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Sanitärräume - Kindergärten, Schulen, Richtlinie VDI 6000 Blatt 6

 

VDI 6000 Blatt 6 Ausstattung von und mit Sanitärräumen - Kindergärten, Kindertagesstätten, Schulen

Die Richtlinie soll unabhängig von allen Verordnungen und Vorschriften ein Leitfaden für Planung, Bau und Betrieb sein. Bei der Planung und Ausführung sind insbesondere zu beachten:

  • Mindestanzahl der Sanitärobjekte
  • ausreichend bemessene Bewegungsflächen
  • Hygiene
  • funktionstüchtige, praktikable und visuell ansprechende Ausstattung
  • sicherheitstechnische Anforderungen
  • robuste und vor Diebstahl geschützte Einrichtungen
  • Wasser- und Energieeinsparung
  • wirtschaftliche Installation

Ergänzende Anmerkungen zur Planung, Ausführung und Einrichtung von barrierefreien Sanitärräumen unter Beachtung der Normen DIN 18024 und DIN 18025 sind in dieser Richtlinie enthalten.


Ausstattungsbedarf, Bedarfsermittlung

Für ein zu planendes Gebäude ist die Ausstattung mit den unterschiedlichen Sanitärräumen nutzungsoptimiert festzulegen.

Die Ausstattung von Sanitärräumen richtet sich nach der Nutzung und hängt ab von der Anzahl der Personen. In Tabelle 1 (Sanitärräume in Kindergarten, Kinderkrippe, Kinderhort und Kindertagesstätte) und Tabelle 2 (Sanitärräume in der Schule) der Richtlinie ist die Ausstattung der unterschiedlichen Sanitärräume dargestellt.

Bei Kindergärten und Kindertagesstätten ist keine barrierefreie Ausstattung vorgesehen. Ist eine Integration von Kindern mit Behinderungen - insbesondere von Rollstuhlfahrern - geplant, hat dies auf die gesamte räumliche Gestaltung und Ausstattung erhebliche Auswirkungen, die nicht Bestandteil dieser Richtlinie sind. Wird der Besucher-Toilettenraum barrierefrei eingerichtet, besteht bedingt die Möglichkeit auch behinderte Kinder aufzunehmen.

...


4 Maße von Sanitärobjekten, Bewegungsflächen und Abständen

Bei der Planung von Sanitärräumen ist zu berücksichtigen, dass die angegebenen Maße sich nicht auf die Rohbaumaße, sondern auf die Fertigmaße eines Raumes beziehen.

...

Tabelle 3 Maße von Sanitärobjekten, Bewegungsflächen und Abstände
[Auszug Bewegungsflächen, Montagehöhen]


Sanitärobjekte mind. Bewegungsflächen -Breite- mind. Bewegungsflächen -Tiefe- Montagehöhenüber OKFFB Kinder3-6 Jahre Kinder7-11 Jahre Kinder11-15 Jahre
Einzelwaschtisch 90 55 85 55 bis 65 65 bis 75 75 bis 85
Handwaschbecken 70 45 85 55 bis 65 65 bis 75 75 bis 85
Klosettbecken, Spülung
vor der Wand
80 60 42**) 35**) 35**) 42**)
Klosettbecken, Spülung
für Wandeinbau
80 60 42**) 35**) 35**) 42**)
Urinalbecken 60 60 65   50 57
Duschwanne 80 70*) 75        
Säuglingswanne 90 75 85 bis 90      
Waschmaschine/
Trockner
90 90        
Klassenzimmerbecken 80 55 85 55 bis 65 65 bis 75 75 bis 85
Werkraumbecken 90 120 120 85   65 bis 75 75 bis 85
Spüle(Einfach-/
Doppelbecken
90 120 120 85 bis 92      
Ausgussbecken 80 55 65      
Fäkalienausguss 60 55 65      
Steckbeckenspülapparat 80 120 65      
Waschbecken für
Rollstuhlfahrer
150 x 150 150 x 150 80      
Klosettbecken für
Rollstuhlfahrer
150 x 150 150 x 150 46*)      
  Bei gegenüberliegender Anordnung von Sanitärobjekten, Wänden und Stellflächen ist ein Abstand von 75 cm vorzusehen.        

*)     bei Eckeinstieg

**)   Oberkante Keramik bei wandhängender Ausführung

***) bei Wänden auf beiden Seiten



10 Grundrissplanung

10.1 Allgemeine Hinweise zu Sanitärräumen in Kindergärten und Kindertagesstätten

  • Wasch- und Toilettenräume sind direkt dem Gruppenraum zuzuordnen. Für zwei Gruppenräume können die Sanitärräume zusammengefasst werden.
  • Die Anordnung der Sanitärobjekte soll so erfolgen, dass die Aufsichtsperson ihrer Aufsichtspflicht nachkommen kann.
  • Sicherung von Quetsch- und Scherstellen an Türen durch entsprechende konstruktive Ausführung von Zarge und Türblatt
  • Ecken und Kanten an Bauteilen und Einrichtungsgegenständen müssen abgerundet sein.
  • Es wird empfohlen, die Trennwände der WC-Kabinen und die Türen in Kinderkrippen halbhoch auszubilden. Möglich ist auch die Ausführung halbhoher Schamwände ohne Türen.
  • Nutzung der Wasch- und Toilettenräume in Kinderkrippen von Mädchen und Jungen
  • In Kindergärten können die Toilettenräume getrennt, die Waschräume gemeinsam genutzt werden.
  • In Kindertagesstätten erfolgt eine Trennung der Toiletten- und Waschräume für Mädchen und Jungen.
  • Wenn einzelne Kinder, die Rollstuhlbenutzer sind, in die Betreuung integriert werden, hat dies erhebliche Auswirkungen auf die räumliche Gestaltung und die Verkehrswege. Empfohlen wird, die Zugänge, Türen etc. barrierefrei/kinderrollstuhlgerecht auszubauen. Um nicht alle Wasch- und Toilettenräume barrierefrei ausstatten zu müssen, genügt es, den Besuchertoilettenraum als barrierefreie WC-Kabine auszubilden.

10.2 Allgemeine Hinweise zu Sanitärräumen in Schulen

  • Bei mehreren Gruppenräumen in der Vorschule oder im Schulkindergarten kann eine zentrale Milchküche mit Übungsküche eingeplant werden.
  • Für Vorschule/Schulkindergarten sind eigene Pausentoilettenräume anzuordnen.
  • Klassen- und Stunden-Toilettenanlagen können als innen liegende Räume ausgeführt werden. Pausen-Toilettenanlagen sind nicht als innen liegende Räume gestattet. Sie müssen unmittelbar vom Pausenhof zugänglich sein. Eingänge nach Mädchen und Jungen getrennt.
  • In mehrgeschossigen Gebäuden ist in jedem Geschoss für mehrere Klassen eine Stunden-Toilettenanlage einzuplanen.
  • Entfernung ca. 40 m vom letzten Klassenraum
  • Klassentoilettenanlagen sind direkt dem Klassenraum zugeordnet und werden von Mädchen und Jungen gemeinsam genutzt.
  • Für Rollstuhlfahrer soll je eine barrierefreie WC-Kabine, möglichst getrennt nach Geschlechtern, in jeder Etage vorgesehen werden.

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Autorinfo

Verein Deutscher Ingenieure e.V. richtlinien vdi heimmindestbauverordnung sanitärraum wc grundrisse kindergarten kindertagesstätte kita schule planung waschbecken montagehöhe bewegungsfläche richtlinie 6000 heimgesetz hoai mit honorartafeln wohnflächenverordnung musterbauordnung Logo

Herr Dipl.-Ing. (FH)
Thomas Wollstein

Verein Deutscher Ingenieure Gesellschaft Technische Gebäudeausrüstung

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Zusatzinfo

Die Richtlinienreihe VDI 6000 besteht aus sechs Blättern.

Sie beschreibt die Ausstattung von und mit Sanitärräumen:
in

Für den Bau, die Ausstattung und den Betrieb von Kindergärten, Kindertagesstätten und Schulen gelten n den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Verordnungen, Richtlinien und Empfehlungen.
Aussagen zur Einrichtung und Ausstattung der Sanitärräume sind in allen Vorschriften kaum enthalten.

Mit der Richtlinie VDI 6000 Blatt 6 werden Hinweise gegeben, wie Sanitärräume in Kindergärten, Kindertagesstätten und Schulen beschaffen sein sollen.



Inhalt

Vorbemerkung
1 Geltungsbereich
2 Ausstattungsbedarf, Bedarfsermittlung
3 Sanitärobjekte
4 Maße von Sanitärobjekten, Bewegungsflächen und Abständen
5 Armaturen
6 Heizungstechnik
7 Lüftungstechnik
8 Elektro- und Beleuchtungstechnik
9 Installationssysteme
10 Grundrissplanung
10.1 Allgemeine Hinweise zu Sanitärräumen in Kindergärten und Kindertagesstätten
10.2 Allgemeine Hinweise zu Sanitärräumen in Schulen
10.3 Zusätzliche Hinweise zur barrierefreien WC-Kabine
11 Beschaffenheit der Raumflächen
12 Hygiene-Anforderungen
13 Betrieb und Instandhaltung
14 Sicherheitsanforderungen
15 Kennzeichnung und Orientierung
16 Vandalismus
17 Planungscheckliste
17.1 Planungscheckliste für Kindergärten und Kindertagesstätten
17.2 Planungscheckliste für Schulen
17.3 Planungscheckliste für barrierefreie Sanitärräume


Planungs-Checkliste

In der Checkliste werden die wesentlichen Fragen, die bei der Planung und Ausführung zu beantworten sind, aufgelistet. Diese Liste kann sowohl zur Prüfung von Planungen als auch bei Beurteilung bestehender Sanitärräume genutzt werden.

Tipps

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BadausstatungWaschtisch
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