Planung von Pflegeeinrichtungen |
|---|
Architektur + Gerontologie 5Vom Pflegeheim zur Hausgemeinschaft – Empfehlungen zur Planung von Pflegeeinrichtungen![]() Die Vielfalt neuer, bedarfsgerechter und an der Normalität des gewohnten Lebens orientierter Wohn- und Pflegemodelle für pflegebedürftige und demenziell erkrankte ältere Menschen ist für viele ArchitektInnen und Akteure der Altenhilfe unübersichtlich geworden. In diesem fünften Band der KDA-Reihe Architektur + Gerontologie werden die aktuellen Rahmenbedingungen der Altenhilfe und die verschiedenen Wohnformen mit dem Schwerpunkt der Betrachtung stationärer Pflege einrichtungen erläutert und vorgestellt. Raumprogramme und Grundrissbeispiele verdeutlichen die unterschiedlichen architektonischen und konzeptionellen Ansätze zwischen der Planung von Pflegeheimen mit Wohnbereichskonzept und dem neueren Hausgemeinschaftsprinzip. Stationäre Pflegeeinrichtungen werden unterschiedlicher und vielfältiger.Sie bieten heute neue Betreuungs- und Wohnkonzepte, die sich intensiv mit den Bedürfnissen und Veränderungen der heutigen Klientel, vor allem mit den zunehmend hochaltrigen und demenziell erkrankten Menschen, auseinandersetzen. Die ganzheitliche Betreuung pflegebedürftiger Menschen in kleinen Gruppen und überschaubaren Häusern ist durch ihre offensichtlichen Vorteile für die Heimbewohnerinnen und -bewohner auch zunehmend zum sozialpolitischen Förderungsziel geworden. Heimkapazitäten werden begrenzt, Experimentierklauseln geben Raum für neue räumliche Konzepte, kleinräumige Wohngruppenkonzepte werden in Wohnungsbaumaßnahmen integriert, ambulante und stationäre Betreuungsformen nähern sich an. Das KDA hat sich in den letzten Jahren dafür eingesetzt, dass dem langjährig die Pflegelandschaft dominierenden "80-Betten-Haus" eine neue Generation kleinteiliger, überschaubarer und wohnlicher Hausgemeinschaftsprojekte an die Seite gestellt wurde, damit auch die stationäre Pflege auf unterschiedliche Bedürfnisse reagieren und zum integrierbaren Bestandteil vielfältiger Quartierskonzepte werden kann. Für die Planenden stellen sich diese Vielfalt der Konzepte und die daraus resultierenden baulichen Anforderungen oft verwirrend dar. Wer vor Jahrzehnten bereits erfolgreich Pflegeeinrichtungen geplant hat, sieht sich heute mit neuen Rahmenbedingungen und anderen Pflegekonzepten konfrontiert, die neue architektonische Lösungen und kreativen Umgang mit Raumprogrammen erfordern. Die Gegenüberstellung der derzeitigen stationären Konzepte soll die Planenden dabei unterstützen, im Dialog mit dem Träger einer Pflegeeinrichtung dessen Leitbild und Pflegeverständnis in eine adäquate Architektur umzusetzen, die den Ansprüchen der heutigen Bewohnerschaft gerecht wird. Pflegeheimgenerationen ![]() ![]() ![]() ![]() Leseprobe Das Hausgemeinschaftskonzept – die vierte GenerationKonzeption und interne StrukturHausgemeinschaften sind kleine, dezentralisierte, überschaubare und quartiersnahe Wohnpflegestrukturen für pflegebedürftige und an Demenz erkrankte ältere Menschen. Alternativ zu konventionellen Altenpflegeheimen der zweiten und dritten Generation gewinnen sie als vierte Generation des Altenpflegeheimbaus in Deutschland als vollstationäre pflegesatzfinanzierte Einrichtungen im Kontext von Heimgesetz und Pflegeversicherung zunehmend an Verbreitung. Als Neubauvorhaben, aber auch bei der Sanierung von Heimbeständen entwickeln sich die als autarke Kleinmodule zu unterschiedlicher Gesamtkapazität kombinierbaren Hausgemeinschaften seit Mitte der 90er Jahre zu einem immer bedeutenderen Baustein der stationären Pflegelandschaft. Hausgemeinschaften sind konzeptionell in erster Linie auf Humanität und Lebensqualität, insbesondere auch auf Überschaubarkeit, Geborgenheit, Vertrautheit und Normalität des Wohnmilieus ausgerichtet. Sie stehen für eine "Verschlankung" und Abkehr vom institutionalisierten Pflegeheimmodell. Deshalb eignen sie sich besonders gut auch für ältere Menschen mit Demenzerkrankungen, die im institutionellen räumlichen Rahmen konventioneller Heime oft in ihrer Desorientierung überfordert sind. In Hausgemeinschaften sind Organisationseinheit und Bewohnereinheit klein und identisch; die personelle und räumräumliche Trennung zwischen Hauswirtschaft, Pflege und Betreuung ist aufgehoben. Hausgemeinschaften kommen den Bedürfnissen älterer und an Demenz erkrankter Menschen in ihrer Maßstäblichkeit entgegen, ohne dadurch den Charakter einer unflexiblen Sonderarchitektur für festgelegte Zielgruppen anzunehmen. Als Baustein regionaler Quartierskonzepte lassen sie sich neben ambulanten Wohngruppen auch in Wohnungsbaumaßnahmen integrieren. Typische Merkmale der Hausgemeinschaftsprojekte:
Es leben ca. zehn Personen in einer Hausgemeinschaft, d. h. in einem gemeinsamen Haushalt zusammen. Je nach landesspezifischen Anforderungen und Art der Zielgruppe kann die Gruppengröße einer Hausgemeinschaft variieren. Als kollektiv und wirtschaftlich gut funktionierende Größe haben sich bisher Gruppen von acht bis zwölf Personen bewährt. In einem stationären Hausgemeinschaftsprojekt sollten mindestens drei autarke Hausgemeinschaften zu einem baulichen Ensemble zusammengefügt werden, um den Nachtdienst und einige wenige von allen nutzbare gemeinsame Raumangebote unter wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen zu können.
Die Publikation ist zum Preis von 15 EURO (inkl. Umsatzsteuer, zzgl. Versandkosten) beim KDA über das Kontaktformular zu bestellen. | |||||||||
mehr zu diesem Thema...
- Buchempfehlung
- Bedeutung, Wirkung und Einsatzbereiche der Farben
barrierefrei bauen












Erfahrungen austauschen!
Hersteller/ Produkte
Besucherumfrage


