DIN 18040-3:2013-05 Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen: Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum

Veröffentlichung der DIN 18040-3:2014-12 Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen - Teil 3: Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum

Die Norm DIN 18040-3 komplettiert die beiden anderen Normteile zum barrierefreien Bauen, DIN 18040 Teil 1 für öffentlich zugängliche Gebäude und DIN 18040 Teil 2 für den Wohnungsbau. Die alte DIN 18024 Teil 1 ist damit hinfällig.

Für den öffentlichen Raum liegen mit dieser Norm nun alle relevanten Regelwerke zur Barrierefreiheit in aktualisierter Fassung vor.

Seit der letzten Ausgabe der DIN 18024 sind 15 Jahre vergangen. In dieser Zeit erhielt die gesellschaftliche Aufgabe, barrierefrei zu bauen, zunehmendes Gewicht. Die barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raums und der Verkehrsinfrastruktur hat seitdem sichtbare Fortschritte gemacht. Die seitherigen Erfahrungen und Diskussionen sind nun in die neue Norm eingeflossen.

Gegenüber der DIN 18024 Barrierefreies Bauen - Teil 1: Straßen, Plätze, Wege, Öffentliche Verkehrs- und Grünanlagen sowie Spielplätze – Planungsgrundlagen von 1998 enthält die jetzt vorliegende DIN 18040-3 wesentliche Ergänzungen und Erweiterungen. Zunächst sind Schutzziele vorangestellt, Ziele, die Maßstab für jede Baumaßnahme - auch im Bestand – sind.

Übernommen wurden im Wesentlichen die Anforderungen an den Raumbedarf. Präzisiert wurden die Anforderungen an das Gefälle von Rampen und Gehwegen, insbesondere an das Quergefälle.

Neu aufgenommen: sensorische Anforderungen

Neu aufgenommen wurden die Anforderungen, die sich aus den Bedürfnissen von Menschen mit sensorischen Einschränkungen ergeben. Bezüglich der Anforderungen blinder und sehbehinderter Menschen wird immer wieder auf die DIN 32984 Bodenindikatoren im öffentlichen Raum verwiesen oder deren Regelung übernommen. Die enge Abstimmung beider Normen kommt auch darin zum Ausdruck, dass der Normausschuss Bauwesen die Mitträgerschaft der DIN 32984, die vom Normenausschuss Medizin formuliert wurde, übernommen hat.

Wesentlich verändert und erweitert wurden die Vorgaben für Querungsstellen. In der DIN 18024 von 1998 war der 3 cm hohe Bord noch Standard, der neue Normentwurf setzt jetzt die getrennte Querungsstelle mit differenzierter Bordhöhe an die erste Stelle, also einen Querungsbereich für Gehbehinderte (und alle mit Kinderwagen, Rollkoffern u.ä.) mit einer Absenkung des Bordes auf Fahrbahnniveau sowie einen besonderen Querungsbereich für Blinde und Sehbehinderte mit höherem Bord. Ob die geforderten 6 cm Bordhöhe sich langfristig durchsetzen werden, wird vom Verfasser allerdings bezweifelt.

Die Zulassung einer Nullabsenkung ist jedenfalls eine der grundlegenden Veränderungen gegenüber der alten Norm. Hier greift die neue Norm endlich das auf, was in vielen Kommunen längst praktiziert wird und was im Jahre 2006 in der RASt 06 und dem hessischen Leitfaden Unbehinderte Mobilität bereits eingeführt wurde.

Die "alte" Querungsstellenform mit dem auf 3 cm abgesenkten Bord bleibt nach dem Normentwurf aber weiter möglich. Neu ist die grundsätzliche Forderung nach Bodenindikatoren. Dabei wird unterschieden zwischen "gesicherten Querungsstellen" (mit Lichtsignalanlage oder Fußgängerüberweg/ Zebrastreifen) und "ungesicherten Querungsstellen". Diese Unterscheidung stützt sich auf die DIN 32984.

Die Vorgaben für Anlagen des öffentlich zugängliche Personenverkehrs geben im Wesentlichen wider, was gegenwärtig Standard ist und praktiziert wird. Hier waren die Anforderungen der Barrierefreiheit im Wesentlichen in den Regelwerken der Bahn und anderer Betreiber enthalten und ließen wenig Spielraum.

Neu eingefügt wurden schließlich noch - meist eher allgemein formulierte - Anforderungen an Grün- und Freizeitanlagen und den Naturraum.

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Autorinfo

Logo: Herr Dipl.-Ing. Arch. Bernhard  Kohaupt

Herr Dipl.-Ing. Arch.
Bernhard Kohaupt

60489 Frankfurt

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Schwerpunkt ist die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum: Gehwege, Wegenetze, Querungsstellen, Haltestellen, Bodenindikatoren, Treppen und Rampen

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Zusatzinfo

Für diesen Norm-Entwurf ist das Gremium NA 005-01-11 AA "Barrierefreies Bauen (SpA zu ISO/TC 59/SC 16, SpA CEN/BT/WG 207)" im DIN zuständig.

Änderungsvermerk:

Gegenüber DIN 18024-1:1998-01 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

  • a) Inhalte vorgenannter Norm grundlegend überarbeitet und umstrukturiert;
  • b) sensorische Anforderungen neu aufgenommen;
  • c) Schutzziele aufgenommen.

E DIN 18040-3 Inhalt

din18040-3-inhaltsverzeichnis.pdf

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