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Anforderungen an einen personenbezogenen ...

Beitrag Anforderungen an einen personenbezogenen Schwerbehindertenparkplatz

Autor: Nicol Jensen Antworten: 5 letzte Antwort: 2017-10-26 13:38:39 von Antonio Gottwald

AutorBeitrag
Beitrag
Nicol Jensen
erstellt:
09.01.2017 15:39:45

Anforderungen an einen personenbezogenen Schwerbehindertenparkplatz

Mein Mann hat von der Stadt einen personenbezogegen Schwerbehindertenparkplatz eingerichtet bekommen.
Jetzt ist unsere Frage: Gibt es da auch für eine Stadt Vorschriften, wie die Beschaffenheit zu sein hat ?
Denn der Bordstein ist an diesem Parkplatz sehr hoch und nicht abgesenkt. Das bedeutet, dass mein Mann oft an 1-3 Autos mitten auf einer Strasse vorbei muss, um die nächste Bordsteinabsenkung nutzen zukönnen.

Antworten

Beitrag
Helga Baasch
erstellt:
09.01.2017 15:47:28

Expertenseite

Auf nullbarriere.de können Sie sich informieren, welche Anforderungen an einen Behindertenparkplatz gestellt werden. Meine Empfehlung: Setzen Sie sich mit dem Tiefbauamt in Verbindung. Vielleicht kann der Stellplatz in der Nähe der Bordsteinabsenkung ausgewiesen werden.

... auf nullbarriere.de

DIN 18040-3 Parkplatz

Beitrag
Bernhard Kohaupt
erstellt:
12.01.2017 17:10:46

Expertenseite

Die Anforderungen an barrierefreie Parkplätze sind eindeutig geregelt. So werden sie in der DIN 18040-3 unter 5.5 genannt. Danach muss die „Bewegungsfläche für den Seiten- bzw. Heckausstieg stufenlos, z. B. über einen abgesenkten Bord, an den Gehweg angebunden“ sein. Ähnlich ist die Vorgabe in der Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen RASt 06. Hier heißt es: „Bei Parkständen für Rollstuhlbenutzer ist auf einer Fahrzeugseite ein lichter Abstand von 1,75 m einzuhalten. Von hier muss eine direkte barrierefreie Zufahrt zum Gehweg vorhanden sein.“ Auch die Anforderungen in den Empfehlungen für die Anlagen des Ruhenden Verkehrs (EAR) sind identisch.

Beitrag
Nicol Jensen
erstellt:
13.01.2017 10:04:23

Eigentlich ist direkt hinter der Einzeichung für den Parkpatz von meinen Mann ein abgesenkter Bordstein , sogar als Einfahrt und Feuerwehrzufahrt makiert. Aber unser Ordnungsamt schreibt einfach keine Ordnungsgelder oder lässt nicht Abschleppen, wenn dort jemand steht.
Bei der damaligen Ortsbegehnung sagte sogar der Polizist, der dabei war, dass dort niemand mehr stehen darf.

Beitrag
Nicol Jensen
erstellt:
13.01.2017 10:08:10

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten :)

Neuer Beitrag
Antonio Gottwald
erstellt:
26.10.2017 13:38:39

Ein "personenbezogener Parkraum/Parkplatz" unterliegt nicht der DIN 18040! Da es sich hier nicht um einen "öffentlichen Parkplatz im Sinne der STVO" handelt.

Der Parkplatz ist ausschließlich für eine Person, zur privaten Nutzung , zum Abstellen seines Kfz gedacht.
Eine individueller "Schwerbehindertenparkplatz" kann daher auch nur von der betreffenden Person genutzt werden und nur von der betreffenden Person als "schwerbehinderten gerecht eingerichteten Parkplatz" angesehen werden.
Da aber schwerbehinderte Menschen unterschiedliche Formen einer Behinderung haben, sind auch ggf. "nur" geringe Anforderungen an einen solchen Parkplatz gegeben. Daher kann man die DIN 18040 hier nicht als Maßstab sehen.

Es gibt personenbezogene Behindertenparkplätze, die "nur" die Gehstrecke zur Wohnung vermindern sollen.
Manchem Rollifahrer reicht ein normaler Parkplatz aus, da sie den Rolli selbst zerlegen vom Fahrersitz aus und diesen selbst im Fahrzeuginneren verstauen.
Prothesenträger brauchen auch nicht den regulären "Behindertenparkplatz nach DIN" und haben dennoch ein Anrecht auf Behindertenparkplätzen nach DIN zu parken.

Ein "Behindertenparkplatz ist daher eine individuelle" Angelegenheit.
Es gibt viele Nutzer eines Behindertenparkpatzes, die die Fläche des Parkens nicht richtig nutzen. Regulär müsste die Autoseite näher an der Parkplatzmakierung stehen, wo nicht der behinderte Mensch aussteigt.
Ich sehe meist nur, das die Autos mitten auf der Parkfläche stehen - was nicht der Sinn der großen Parkfläche sein sollte. Aber auch Rollifahrer machen den gleichen Fehler und beklagen sich über zu geringe Parkfläche.

Daher sollte man sich einvernehmlich nochmals mit der Stadtverwaltung zusammen setzen und eine für beide Seiten gute Lösung finden.
Als Anwohner hat man nicht das prinzipielle Recht, dass eine Kommune einen persönlich bezogenen Parkplatz für ca. 20 000 € (Umbaukosten) einrichtet. Auch eine Stadt hat nur einen gewissen finanziellen Spielraum.
Und wie gesagt: Miteinader reden, Probleme aufzeigen, gemeinsam zufriedenstellende Lösungen suchen & finden. Sicherlich kann man sich auch auf Paragrafen berufen, nur da steht die Kommune bereits als Sieger, wie in diesen Fall, bereits fest. Und das kann ja nicht im Sinne des Problems sein.

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