit Neigung von 0° ‑ 85° und höhenverstellbar für Bett, Sessel oder Liege

Kindermöbel

Kindermöbelunterfahrbare Kinder-Betten, Baby-Betten, Hochstühle, Wickeltische

Mobile Umlagerungshilfe

Mobile Umlagerungshilfefür den Transfer ohne Patientenlifter

Aufrichtehilfen

Aufrichtehilfenmobile Stehhilfen und Transferhilfen zur Erhaltung der Mobilität

Duschwagen

DuschwagenDuschliegen, Duschstühle für spezielle Anforderungen und Bedürfnisse

AAL, Hausnotruf

AAL, HausnotrufSensorbasiertes Assistenzsystem für eine erhöhte Sicherheit im Wohnbereich.

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