Wohnen im Alter, anpassbarer Wohnungsbau |
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Wohnen im Alter- oder was lässt sich aus dem Rätsel der Sphinx von Theben ableiten?Barrierefreiheit und ihr Einfluss auf die Architektur![]() "Es gibt auf der Welt ein Zweifüßiges, ein Vierfüßiges und ein Dreifüßiges, das als einziges Lebewesen seine Gestalt ändert. Wenn es sich mit den meisten Füßen fortbewegt, ist seine Schnelligkeit am geringsten." Das wohl älteste Rätsel der Welt aus der griechischen Mythologie, das die verschiedenen Lebensphasen des Menschen beschreibt, ist nach wie vor thematisch aktuell und hat in keiner Weise an universeller Bedeutung verloren. Analysiert man es, so werden mehrere Parameter an diesem Rätsel verdeutlicht:
Nachvollziehbar ist, dass diese Parameter in jeder Hinsicht Konsequenzen auf die Entwicklungen in der Architektur, im Städtebau und im Produktdesign haben, auf die gleichermaßen reagiert werden muß. Doch müßte man an sich das Rätsel der Sphinx um die Aspekte der Kognition und der psychischen Konditionierung erweitern und die Sensorik miteinschließen und dies insbesondere deshalb, da sich die Menschen in unserer Zeit einer erheblich höheren Lebenserwartung erfreuen. Die dazu gewonnenen Jahre wollen sie soweit wie möglich mit Leben erfüllen. In der Vergangenheit gab es immer wieder Versuche, für architektonischen Planungen "modulare" Maßsysteme in Abhängigkeit zum Maß des menschlichen Körpers zu entwickeln. Als bekanntester Name ist hier Le Corbusier mit seinem "Modulor" zu nennen. Es liegt nahe, analog zu diesen fiktiven Idealmaßen, Überlegungen anzustellen, in wie weit man im Sinne eines "Designs für Alle" Ansätze finden kann, allgemeingültigere Grundlagen zu finden. Mit dem "Humanscale" von Nils Diffrient sind bereits in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts auf naturwissenschaftlicher Basis Anfänge gemacht worden, indem bei der Auflistung anthropometrischer Daten auch Kinder, ältere und kleinwüchsige Menschen einbezogen wurden. Damit stehen zumindest Daten zur Verfügung, auf die zurückgegriffen werden kann. Leider geht es hier vorerst nur um das Thema der körperlichen Maße. Wesentlich ist, nicht die Integration einer außenstehenden Gruppe als Ansatz zusehen - wie das Barrierefreie Bauen oder das Barrierefreie Design noch impliziert -, sondern von vornherein die integrierte Gesamtheit der gesellschaftlichen Struktur vor Augen zu haben. Der Terminus "Inclusive Design" möchte diese Sichtweise veranschaulichen. Im Kontext der Thematik "Wohnen im Alter" wird häufig der soziologische Bezug in den Vordergrund gestellt. M. E. ist dieser jedoch isoliert betrachtet und überbewertet. Es gibt nicht den Typus "alter Mensch"!. Seine sozialen, kulturellen, psychologischen und ergonomischen Bedürfnislagen sind genauso breit gefächert, wie die aller anderen Gruppen. Natürlich kann man für diese Vielzahl von Gruppen entsprechend spezifische Wohnformen vorhalten - und es gibt ja auch inzwischen eine große Reihe hiervon -, es zeigt sich jedoch auch, dass "Speziallösungen" im Sinne von Maßanzügen nur kurzfristig ihre Berechtigung haben. Strategisches Ziel kann eigentlich nur sein, den heutigen Wohnungsbau umfassend anpassungsfähig und allgemeingültig zu gestalten, um - im Sinne des "universellen Gedankens" - den Anforderungen aller Generationen und Nutzer hinsichtlich ihrer jeweils vordringlichen Bedürfnislagen und Wohnvorstellungen gerecht werden. In der Schweiz wird daher seit geraumer Zeit der sogenannte "anpassbare Wohnungsbau" praktiziert, der sich durch außerordentlich hohe Flexibilität und durch ein Mindestmaß an "Barrierefreiheit" charakterisieren lässt. Dass damit auch andere Faktoren - wie insbesondere die Nachhaltigkeit - mit berücksichtigt werden, soll in diesem Zusammenhang hervorgehoben werden. Auch die Werthaltigkeit einer Immobilie steht letztendlich mit ihrer Flexibilität in direkter Korrespondenz. Wir kommen nicht umhin, auch in diesem Zusammenhang die Normen zum barrierefreien Bauen, die sich gegenwärtig in der Phase der Novellierung befinden (künftig DIN 18040, Teil 1 und Teil 2) zu erwähnen. Hier wird gerade m. E. wieder ein entscheidender Fehler gemacht, indem der Wohnungsbau differenziert wird zwischen "normalen" barrierefreien Wohnungen und "rollstuhlgerechten" barrierefreien Wohnungen. Dies kann nur im Sinne der Eingliederung von Menschen mit Behinderungen bzw. im Sinne eines Universal Designs kontraproduktiv sein, da hier wieder Menschen in Gruppen mit besonderen - d. h. spezifizierten Bedürfnissen - unterteilt werden, für die spezifisch Angebote vorgehalten werden müssen. Für den Architekten muss klar sein, dass ... Weiterlesen, die vollständige Dokumentation steht hier zum Downloaden bereit. |
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