Leitsysteme - Orientierungshilfen

ORIENTIERUNG IM RAUM - Leitsysteme als Baustein für eine barrierefreie Umwelt

Das Thema Mobilität mit dem Rollstuhl ist erfreulicherweise inzwischen allgemeingültiger Standard. Nunmehr rücken die Anforderungen bei sensorischen Einschränkungen in den Fokus:

Es zeigt sich bereits jetzt, dass sich die in der Norm fixierten Anforderungen für die Architektenpraktikabilität als schwierig erweisen werden könnten. Während die Planungsparameter bei der Mobilität eindeutig und prägnant dargestellt werden können, ist dies bei der Orientierung wesentlich schwieriger. Zur Sicherung der Mobilität werden im Wesentlichen nur drei grundsätzliche Kriterien festgelegt:

  • die stufenlose bzw. schwellenlose Erschließung von Räumen und Gebäuden,
  • die ausreichende Dimensionierung von Bewegungsraum bzw. Verkehrsflächen,
  • die ergonomisch günstige Positionierung von Bedienelementen, Stützgriffen usw.

Zur Kompensation von sensorischen Einschränkungen stellen sich die Aufgaben jedoch weitaus komplexer und detaillierter dar. Während sich hochgradig sehbehinderte Menschen hauptsächlich visuell orientieren, bedienen sich blinde Menschen des Gehörsinn und Tastsinns. Visuelle Orientierung setzt einen hohen Prägnanzgrad in der Formensprache mit entsprechendem Wiedererkennungswert und einem Mindestmaß an Homogenität voraus. So bevorzugen blinde Menschen eindeutig Strukturen, die auf ein orthogonales System aufbauen. Grundsätzlich gilt - unabhängig von der Einschränkung -, Baustrukturen nach eindeutigen Ordnungsprinzipien aufzubauen und diese durch akzentuierte Orientierungspunkte zu kennzeichnen. Dazu genügen oft so einfache Dinge wie Parkbänke, Papierkörbe oder Briefkästen, die helfen den "Weg" in seiner Abfolge zu strukturieren. Im übergeordneten Sinne können Informationssäulen, Skulpturen, Brunnenanlagen u. ä. "wegweisend" sein.


Bei genügender Sensibilisierung aller Beteiligten ist es auch ohne große und aufwändige Maßnahmen möglich, mit einfachen Mitteln verhältnismäßig viel zu erreichen. Es bleibt zu hoffen, dass sich durch die praktischen Erfahrungen im Umgang mit den neuen Forderungen der DIN 18030 zeigen wird, in wie weit sich die gut gedachten Ansätze bewähren werden oder sich ein Nachbesserungsbedarf herausstellen wird. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung scheint getan.


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Autorinfo

Herr Prof. Dr.-Ing.
Gerhard Loeschcke

BDA/DWB Freier Architekt

Zusatzinfo

Der Artikel wurde 09/2003 im Deutschen Architektenblatt veröffentlicht

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