Neubau eines Fitness-Studios

Beitrag Neubau eines Fitness-Studios

Autor: Herbert Schmidt Antworten: 2 letzte Antwort: 2010-12-31 08:24:30 von Sabine Dittmann

AutorBeitrag
Beitrag
Herbert Schmidt
erstellt:
14.12.2010, 17:44

Neubau eines Fitness-Studios

Im Zuge des Bauantragsverfahrens (Bayern) für den Neubau eines Fitness Studios erklärt der zuständige Behindertenbeauftragte, das Gebäude falle unter die Definition eines öffentlich zugänglichen Gebäudes und müsse deshalb barrierefrei errichtet werden. Dies würde eine Rampe am Eingang, geänderte Zugangskontrolle, barrierefreies WC und bodengleiche Duschanlage, sogar einen speziellen Aufzug bedeuten, damit der Behinderte ins 1.OG zu der Trainungsfläche gelangen kann. Hier ist dann der 2. Rettungsweg noch nicht einmal geklärt.

Der Betreiber und Bauherr weist darauf hin, dass er in seiner Kundschaft keine Personen mit einer derartigen Behinderung habe, sodass hier keine barrierefreien Maßnahmen nötig sind. Ferner erklärt der Betreiber, er sei auch in Zukunft nicht auf Kunden mit Mobilitätseinschränkungen eingerichtet.
Es muß hier doch eine Möglichkeit geben, die Forderungen des Behindertenbeauftragten zu entkräften. Es geht dem Bauherren nicht darum, nötige und sinnvolle Einbauten nicht ausführen zu wollen. Aber es kann doch nicht sein, dass hier Anforderungen für bestimmte Nutzer durchgesetzt werden, die es in der Realität gar nicht gibt. Ich denke, es hängt sicher auch mit dem Begriff des öffentlichen Gebäudes zusammen und welche Stätten als Sportstätten im Sinne des § 50 der Musterbauordnung definiert sind.

Antworten

Beitrag
Helga Baasch
erstellt:
15.12.2010, 07:37

Expertenseite

Neue Gebäude sollten nachhaltig errichtet werden, um zukunftssicher und werthaltig zu bleiben. Zum nachhaltigen Bauen gehört auch das Barrierefreie Bauen, deshalb sollten neue Gebäude nach den Grundsätzen des Barrierefreien Bauens errichtet werden, auch wenn die Forderungen nicht in jedem Bundesland für alle Gebäude in den Landesbauordnungen oder Technischen Baubestimmungen enthalten sind. Im Oktober 2010 ist die neue DIN 18040, Teil 1 "Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen - Öffentlich zugängliche Gebäude" veröffentlicht worden. Diese könnte für Sie als Architekt als Planungsgrundlage dienen. Zur Vermeidung späterer Rechtsstreitigkeiten im Bezug auf die Barrierefreiheit des geplanten Fitness-Studios rate ich Ihnen, mit Ihrem Bauherren dazu eine verbindliche Vereinbarung zu treffen. Diese sollte im Einvernehmen mit dem Behindertenbeauftragten erfolgen. Mein Kompromissvorschlag wäre in Ihrem Fall:
Schaffung eines barrierefreien Zugangs zum Gebäude. Vielleicht kann durch Geländeanhebung des Zuganges die Rampe entfallen.
Sicherung der Nachrüstbarkeit für einen barierefreien Zugang zum Obergeschoss, z.B. durch einen Treppenlift.
Barrierefreie Gestaltung des Sanitärbereiches im Obergeschoss durch Einbau von bodengleichen Duschen, die inzwischen Standard geworden sind. Im WC-Raum sollten die erforderlichen Bewegungsflächen vor und neben dem "Behinderten"-WC "freigehalten" werden.
Durch diese Maßnahmen entstehen dem Bauherren fast keine Mehrkosten. Mit Ihrem Planungsvorschlag zur barrierefreien Gestaltung haben Sie als Architekt Ihrer Hinweis- und Beratungspflicht gegenüber Ihrem Bauherren erfüllt.

... auf nullbarriere.de

DIN 18040-1 - Öffentlich zugängliche Gebäude

Rampen, Treppen, Handlauf

Beitrag
Sabine Dittmann
erstellt:
31.12.2010, 08:24

Haben Sie mal überlegt, dass auch Rollstuhlfahrer zu den Kunden einesFitness-Studios gehören könnten? Ich bin Rollstuhlfahrerin und wäre froh, wenn ich ohne weite Anfahrtswege ein benutzbares Studio finden würde. In diesem Sinne: Bauen Sie barrierefrei (und zwar ohne Wenn und Aber) und erschließen Sie einen ganz neuen Kundenkreis!
Der Hinweis des Bauherrn, er habe keine Rollifahrer als Kunden, ist Unsinn: Natürlich hat er keine, solange sein Studio nicht zugänglich ist. Denn zuerst muss Barrierefreiheit gewährleistet sein, dann kommen auch entsprechende Kunden!

Raumspartür - Dreh-FalttürHandlauf und Geländer für Treppe, Rampe und BalkonRampen-Systeme für innen und außenModulare RollstuhlrampenLeitsysteme, Türschilder, Handlaufinformationen, TasttafelnErste-Hilfe-Schrank, Spuckschutz für Unternehmen, Gewerbe und Handel

Symbole

Beiträge: Beitrag Beitrag Neuer Beitrag Neuer Beitrag Wichtiger "Sticky" Beitrag, keine Antworten möglich Wichtiger "Sticky" Beitrag, keine Antworten möglich Beitrag noch nicht moderiert! Beitrag noch nicht moderiert!

Moderator

Alles barrierefrei bauen

Frau Dipl.-Ing. Helga Baasch

16761 Hennigsdorf OT Stolpe-Süd

Inhouse-Seminar

Weiterbildung Sie möchten Ihre Mitarbeiter, Vertriebspartnern oder Kunden die Möglichkeit geben, sich zum aktuellen Stand von Normen und Gesetzen auf dem Gebiet des barrierefreien Bauens informieren?

Fachvorträge, Inhouse-Seminare, Weiterbildung zum Barrierefreien Bauen