Rollstuhlmaße

Ausgangsgröße sind die Körpermaße. Die Sitzbreite ergibt sich aus Beckenbreite plus 2 cm, die Sitztiefe aus Oberschenkellänge minus 3 cm. Bei der Sitzhöhe ist neben der Unterschenkellänge die Bodenfreiheit zu berücksichtigen. Die Wahl der Rückenlehnenhöhe ist so niedrig wie möglich und so hoch wie erforderlich zu wählen. Oberkörperlänge, Trainingszustand, Läsionshöhe und Rumpfstabilität sowie Sitzkissendicke sind entscheidende Faktoren.

Elektrorollstuhl - Wendekreis - Platzbedarf [mm]
  Wendekreis
Wendekreis
Elektrorollstuhl Länge
Länge
Elektrorollstuhl Breite
Breite
Elektrorollstuhl Höhe
Höhe
indirekt
für Innenraum
1700 1020 620 bis 720 bis 1270
indirekt
auch für Straßen-
raum
1750 1130 650 bis 670 1020
direkt 2200 bis 2500 1200 bis 1320 664 bis 765 1065
Scooter 1600 bis 3000 1300 bis 1460 770 bis 1350

Fahreigenschaften von Elektrorollstühlen

Grundsätzlich unterscheidet man bei den Fahr- und Lenkeigenschaften von Elektrorollstühlen zwei unterschiedliche Typen, die indirekt gelenkten und die direkt oder zwangsgelenkten Rollstühle.

Elektrorollstuhl mit indirekter Lenkung

  • in engen Räumlichkeiten, wenn hohe Wendigkeit erforderlich ist, an unterschiedliche Situationen im Alltag anpassbar, kein Transfer auf andere Sitzgelegenheiten erforderlich
  • Einsatz, wenn der Schwerpunkt der Anwendungen im Außenbereich liegt oder wenn im Außenbereich größere Steigungen zu überwinden sind.

Indirekt gelenkte Rollstühle erkennt man den großen Antriebsrädern und den kleinen frei schwenkenden Lenkrädern. Die Antriebsräder können dabei sowohl vorn wie auch hinten angeordnet sein, in der Regel befinden sie sich hinten.

Skizze eines Elektro-Faltrollstuhls von der Seite und von hinten mit Maßangaben Rollstuhl für den Innenbereich Elektrorollstuhl mit Vorderradantrieb Rollstuhl mit Mittelantrieb, großes Antriebsrad in der Mitte Stehrollstuhl in Stehposition angekippter E-Rollstuhl E-Rollstuhl in Stehfunktion Rollstuhl mit Sitz am Boden

Zwei Motoren treiben den Rollstuhl über die Antriebsräder. Zum Lenken des Rollstuhls werden die Antriebsräder separat angetrieben. So kann mit unterschiedlicher Drehrichtung der beiden Antriebe eine Drehung (fast) auf der Stelle erfolgen. Die Lenkräder können dabei um 360° durchschwenken. Daher bewegt sich dieser Rollstuhltyp vom Prinzip her wie ein manueller Greifreifenrollstuhl und ist sehr wendig in Innenräumen.

Rollstühle mit Heckantrieb sind für den Außenbereich nur bedingt geeignet, da sie sich in hügeligem Gelände oder bei Hindernisüberwindung nicht immer sicher verhalten. Auf Fahrbahnen und Gehwegen mit Querneigung können indirekt gelenkte Rollstühle hangabwärts abdriften und sind deshalb nicht immer kursstabil. Hangabwärts können sie zudem durch die ungebremsten und gelenkten Vorderräder ins Gleiten kommen. So kann der Rollstuhlfahrer die Beherrschung über den Rollstuhl verlieren.

Starke Neigung nach hinten (Überschlagsgefahr) wird durch die meist serienmäßig vorhandenen Antikipp-Rollen unterbunden. Diese müssen jedoch montiert und gegebenenfalls passend eingestellt sein.

Frontgetriebene Rollstühle mit indirekter Lenkung sind zwar bei Bergabfahrt sicherer, Stabilitätsprobleme treten jedoch bei schneller Kurvenfahrt auf. Aus diesem Grund ist die maximale Geschwindigkeit dieser Fahrzeuge begrenzt. Bei der Hindernisüberwindung haben beide Konzepte (Antriebsräder vorn, Antriebsräder hinten) Nachteile gegen- über den direkt gelenkten Fahrzeugen, da sich die frei beweglichen Lenkräder quer vor eine Hinderniskante stellen können und so die Überwindung verhindern.

Für Rollstühle mit Heckantrieb gibt es sogenannte Kantensteighilfen, die diesen Nachteil kompensieren. Das Fahren mit einer Kantensteighilfe erfordert jedoch Übung, um mögliche Gefährdungen ausschließen zu können.

Rollstühle mit Mittelantrieb verfügen über 6-fache Einzelradaufhängung, wobei sich alle 6 Räder in ständigem Kontakt zum Untergrund befinden. Aus diesem Grund sind sie extrem stabil. Außerdem können sie sich auf der Stelle drehen und so in engen Räumen sehr einfach manövrieren.

Elektrorollstuhl mit direkter Lenkung

... mit höherem Raumbedarf im Innenbereich, jedoch optimalen Fahreigenschaften für den Außenbereich

Der Rollstuhl wird vorn angetrieben und gebremst und hinten gelenkt. Die direkte Lenkung erfolgt mit einer Lenkstange über einen Lenkmotor, der die Ausrichtung der Lenkräder steuert. Diese Zwangslenkung bedeutet, dass der Lenkwinkel begrenzt ist. Der rollstuhl wird vorrangig außen eingesetzt, da er aufgrund seiner Konstruktion sehr spurstabil fährt, auch größere Hinderniskanten überwinden kann, und in hügeligem Gelände sicher bergauf und sicher ohne Traktionsverlust wieder bergab fährt. Der Rollstuhl bleibt auch bei Querneigungen der Fahrbahn kursstabil. Zum Wenden benötigt er etwas mehr Raum, was im Außenbereich meist unproblematisch ist. Dieser sehr sichere Rollstuhltyp hat ein gutmütiges Fahr- und ein präzises Lenkverhalte. Mit größeren Batterien lassen sich längere Strecken gut zurückzulegen.

Hinweis für Planer von Außenanlagen: Die Querneigung von Gehwegen beträgt i. d. R. 2 Prozent. Im Bereich von Hauseinfahrten kommt es jedoch oft zu schwierig manövrierbaren Kanten und Übergängen, die Rollstühle unnötiger Kippgefahr aussetzen. Neigungen von Einfahrten und Anrampungen sollten daher nicht geradlinig durchgepflastert sondern sanft angepasst werden.

Elektrorollstuhl ausschließlich für den Innenbereich

Ein indirekt gelenkter Elektrorollstuhl für den Innenbereich unterstützt Benutzer, die sich im Innenbereich mit einem manuellen Rollstuhl nicht selbständig fortbewegen können, z.B. weil die Kräfte im Schulter-/Armbereich nicht ausreichen. Er kommt in folgenden Fällen zum Einsatz:

  • hohe Wendigkeit in engen Räumlichkeiten
  • wenn ausschließlich innen gefahren wird (Schule, Einrichtung, zu Hause)
  • wenn die Räumlichkeiten sehr eng sind, und ein sehr kompakter Elektrorollstuhl benötigt wird
  • als Elektrorollstuhl für den Arbeitsplatz
  • als Transport- und Schieberollstuhl im Innenbereich für Begleitperson mit wenig Kraft

Elektrorollstuhl für den Innen- und Außenbereich

Ein Elektrorollstuhl, der wendig ist und über zahlreiche Optionen zur individuellen Anpassung verfügt, empfiehlt sich, wenn das Haupteinsatzgebiet des Rollstuhls im Innenbereich liegt, der Rollstuhl gelegentlich jedoch auch im Außenbereich eingesetzt wird. für Nutzer mit sehr starken Funktionsstörungen.

Elektromobile - Scooter

Elektromobile oder Scooter sind Elektrofahrzeuge mit offenem Fahrersitz. Gelenkt werden die Motorräder über eine Lenksäule, angetrieben über ElektroGetriebemotor an der Hinterachse. Sie werden sowohl mit drei als auch mit vier Rädern angeboten. Während Dreiräder in der Vergangenheit wendiger waren und mehr Beinfreiheit boten, sind moderne Vierrad-Fahrzeuge hierin durchaus ebenbürtig. Sie bieten zudem bessere Kippstabilität und damit erhöhte Sicherheit, auf. Zum Transport sind höherwertige Fahrzeuge zerlegbar mit einem teilbaren Rahmen ausgestattet.

Sowohl die Neigung der Lenksäule als auch die Sitzposition sollten an den Benutzer anpassbar sein. Eine gute Oberkörperstabilität und die uneingeschränkte Gebrauchsfähigkeit mindestens eines Armes sind Voraussetzungen für den sicheren Betrieb der Fahrzeuge.

Aufgrund der Konstruktion ist es mit einem Elektromobil nicht möglich, frontal an einen Tisch heran oder ihn zu unterfahren. Das Passieren von manuell zu öffnenden Türen ist in der Regel ohne Hilfestellung Dritter nicht möglich.

Elektrorollstuhl im Straßenverkehr

Alle Elektrorollstühle sind Kraftfahrzeuge im Sinne der StVZO, auch ein Zimmer-Elektrorollstuhl, der auf öffentlichen Wegen verwendet wird!

Als RollstuhlnutzerIn unterliegen Sie mit Ihrem Fahrzeug der Straßenverkehrsordnung. Daher muss der Elektrorollstuhl, sobald er im öffentlichen Verkehr eingesetzt wird, mit einer Beleuchtungsanlage ausgestattet sein.

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