HomePfeil nach rechtsWissenswertPfeil nach rechtsArbeitsstättenPfeil nach rechtsIntegrationsamt: Rechte und Pflichten von Arbeitgebern

Integration am Arbeitsplatz, Rechte, Pflichten von ArbeitgebernFacebookTwitterEmailDrucken

Für Unternehmen, die schwerbehinderte Mitarbeiter beschäftigen, ist das Integrationsamt der direkte Ansprechpartner. Für die Förderung der beruflichen Inklusion stehen Mittel aus der Ausgleichsabgabe zur Verfügung.

Integrationsämter: Das sollten Arbeitgeber wissen

Integrationsämter stellen die Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen sicher, kassieren in bestimmten Fällen Ausgleichsabgaben und bieten Unternehmen Fördermöglichkeiten.

Zwei Hände sind dabei, sich zu berühren.

Was ist das Integrationsamt?

Der Begriff "Integrationsamt" klingt zunächst etwas vage. Die vollständige Bezeichnung "Amt für die Sicherung der Integration schwerbehinderter Menschen im Arbeitsleben" macht die Aufgabe dieser Behörde schon wesentlich deutlicher. Ziel eines Integrationsamtes ist es, die Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen sicherzustellen und zu fördern. Zu diesem Zweck finden sich auf kommunaler oder staatlicher Ebene in jedem Bundesland Integrationsämter. Sie alle sind, zusammen mit den Hauptfürsorgestellen, die bis zum Jahr 2001 die Kompetenzen der jetzigen Integrationsämter innehatten, in der "Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH)" zusammengeschlossen.

Gemäß § 102 SGB IX (SGB = Sozialgesetzbuch) sind den Integrationsämtern vier verschiedene Aufgabenfelder zugeteilt:

  • Erhebung und Verwendung der Ausgleichsabgabe
  • Kündigungsschutz
  • begleitende Hilfe im Arbeitsleben
  • zeitweilige Entziehung der besonderen Hilfen für schwerbehinderte Menschen

Im Folgenden werden wir die ersten drei Punkte hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Rolle der Arbeitgeber beleuchten.

Bedeutung der Ausgleichsabgabe an die Integrationsämter

Ab einer Unternehmensgröße von mehr als 20 Mitarbeitern muss der Anteil an schwerbehinderten Arbeitnehmern Prozent betragen. Eine Schwerbehinderung liegt vor, wenn der durch das Versorgungsamt bemessene Grad der Behinderung (GdB) bei 50 liegt. Kommt ein Arbeitgeber dieser Beschäftigungspflicht nicht nach, so muss er pro nicht beschäftigtem schwerbehinderten Mitarbeiter die sogenannte Ausgleichsabgabe an das Integrationsamt zahlen. Diese bemisst sich laut § 77 SGB IX nach der "jahresdurchschnittlichen Beschäftigungsquote2 und wird folgendermaßen berechnet:

  1. 105 Euro bei einer jahresdurchschnittlichen Beschäftigungsquote von 3 Prozent bis weniger als dem geltenden Pflichtsatz,
  2. 180 Euro bei einer jahresdurchschnittlichen Beschäftigungsquote von 2 Prozent bis weniger als 3 Prozent,
  3. 260 Euro bei einer jahresdurchschnittlichen Beschäftigungsquote von weniger als 2 Prozent.

Die jährlich zu leistende Zahlung sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Bei privaten Arbeitgebern kann es bei Zahlungsverweigerung bis zu einer Zwangsvollstreckung kommen. Hinsichtlich der Verwendung der Ausgleichsabgabe gelten eindeutige Bestimmungen. Sie dürfen von den Integrationsämtern ausschließlich für "besondere Leistungen zur Förderung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben einschließlich begleitender Hilfe im Arbeitsleben" eingesetzt werden.

Kündigungsschutz für schwerbehinderte Mitarbeiter

Auch hinsichtlich des Kündigungsschutzes gelten besondere Bedingungen. Wer als Arbeitgeber einem schwerbehinderten Arbeitnehmer kündigen möchte, bedarf zuvor der Zustimmung des zuständigen Integrationsamtes. Es ist nicht möglich, zuerst die Kündigung auszusprechen und die Zustimmung nachträglich einzuholen. In diesem Falle wäre die Entlassung trotzdem ungültig. Ziel des besonderen Kündigungsschutzes ist es, zuvor alle Möglichkeiten der Förderung von schwerbehinderten Mitarbeitern auszuschöpfen. Einen verdienten Arbeitnehmer zu behalten, der dank staatlicher Förderung seine Arbeit motiviert weiterführen kann, ist letztlich auch gänzlich im Sinne eines verantwortungsbewussten Arbeitnehmers. Hier wird die Rolle der Integrationsämter in besonderem Maße deutlich – als Partner beider Seiten.

Finanzielle Unterstützung für Arbeitsplätze durch das Integrationsamt

Neben individuellen Leistungen für schwerbehinderte Arbeitnehmer, sogenannten "Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben", gibt es auch Fördermöglichkeiten für Arbeitgeber – sicherlich der interessanteste der hier behandelten Punkte. Die Förderung sieht so aus:
  1. Ausbildungszuschüsse zur betrieblichen Ausführung von Bildungsleistungen
  2. Eingliederungszuschüsse
  3. Zuschüsse für Arbeitshilfen im Betrieb
  4. Teilweise oder volle Kostenerstattung für eine befristete Probebeschäftigung

Unter den genannten Aspekten sind die Fördermöglichkeiten für die Arbeitsausstattung für Arbeitgeber sicherlich am attraktivsten. So vermag ein Arbeitsplatzsystem, das sich barrierefrei oder behindertengerecht einrichten lässt, bei der Förderung schwerbehinderter Arbeitnehmer exzellente Dienste zu leisten. Es zeichnet sich vor allem durch seine Flexibilität aus, wie sie exemplarisch in stufenloser Höhenverstellbarkeit oder an den individuellen Greifraum anpassbare Material- und Werkzeugbereitstellung zum Ausdruck kommt. Zudem werden Unternehmen nicht allein gelassen, wenn sie einen Arbeitsplatz solcherart umgestalten möchten. Ganz im Gegenteil: Die Unterstützung durch das Integrationsamt kann sogar noch weitergehen.

So ist es auch möglich, bei der Einrichtung eines komplett neuen Arbeitsplatzes finanzielle Unterstützung zu erhalten – und zwar "Darlehen oder Zuschüsse bis zur vollen Höhe der entstehenden notwendigen Kosten" gemäß § 15 SchwbAV; SchwbAV = Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabeverordnung. Dies ist ein attraktiver Anreiz für die Neueinstellung schwerbehinderter Arbeitnehmer und ein entscheidender Aspekt, mit dem sich Unternehmen auseinandersetzen sollten. Übrigens können alle Arbeitgeber eine solche Förderung beantragen, also auch diejenigen, die nicht unter die Bedingungen der Ausgleichsabgabe fallen.

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Aus dem Inhalt des Whitepapers

Teil 1 Rahmenbedingungen der deutschen Wirtschaft

  • Barrierefreiheit für alle
  • Barrierefreie Arbeitsstätten
  • Leistungsgewandeltes Deutschland
  • Menschen mit Behinderung
  • Gesetzeslage für Unternehmen
  • Fazit: Inklusion lohnt sich

Teil 2 – Die Umsetzung von Barrierefreiheit im Unternehmen

  • Barrierefreiheit zahlt sich aus
  • Barrierefreiheit gestalten
  • Barrierefreier Arbeitsplatz im Unternehmen
  • Greifraum und Beleuchtung
  • Zuschüsse und Fazit