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Pflegestufe bei Muskeldystrophie Duchenne

Beitrag Pflegestufe bei Muskeldystrophie Duchenne

Autor: Anonym Antworten: 3 letzte Antwort: 2011-02-09 20:19:29 von Katy Just

AutorBeitrag
Beitrag
Anonym
erstellt:
17.09.2010 12:42:06

Pflegestufe bei Muskeldystrophie Duchenne

Sehr geehrte Damen und Herren,
unser 8jähriger Sohn leidet an Muskeldystrophie Duchenne. Ihm wurde im Januar 2008 Pflegestufe 1 zugesprochen. Nach erneuter Begutachtung im August d.J. wird ihm diese wieder aberkannt, weil er "angeblich" eine wesentliche Änderung eingetreten ist.
Bei der Erkrankung handelt es sich allerdings um einen progressiven Verlauf, wo sich eine Änderung nur im negativen Sinn stattfinden kann.
Ich meine mich erinnern zu können, dass es ein Gesetz gibt, das da aussagt, dass bei progressiven Erkrankungen die Pflegestufe gar nicht aberkannt werden kann. Können Sie mir weiterhelfen?

Antworten

Beitrag
masmeier
erstellt:
20.09.2010 13:24:36

Hallo,
diese Information kann ich so nicht bestätigen. Zwar gibt es die Bestimmung des Artikel 45 Pflegeversicherungs-Gesetz (PflegeVG); diese besagt aber lediglich, dass in den Fällen, in denen bei Inkrafttreten des Leistungsteils der Pflegeversicherung am 01.04.1995 Schwerpflegebedürftigkeit nach den bis dahin geltenden Bestimmungen des SGB V (Recht der gesetzlichen Krankenversicherung) anerkannt war, automatisch eine Einstufung in die Pflegestufe II der Pflegeversicherung zu erfolgen hatte und eine erneute Begutachtung durch den MDK nicht erfolgen sollte, es sei denn, es werde eine höhere Pflegestufe beantragt. Diese Bestimmung ist später durch sozialgerichtliche Rechtsprechung dahingehend ergänzt worden, dass die Pflegekasse in diesen Fällen nur dann eine erneute Begutachtung durch den MDK veranlassen darf, wenn ihr begründete Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Kriterien der Schwerpflegebedürftigkeit bei der betreffenden Person nicht mehr erfüllt sind.

Allerdings sehen die Begutachtungsrichtlinien (BRi), die vom Spitzenverband Pflegekassen gemeinsam beschlossen worden sind, vor, dass in bestimmten Fällen auf eine erneute Begutachtung verzichtet werden kann. Eine solche Entscheidung liegt allerdings im Ermessen des Gutachters/der Gutachterin des MDK.

Sie sollten ein so genanntes Pflegetagebuch führen, in dem Sie alle erbrachten pflegerischen Leistungen mit der hierfür aufgewendeten Zeit festhalten (mindestens über einen Zeitraum von 14 Tagen) und dessen Ergebnisse mit den Feststellungen des MDK zum erforderlichen Zeitaufwand abgleichen. Vorab sollten Sie bei der Pflegekasse zur Fristwahrung Widerspruch einlegen mit dem Vermerk "Begründung folgt" und gleichzeitig das MDK-Gutachten anfordern. Bei weiteren Nachfragen nehmen Sie bitte direkten Kontakt zu mir auf über meine Homepage www.politik-fuer-menschen-mit-handicap.de/kontakt.htm.

Beitrag
Richter Heike
erstellt:
27.09.2010 17:48:06

Hallo,
ich bin eine Mutter von einem 13jährigen Duchenne-Jungen.
Meine Frage zunächst ist, wann haben Sie das Ergebnis von der Beurteilung bekommen. Versteifen Sie sich nicht zu sehr auf irgendein Gesetz. Lassen Sie sich am Besten von der Krankenkasse eine Kopie des Gutachtens schicken. Wenn das Ergebnis älter als vier Wochen ist, stellen Sie einen neuen Antrag auf Pflegestufe.
Versuchen Sie es evtl. mal mit einem Pflegetagebuch. Es gibt außerdem eine Tabelle mit den Zeiten des Pflegeaufwandes bei einem gesunden Kind in Minuten pro Tag.
Sie sollten auch wissen, dass der Medizinische Dienst bei der Krankenkasse angestellt ist. Wenden Sie sich evtl. noch an Ihr betreuendes SPZ. Wenn Sie Interesse haben, ich könnte Ihnen Unterlagen zum Thema Pflege zukommen lassen. Für alles reicht hier der Platz nicht aus.

Mein Sohn hat mitlerweile Pflegestufe III und ich weiss, was das für schwere Wege sind, um Pflegestufen durchzusetzten. Also nicht aufgeben und dranbleiben auch wenn es nervig ist.

LG Heike

Beitrag
Katy Just
erstellt:
09.02.2011 20:19:29

Mein Sohn ist auch an einer Muskeldystrophie seit seiner Geburt erkrankt.
Seit dem 2. Lebensjahr bekommt er sogar die Pflegestufe 2.
Du kannst mich auch gern anrufen 035754 985547. Ich kenne auch einen Fall, wo die Pflegestufe weggenommen wurde. Erst 2 Jahre danach hat die Mutter einen Anwalt eingeschaltet. Die Kasse musste rückwirkend alles nachzahlen.
Bei einer Muskelerkrankung ist es ein Witz, keine Pflegestufe zu erhalten. Rufe mich an, dann kann ich Dir mehr erzählen.

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