Wohnungsanpassung mehrgeschossiger Wohngebäude |
|---|
Wohnen ohne BarrierenMöglichkeiten der Wohnungsanpassung bei mehrgeschossigen Wohngebäuden[Auszug aus dem Fachbeitrag von Helga Baasch und Sonja Hopf der Fachzeitschrift 03/2008 OSTBAU - Zeitschrift für Bauwerkserhaltung und Wohnungswirtschaft] Nur ca. 5% aller Menschen über 65 Jahre leben in Alten-, Senioren- oder Pflegeheimen. 95% dagegen wohnen im "normalen Wohnungsbestand". Für fast alle Menschen wird die Wohnung und das nähere Wohnumfeld mit zunehmendem Alter zum zentralen Lebensmittelpunkt. Prüfkriterien zur barrierefreien Gestaltung von öffentlich zugänglichen Gebäuden, Wohngebäuden und den dazugehörigen AußenanlagenZugang zum Gebäude
Bewegung im Gebäude
Wohnen ohne Barrieren – Möglichkeiten der UmsetzungAbbau typischer Barrieren im Rahmen der Sanierung - Strukturelle WohnungsanpassungZukünftig wird es eine zentrale Aufgabe der Wohnungsunternehmen sein, Rahmenbedingungen in ihren mehrgeschossigen Mietswohnungen zu schaffen, die es den Mietern erlauben, bis ins hohe Alter oder bei Behinderung in ihren normalen Wohnungen bleiben zu können. Voraussetzung dafür sind Umbaumaßnahmen im Bestand sowie die Mobilisierung wohnungsnaher Hilfsangebote. Im Rahmen umfassender Sanierungsmaßnahmen von leergezogenen mehrgeschossigen Wohngebäuden sind u.a. auch Maßnahmen zur Reduzierung der baulichen Barrieren erforderlich. Zu dieser strukturellen Wohnungsanpassung gehören: Schaffung von barrierefreien Zugängen![]() Beidseitiger Handlauf, Oberfläche Laminat, passend zum Stahlgeländer. Im Rahmen der Umgestaltung der wohnungsnahen Außenanlagen und des Hauseingangsbereiches ist als Ergänzung zu den bereits vorhandenen Stufen und Treppen ein barrierefreier Zugang zum Haus zu geschaffen. Diese Forderung könnte z.B. durch Rampen realisiert werden. Da Rampen aber im Verhältnis zur Sockelhöhe des Hauses unter Umständen viel Platz erfordern, ist eine technische Möglichkeit, z.B. die Anordnung eines Plattformaufzuges zu prüfen. Durch den An- oder Einbau von Aufzügen könnten auch alle Wohnungen in den oberen Etagen barrierefrei erschlossen werden. Um mehr Sicherheit für die Mieter im Treppenhaus zu erreichen, sind Handläufe beidseitig anzuordnen. Der 2. Handlauf ist in Landesbauordnungen und DIN Normen vorgeschrieben, er wird vom Deutschen Institut für Treppensicherheit e.V. zur Sturzprophylaxe empfohlen. Foto: Flexo Handlauf-Systeme GmbH Zur deutlichen Erkennung der Trittstufen, sollten diese gut beleuchtet sein sowie kontrastreich (Stufenvorderkantenmarkierung) und rutschhemmend gestaltet werden. Beseitigung von Schwellen![]() Eine rampenartige, stufenlose Verstellbarkeit um bis zu 6 cm Schräge ermöglicht barrierefreie Schwellen. Ein großes Hindernis bilden für alte und behinderte Menschen Türschwellen in der Wohnung und die oft sehr hohe Schwelle zum Balkon. Zur Schaffung von schwellenfreien Durchgängen in der Wohnung können die Türschwellen ohne technische Probleme entfernt werden. Der barrierefreie Zugang zum Balkon oder Loggia verringert die Stolpergefahr und ist heute bereits technisch lösbar. Die Realisierung schwellenfreier Übergänge zählt unbestritten zu den kritischsten Detaillösungen an Gebäuden, da die Oberkante der Abdichtung oft unterhalb des Belagniveaus liegt. Davon betroffen sind jegliche Art von Schwellen mit Türanschlag. Daher ist eine rückstaufreie Entwässerung, die Feuchtigkeit schnell aus diesem kritischen Bereich abführt unabdingbar. Sie wird erreicht durch leistungsfähige Drainagen in Verbindung mit geeigneten Drainrosten der Firma Gutjahr Innovative Bausysteme GmbH. Foto: Gutjahr Innovative Bausysteme GmbH ![]() Bei Einbau von Magnetdoppeldichtungen werden Stolperschwellen gänzlich vermieden. In Kombination mit den Magnet-Doppeldichtungen der Firma Alumat-Frey GmbH lassen sich zudem absolut barrierefreie schwellenlose Übergänge herstellen. Bei diesen Schwellen ohne Türanschlag besteht die Möglichkeit die Abdichtung bis Oberkante Bodenbelag anzubringen. Sie eignen sich für Hauseingangstüren, Balkontüren und Terrassentüren aus Holz, Kunststoff oder Metall. Umgestaltung der Bäder![]() Umbau zum ebenerdigen Duschbereich mit Abwasserpumpsystem für bodengleiche Duschen in jeder Etage Für Gehbehinderte und Rollstuhlbenutzer sind im Bad die größten Umbaumaßnahmen erforderlich. Die Bestandsbäder erfüllen in keiner Weise die Anforderungen dieser Bewohner. Die Badtüren mit meistens bis zu 70 cm Breite müssen für Rollstuhlbenutzer erweitert werden und nach außen aufschlagen. Die erforderlichen Bewegungsflächen vor dem WC, dem Waschtisch und der Badewanne reichen nicht aus. Da oft die Badewanne ohne fremde Hilfe nicht mehr benutzt werden kann, wird der Einbau einer Dusche gewünscht, die für Gehbehinderte eine niedrige Einstiegshöhe haben muss. Für Menschen, die auf einen Duschrollstuhl angewiesen sind, ist der Einbau einer bodengleichen Dusche erforderlich. Die Entwässerung dieser Duschen erfolgt dabei über Fußbodeneinläufe und Abflussrohre. Der nachträgliche Einbau von Fußbodenabläufen ist dabei nicht unproblematisch. Im Erdgeschoss kann die Entwässerung über Abflussrohre in den Keller erfolgen. In den Oberen Geschossen ist auf Grund des oft geringen Fußbodenaufbaus der Einbau auch sehr flacher Einläufe oft nicht möglich. Eine Lösung bietet ein Abwasserpumpensystem der Firma GANG-WAY GmbH zur Duschwasserentsorgung ohne Deckendurchbruch. SchlussfolgerungenWohnungsanpassungsmaßnahmen helfen Barrieren in der Wohnung, im Gebäude und im Wohnumfeld abzubauen. Es wird dabei nicht immer gelingen, die Forderungen und Empfehlungen der Normen zum Barrierefreien Bauen (DIN 18024 und DIN 18025) zu erfüllen. Themen des Beitrages Wohnen ohne Barrieren - Möglichkeiten der Wohnungsanpassung bei mehrgeschossigen Wohngebäuden
|
barrierefrei bauen







Erfahrungen austauschen!
Hersteller/ Produkte
Besucherumfrage


