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Barrierefreies Planen und Bauen bei den Landesarchitektenkammern

Die Arbeit der 16 Landesarchitektenkammern bezüglich barrierefreiem Planen und Bauen 2014

Barrierefreiheit nützt allen Generationen, ob mit oder ohne Handicap. Dieses Bewusstsein setzt sich in der Gesellschaft langsam aber stetig immer weiter durch. Deshalb fragt nullbarriere.de alle zwei Jahre bei den Landes- und der Bundesarchitektenkammer nach, worin ihre Arbeitsschwerpunkte zu diesem Thema lagen. Die Ergebnisse liefern wir diesmal in alphabetischer Reihenfolge.

Die DIN 18040-1/-2 ist in Bayern und Berlin inzwischen bauaufsichtlich eingeführt, Baden-Württemberg zieht 2014 nach

"Einfach gestalten für alle Generationen" lautet das Jahresmotto 2014 in Baden-Württemberg. Damit rückt die Architektenkammer (AKBW) Barrierefreiheit als wesentlichen Bestandteil einer nachhaltigen Gestaltung wieder in den Fokus, denn gerade die zahlreichen Beratungsanfragen dort zeigen, dass bei diesem Thema noch ein großes Maß an Aufklärung nötig ist. Das gilt beispielsweise für die Anwendung einschlägiger Planungsnormen, ebenso wie für bauordnungsrechtliche Vorschriften.
Zu Novellierung der Landesbauordnung verweist die AKBW auf ihre aktuelle Stellungnahme. Welche Anforderungen resultieren aus dem demografischen Wandel? Zur entsprechenden Bewusstseinsbildung wirbt man auf diversen Veranstaltungen in der Landesgeschäftsstelle immer wieder mit einem Alterssimulationsanzug, in dem Interessierte sich die tatsächlichen Belastungen sehr gut vergegenwärtigen können. Die Kammermitglieder werden vor allem durch Seminare für barrierearmes bzw. barrierefreies Planen und Bauen sensibilisiert, denn letztlich profitieren davon alle - Kinder, Eltern und Großeltern, mobilitätseingeschränkte Menschen oder Personen mit Sehbehinderungen. Zusammen mit dem Sozialverband VdK werden derzeit die Beratungen für Bauherren verbessert.
Seit Dezember 2013 gibt es außerdem die Broschüre "Nachhaltiges Bauen – was steckt dahinter?". Auch zwei Wanderausstellungen werben nach wie vor für barrierefreies Planen und Bauen. In der zweiten Jahreshälfte 2014 wird in dem Bundesland die DIN 18040-1 und -2 eingeführt.

In Bayern sind die beiden Normteile bereits seit 1. Juli 2013 Eingeführte Technische Baubestimmung (ETB) in der Landesbauordnung. Die daraus resultierenden Fragen werden gebündelt und in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium allgemein anwendbare Lösungsansätze erarbeitet. Auch die Erstellung von zwei Kommentar-Broschüren zu den beiden ersten Teilen der DIN 18040 bildet einen Arbeitsschwerpunkt. Unter anderem sammelt man auch Fallbeispiele zum Thema "Brandschutz und Rettungswege für Menschen mit Handicap und ältere Menschen".
Die Beratungsstelle Barrierefreies Bauen ist mit fest installierten Ansprechpartnern seit über 30 Jahren aktiv und blickt damit bundesweit sicher auf den größten Erfahrungsschatz. Barrierefreiheit hat hier inzwischen grundsätzlich in den Auslobungstexten von Architekturwettbewerben Einzug gehalten. Sie wird als Kriterium in fast allen Planungsaufgaben wahrgenommen. Mindestens zwei Veranstaltungen der Kammerakademie pro Halbjahr beschäftigen sich darüber hinaus mit dem Thema im Rahmen der Weiterbildung.
Auch in den Studienarbeiten an den Hochschulen ist eine deutliche Zunahme der konsequenten Implementierung der Thematik zu verzeichnen. Zu den politischen Aktivitäten der bayerischen Architektenkammer zählen Stellungnahmen zu Änderungen der Bauordnung, zum Umfang der ETB, zu Musterverordnungen sowie deren Umsetzung auf Landesebene. Da das Informationsbedürfnis hoch ist, die Fragestellungen deutlich komplexer werden und eine zunehmend am Performanceprinzip orientierte Gestaltungskompetenz zu beobachten ist, werden inzwischen auch kurzfristig Papiere zur Erläuterung von Einzelthemen an die Architektenschaft ausgegeben. Die Wanderausstellung "Barrierefreies Bauen" wird neu aufgelegt.

Auch Berlin hat die bauaufsichtliche Einführung der DIN 18040 (Teile 1 und 2) weitgehend abgeschlossen. Themen der Landesarchitektenkammer und ihres Arbeitskreises "Universal Design/ Barrierefreiheit/ Demografie" sind derzeit "Wohnen und Wohnquartiere, barrierefrei und generationsübergreifend". Darüber hinaus widmet man sich dem Symposium "Barrierefreies Wohnen in Berlin". 2013 fand das Symposium "Universal Design versus Baukultur" statt. Außerdem wurde der studentische Fotowettbewerb "mission accessible" ausgelobt, dessen Ergebnisse dann in einer auflagenstarken Postkartenaktion veröffentlicht wurden.
Beim jährlich ausgeschriebenen Architekturpreis der Kammer hat der für Barrierefreiheit zuständige Arbeitskreis einen Erläuterungstext zum Thema in Bezug auf Sensorik, Kognition und Motorik gefordert. Außerdem wichtig ist die Weiterbildung, deshalb gibt es ein umfangreiches Seminarangebot und eine mehrmonatige Ausbildung zum Fachplaner und Sachverständigen.

Politisches Handeln und die Kooperationen mit Hochschulen als wichtige Handlungsfelder am Beispiel Brandenburg und Bremen

Die Kammer in Brandenburg setzt sich intensiv mit politischen Handlungsfeldern im barrierefreien Bauen und Planen, wie einem behindertenpolitischen Maßnahmenpaket, der Dresdner Erklärung und dem Bauordnungsrecht des Landes auseinander. Die Themenfelder 2013/14 sind "Barrierefreiheit vs. Brand- und Denkmalschutz", Barrierefreiheit durch Anpassung von Bestandswohnraum, Zusammenarbeit mit Hochschulen, Außendarstellung der Ausschussarbeit, die Musterbauordnung sowie eine Zusammenarbeit mit Landesregierung, Behörden und Institutionen, wie Förderbanken.
Außerdem kam bei den Architekten das Fortbildungsprogramm zur DIN 18040 (Teile 1 und 2) sehr gut an und wird deshalb sogar weiter ausgebaut. Aber auch die fachübergreifende Beratung von Bürgern, Bauwilligen, Ratsuchenden, Behörden und Fachkollegen bildet einen zentralen Arbeitsschwerpunkt. Mit der BTU Cottbus gab es mehrere Kooperationen mit einer Hochschule. Beispielsweise wurde ein Studentenwettbewerb und eine Kampagnen-Aktion zum Thema durchgeführt.

In Bremen gibt es eine enge Kooperation zwischen der Landesarchitektenkammer und der Beratungsstelle "kom-fort", die 2013 ihr zehnjähriges Jubiläum feiern konnte. Bei steigender Nachfrage wurden hier auch weiterhin sowohl Planer als auch Bürger zu den Themen Wohnanpassung sowie barrierefreies Planen und Bauen beraten. Diese Tätigkeit soll weiterhin ausgebaut werden. Die Einführung der DIN 18040 in die Landesbauordnung ist zwar noch nicht vollzogen, der Abstimmungsprozess zwischen dem Behindertenbeauftragten des Bundeslandes und dem zuständigen Bauressort soll aber noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Bei Anhörungen und den Beteiligungsverfahren ist hier auch die Kammer politisch aktiv.
Außerdem ist ein weiterer Arbeitsschwerpunkt, zu allen drei Teilen der Norm entsprechende Fortbildungen anzubieten. Ferner soll zusammen mit dem Wirtschaftsressort im Rahmen des Projektes WAGT (Wohnen, Gesundheit, Alter, Technik) eine Internetseite zum Thema AAL (Altersgerechte Assistenzsysteme) eingerichtet werden.
Weitere Kooperationen gibt es u.a. im Bereich der Arbeit zur Umsetzung der UN-Behindertenkonvention und bei der Erhöhung barrierefreier, vor allem rollstuhlgerechter Wohnungen. Die Beratungsstelle in Bremen führt derzeit Gespräche mit der dortigen Hochschule über ein gemeinsames Studienprojekt zum Thema "Barrierefreiheit im Reihenhaus". Die Architekten- und Ingenieurskammern bieten im Rahmen der Fort- und Weiterbildungen regelmäßig themenrelevante Seminare an und man nimmt an verschiedenen Fachmessen sowie dem Bundesprojekt KIQ (Kooperation im Quartier) teil.

Wie auch vor zwei Jahren, erreichte den Autoren aus Hamburg auch nach über fünf Wochen Abwartens auf die Antwort seiner schriftlichen Anfrage keinerlei Reaktion, obwohl die dortige Kammer über einen eigenen Sachbearbeiter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verfügt.

Weiterbildungen zum barrierefreien Bauen und zur DIN 18040 auch in Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen

Vor zwei Jahren angekündigt, wurde inzwischen in Hessen der neue Zertifikats-Lehrgang "Barrierefreies Planen und Bauen" weiter konzipiert und sogar erstmals durchgeführt. Ein Experten-Team vermittelt hier in insgesamt neun Tagen (vier Blöcke à zwei Tage und ein Prüfungstag) aktuelles Wissen und verknüpft Theorie und Praxis zu einem wirkungsvollen Ganzen. In enger Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Frankfurt, die nach wie vor den Master-Studiengang "Barrierefreie Systeme" anbietet, besuchen die Teilnehmer auch die dortige Ausstellung zur Technischen Assistenz für Menschen mit Beeinträchtigungen (AAL, Ambient Assisted Living). Wer die Fortbildung mit Zertifikat abschließt, wird künftig in einer Experten-Liste geführt und kann somit die erworbene Qualifikation auch werbewirksam einsetzen. Der nächste Lehrgang wird voraussichtlich im Frühjahr 2015 stattfinden, bereits im Juli diesen Jahres startet das Aufbaumodul "Brandschutz für schutzbedürftige Personen".
Aber die Kammer wurde unter anderem auch politisch aktiv und hat mehrfach vergeblich versucht, das Hessische Sozialministerium dafür zu gewinnen, fachspezifische Beratungen für Architekten nach dem Vorbild von Bayern, finanziell zu fördern.

Aus Mecklenburg-Vorpommern erreichte den Autoren leider bisher keine Antwort auf seine Fragen zum Thema. Der Beitrag wird allerdings sicher demnächst nachgereicht.

Auch in Niedersachsen geht es darum, das Wissen um die DIN 18040 weiter in der alltäglichen Arbeit der Architekten zu verankern, denn die Anforderungen an Kenntnisse beim bisherigen barrierefreien Bauen sind eben nicht deckungsgleich mit dem Regelwerk der Norm. Ziel ist daher, die entsprechende Arbeitshilfe der Kammer zu erweitern und aufzubereiten, um damit gutes Material für die Beratungsstelle bereitzustellen.
An den Hochschulen jedoch spielt das Thema nicht zuletzt wegen der faktischen Studienzeitverkürzung eher eine untergeordnete Rolle. Allerdings wird für ausstudierte Architekten einmal pro Halbjahr ein Seminar zur DIN 18040 angeboten und auch gut besucht. Dennoch ist mit der bauaufsichtlichen Einführung der Norm das Interesse insgesamt weniger gestiegen als erwartet.

Zum Thema Barrierefreiheit bildet die Schulung der Mitglieder auch in Nordrhein-Westfalen einen Arbeitsschwerpunkt der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen. Darüber hinaus wird das Projekt "NRW lebt" gestartet, in dem man sich in den nächsten drei Jahren sehr intensiv mit den Folgen des demografischen Wandels auseinandersetzen will. In diesem Zusammenhang wird auch barrierefreies Planen und Bauen eine sehr zentrale Rolle spielen. Ferner engagiert sich die Kammer im Integrationsrat des Bundeslandes und im Kuratorium "Qualitätssiegel betreutes Wohnen".
Die Normenreihe 18040 ist in NRW nicht bauaufsichtlich eingeführt. Die notwendige Beachtung erfährt das barrierefreie Bauen über die Generalklausel in § 3 BauO NRW und die spezifischen Anforderungen in den einschlägigen Paragraphen der BauO NRW. In dieser Legislaturperiode ist durch Landesregierung eine Novelle der Landesbauordnung mit wesentlichen Änderungen zum barrierefreien Planen und Bauen geplant.
Die Architektenkammer versteht das barrierefreie Bauen als Querschnittsthema im gesamten Planungsprozess. Das führt dazu, dass es beispielsweise keinen spezifischen Ausschuss gibt, sondern die Thematik in den Ausschüssen "Planen und Bauen", "Innenarchitektur", "Landschaftsarchitektur" und "Stadtplanung" adäquat behandelt wird. Die Kammer berät die Auslober von Architektenwettbewerben, um das Thema Barrierefreiheit im Gesamtkontext der Aufgabenstellung zu verankern. Dasselbe gilt auch für Auszeichnungsverfahren, bei denen man die Thematik als ein Qualitätskriterium von Architektur und Städtebau betrachtet.

Rheinland-Pfalz schafft schon in den Schulen Bewusstsein, das Saarland setzt auf Kooperationen und auch in Sachsen wird der Brandschutz erstmals thematisiert

Die Landesberatungsstelle Barrierefrei Bauen und Wohnen, die in Rheinland-Pfalz sehr eng mit der Architektenkammer kooperiert, möchte künftig bereits bei jungen und ganz jungen Menschen eine Sensibilität für das Thema "Barrierefreiheit" schaffen. Dazu besucht man Projekttage in Schulen mit einem Rollstuhl, Seheinschränkungsbrillen und anderen Hilfsmitteln, die die unterschiedlichen Handicaps veranschaulichen. Ziel ist es dabei, schon in jungen Jahren ein Bewusstsein für barrierefreies Bauen zu schaffen und im Idealfall auch gleichzeitig die Eltern, Lehrer und politisch Verantwortlichen zu erreichen. Außerdem wird das Thema "Raumgestaltung für an Demenz erkrankte Menschen" in den Vortrag der Landesberatungsstelle eingegliedert, die Handwerkskammer Koblenz bietet Schulungen zum barrierefreien Bauen für Handwerker an.
Wettbewerbe werden alle zwei bis drei Jahre durchgeführt. In diesem Jahr ist einer zum Thema "Schulen, Kindertagesstätten, Bildungseinrichtungen – Umbau, Anbau, Neubau" geplant. Außerdem gab es 2013 zwei Ausstellungen und im Februar diesen Jahres einen Infoabend zur Finanzierung von Wohnumbau mit Fördergeldern.
Im 2. Halbjahr wird voraussichtlich das Grundlagenseminar "Barrierefreies Bauen – Die neue DIN 18040" für Absolventen angeboten. Die Landesberatungsstelle arbeitet in vielfältigen Gruppen mit, beispielsweise bei der bundesweiten Arbeitsgruppe "Gut leben im Alter" und bei den regionalen und überregionalen Interessengruppen wie Netzwerk Demenz, Netzwerk Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderungen in RLP.

Die LAK des Saarlandes führte für ihre Mitglieder 2013 zum Thema "Barrierefreies Planen und Bauen" eine ganztägige Weiterbildungsveranstaltung durch. Außerdem bot der Landkreis Merzig-Wadern im Rahmen seines "Aktionsprogramms regionale Daseinsvorsorge" eine entsprechende Fachkonferenz an. Hier war ein Kammermitglied mit seinem Vortrag eingebunden. Das Ganztagsseminar wird auch in der ersten Hälfte diesen Jahres wieder als Weiterbildungsmöglichkeit im Programm stehen.

Sachsen hat im Moment zwei klare Arbeitsschwerpunkte: Zum einen die DIN 18040, zu der im Vorjahr erstmals erfolgreich ein viertägiger Lehrgang durchgeführt wurde. Die Teile 1 und 2 der Norm wurden inzwischen teilweise in der Bauordnung integriert. Das zweite große Thema, zu dem auch eine Arbeitsgruppe eingerichtet wurde, sind derzeit Barrierefreiheit und Brandschutz. Außerdem beteiligt sich die Kammer an der Diskussion um ein Landeskompetenzzentrum für Barrierefreiheit in Sachsen und trifft sich mit Vertretern der Hochschulen.

In Sachsen-Anhalt gibt es nach wie vor weder eine spezielle Arbeitsgruppe noch einen Ansprechpartner für barrierefreies Planen und Bauen bei der Kammer. Das Thema werde hier wie "jedes andere, ohne hervorgehobene Rolle behandelt", beispielsweise als im vergangenen Jahr die Landesbauordnung novelliert wurde.

Umsetzung der DIN 18040 wird in Schleswig-Holstein immer wichtiger, Thüringen vergibt einen neuen Preis und die Bundesarchitektenkammer hebt drei Arbeitsschwerpunkte hervor

Schleswig-Holstein legt den Schwerpunkt der Arbeit bezüglich barrierefreiem Planen und Bauen auf Sanierungen, Neubauten, Gutachten und Vorträgen sowie Fortbildungen. Außerdem ist es ein Wahlpflichtfach im Studiengang Architektur der Fachhochschule Lübeck. Weiterbildungen werden diesbezüglich von diversen Trägern angeboten. Im Bereich des Handwerks übernimmt hier die IHK die Lehrtätigkeit. Die DIN 18040-1 und -2 sind bereits (in Teilen) ETB und man geht davon aus, dass auch Teil 3 nach seiner Veröffentlichung ETB wird. Die Umsetzung der Norm findet im Vergleich zu den Vorjahren wohl mehr Gewicht, so die Kammer.

Die Architektenkammer Thüringen verweist auf ihre regelmäßigen Fortbildungsveranstaltungen über die Bauhaus-Akademie. Außerdem wurde - wie angekündigt - erstmals der Preis "barriereFREI" des Beauftragten für Menschen mit Behinderungen im Bundesland verliehen. Auch die Stiftung Baukultur der Kammer hat diesen mit ausgelobt und es ist geplant, den Preis künftig alle zwei Jahre zu vergeben.

Weil barrierefreies, altersgerechtes Bauen in Politik und Normung ein Diskussionsschwerpunkt ist, wird die Bundesarchitektenkammer in vielen Bereichen berufspolitisch nur auf Bundesebene aktiv und hebt exemplarisch dafür die folgenden drei Themen hervor:

  1. wurden eine Koordinierungsstelle sowie ein Inklusionsbeirat eingerichtet, die im Rahmen des Nationalen Aktionsplans der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention arbeiten.
  2. hat die Bundesarchitektenkammer an der DIN 18040 Teil 3 "Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum", die im letzten Jahr erarbeitet und als Normentwurf veröffentlicht wurde, mitgewirkt und eine Stellungnahme mit den Länderkammern erarbeitet.
  3. wurden in Kooperation mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für Studenten der entsprechenden Fachrichtungen der Wettbewerb "Altersgerecht Bauen und Wohnen - barrierefrei, quartierbezogen, integrativ" durchgeführt und die Preisträger mit insgesamt 50.000 Euro honoriert.

Zusammenfassendes Fazit

Das Bewusstsein für barrierefreies Planen und Bauen ist in den meisten Architektenkammern noch weiter gewachsen. Die Arbeit der entsprechenden Gremien wurde umfangreicher und deren Resultate wirken auf Architekten, Bauherren, Handwerker sowie interessierte Bürger. Die Kammern selbst führen immer häufiger eigene Schulungen zu diesem Thema durch. Gerade die DIN 18040 ist heute bei deren Mitgliedern ein sehr beliebtes Weiterbildungsthema.
Bei Architekturwettbewerben ist Barrierefreiheit inzwischen oft eine grundsätzliche Voraussetzung geworden. Hier und in vielen anderen Bereichen ist eine zunehmende Kooperation der Kammern mit regionalen, landes- und bundesweiten Institutionen mit dem Ziel, Bewusstsein zu schaffen, festzustellen. Erstmals wurde die Auseinandersetzung "Barrierefreiheit vs. Brandschutz" in einzelnen Bundesländern erwähnt. Sehr interessant scheint nicht zuletzt der Ansatz in Rheinland-Pfalz zu sein, mit der Werbung für barrierefreies Bauen bereits bei den jungen Menschen anzufangen und deshalb bereits die Schulen zu besuchen. Denn es gilt: Barrierefreies Leben ist ganz sicher ein generationsübergreifendes Ziel.

Autorinfo

Helmut Schäfer
Redaktion nullbarriere.de

10249 Berlin

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