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Barrierefreie Arbeitsplätze in Deutschland: Status Quo

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Auf welchem Stand ist die Barrierefreiheit im beruflichen Kontext in Deutschland? Was sagen die Zahlen? Was können Unternehmen tun?

flexible Arbeitstischhöhen in der Produktion
Barrierefreie Arbeitsplätze zeigen exemplarisch die Wertschätzung für Arbeitnehmer mit Behinderung.

Wie sieht aktuell die Lage für behinderte Arbeitnehmer in Deutschland aus? Beginnen wir mit den allgemeinen Zahlen: Die 2016er-Ausgabe des "Inklusionsbarometers Arbeit", das seit 2013 alljährlich von der Aktion Mensch herausgegeben wird, ist hierfür sehr aufschlussreich. Im Vergleich zu 2015 ist die Arbeitslosenquote bei Menschen mit einer schweren Behinderung eindeutig gesunken, nämlich von 13,9 auf 13,4 Prozent oder, in absoluten Zahlen, um insgesamt 178.809.

Bekanntlich sind Unternehmen ab 20 Mitarbeitern verpflichtet, einen Menschen mit Schwerbehinderung einzustellen, ansonsten müssen sie einen Ausgleich zahlen. Auch hinsichtlich dieser Pflichtarbeitsplätze gibt es Positives zu vermelden, denn es sind 1.042.889, so viele wie noch nie.

Spürbare Impulse, aber noch Luft nach oben

Doch längst nicht alles ist positiv. So beträgt die Arbeitslosenquote von Menschen ohne Behinderung nur 6,4 Prozent, im Vergleich also weniger als die Hälfte. Zwar begründet die Arbeitsagentur dies damit, dass die Arbeitssituation behinderter Arbeitnehmer weniger durch die Konjunktur beeinflusst werde. Dementsprechend machen sich negative, aber auch positive Entwicklungen erst später bemerkbar. Trotz dieser Erklärung ist diese Diskrepanz auffällig und sollte zu denken geben. "Der positive Impuls ist zwar spürbar, er könnte aber wesentlich stärker ausgeprägt sein", fasst es die Aktion Mensch zusammen.

Die Berücksichtigung von Barrierefreiheit nimmt in Deutschland zu

Auf der Basis zahlreicher Interviews mit Betroffenen und Verantwortlichen in Unternehmen wird zudem ein Wert – das eigentliche Inklusionsbarometer Arbeit – errechnet, der es ermöglicht, die Situation behinderter Arbeitnehmer im Verlauf der Jahre zu vergleichen. Für das Jahr 2016 wurde ein Wert von 106,7* ermittelt. Dies zeigt eine eindeutige Verbesserung zum Vorjahr, 2015 betrug er 101,2. Daher konstatiert die Aktion Mensch "eine deutlich verbesserte Inklusion von Schwerbehinderten in den ersten Arbeitsmarkt […]. Sowohl die aktuelle Lage als auch das Klima sind besser als im Vorjahr und im Basisjahr 2013."

Im Rahmen der Befragungen des Barometers war das Thema Barrierefreiheit ein expliziter Punkt. Ihnen ist deutlich zu entnehmen, dass für die Unternehmen das Thema an Relevanz gewinnt. Während 2015 noch 27 Prozent der befragten Firmen nicht barrierefrei waren, sind es jetzt nur noch 20 Prozent. Die Ergebnisse zeigen zudem deutlich, dass die Bereitschaft zur Barrierefreiheit bei größeren Unternehmen ausgeprägter zu sein scheint. So sind lediglich acht Prozent der befragten großen Unternehmen nicht barrierefrei. Bei den kleinen Unternehmen sind es hingegen 48 Prozent nicht, was ein Anstieg von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist. Hier ist also noch einiges zu tun.

*Berechnet wird diese Zahl als arithmetisches Mittel der Werte für Inklusionslage und -klima (normiert auf das Basisjahr 2013). Weitere Angaben finden Sie auf S. 36 des aktuellen "Inklusionsratgebers Arbeit".

Politisches Engagement und digitaler Service

Wie ernst Barrierefreiheit inzwischen hierzulande genommen wird, lässt nicht zuletzt die Errichtung einer offiziellen und zentralen Anlaufstelle erkennen. Am 19. Juli 2016 wurde die Bundesfachstelle Barrierefreiheit von Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, offiziell eröffnet. Diese ist für eine Vielzahl an Aufgaben zuständig. So ist sie nicht nur der Ansprechpartner zum Thema für staatliche Behörden. Ebenso gehören der Austausch mit Forschung und Wirtschaft sowie die Öffentlichkeitsarbeit zu ihren Aufgaben.

Dass Barrierefreiheit in Deutschland auch längst in der Welt von Apps und Co. angekommen ist, zeigt die REHADAT-Förderfinder-App auf exemplarische Weise. Sie ist ein Projekt von REHADAT-talentplus, einem kostenfreien Webportal des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, das zudem durch den Ausgleichsfonds des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales gefördert wird. Die Förderfinder-App erleichtert die Suche nach Förderungsmöglichkeiten, sowohl bundesweit als auch bundeslandspezifisch. Im Detail können weiterführende Informationen zu den einzelnen Möglichkeiten abgerufen werden. Abgerundet wird die App durch ein "Lexikon der beruflichen Teilhabe" mit über 300 Beiträgen.

Barrierefreie Arbeitsplätze eröffnen Chancen

Vorschau Video Barrierefreier Arbeitsplatz
Barrierefreie Arbeitsplätze eröffnen Chancen

Kommen wir nun vom eher Abstrakten zum Konkreten: dem Arbeitnehmer mit Behinderung an seinem Arbeitsplatz. Wie kann etwa in der Industrie barrierefreies Arbeiten gewährleistet werden?

Hier kommt es vor allem auf Flexibilität an. Mit einem modernen, barrierefreien Arbeitsplatz ist eine flexible Anpassung an die individuellen körperlichen Fähigkeiten möglich. Besonders deutlich wird dies an elektrisch höhenverstellbaren Tischen und ergonomisch ausgerichteten Arbeitsstühlen.

Doch hier endet die individuelle Anpassbarkeit nicht. Ebenso muss ein barrierefreier Industriearbeitsplatz dafür sorgen, dass sich die Material- und Werkzeugbereitstellung spezifisch anpassen lässt. Möglich wird dies durch einen modularen Aufbau und mehrachsige Schwenkarme. Obwohl es in diesem Beitrag um die Gegenwart geht, sollten Unternehmen in Sachen Barrierefreiheit den Blick zudem ausdrücklich in die Zukunft richten; denn ergonomisch ausgerichtete Arbeitsplatzsysteme dienen nicht zuletzt der Prophylaxe. Wer seine Mitarbeiter frühzeitig schont, erhält die Produktivität bestens ausgebildeter und motivierter Arbeitnehmer und beugt dem Fachkräftemangel vor.

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