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Konzept einer Senioren-Hausgemeinschaft

Lebens(t)raum Vitalis - Gemeinsam älter werden


Inhalte aus der Diplomarbeit über "Neues Wohnen im Alter" von Susanne Geißdörfer



Altersaufbau 2001 DeutschlandDie durchschnittliche Lebenserwartung der Bevölkerung Deutschlands hat sich innerhalb eines Jahrhunderts fast verdoppelt. In Kombination mit der sinkenden Geburtenrate prognostizieren Demografen schon in Kürze eine Überalterung der Gesellschaft. Individualisierung der Bevölkerung und gestiegene Ansprüche an das Leben im Alter führen dazu, dass die heutigen Senioren- und Pflegeheime weder der hohen Nachfrage noch den veränderten Anforderungen gerecht werden.


Neue Wohn- und Lebensmöglichkeiten müssen her, die den Bedürfnissen der Senioren entsprechen. Letztere beziehen sich nicht nur auf die Versorgung im Alter sondern auch auf das Wohnumfeld, die Infrastruktur, die sozialen Kontakte und die Bewältigung des Alltags.

Niemand möchte als alter Mensch "alt" behandelt oder gar bevormundet werden. Das Streben nach Unabhängigkeit, Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit ist sehr groß. Senioren möchten auch im hohen Alter noch gebraucht werden, aktives und wertvolles Mitglied einer Gemeinschaft sein. Vereinsamung und Depressionen, wie es das Leben in vielen Seniorenheimen mit sich bringt, führen zu frühzeitigem Abbau von körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Das muss nicht sein!

Gemeinschaftliche Wohnformen vereinen alle Anforderungen und Wünsche an einen erfüllten Lebensabend. Die Bandbreite der angebotenen Konzepte reicht von richtigen Wohngemeinschaften, wie man sie aus Studentenzeiten kennt, bis hin zu Hausgemeinschaften und weitläufigen Siedlungskonzepten. Sie unterscheiden sich jeweils in der Art der Versorgung und des Zusammenlebens.

Anhand einer Senioren-Hausgemeinschaft wird beispielhaft aufgezeigt, wie gemeinschaftliches Wohnen zu einer zufriedenen Lebensweise führt und welche Bedingungen dafür geschaffen werden müssen.


im Garten Hausgemeinschaft bedeutet, dass jeder Bewohner des Hauses über eine eigene abgeschlossene Wohnung verfügt, die für ihn privaten Rückzugs- und Lebensbereich darstellt. Sie kann nach eigenen Wünschen und Vorlieben gestaltet werden und wird somit dem Wunsch nach Individualität und Privatsphäre gerecht. Im Gegensatz zu normalen Mietshäusern existieren bei Hausgemeinschaften zusätzliche Aufenthaltsräume, die das Zentrum des Hauses bilden und für alle Bewohner jederzeit zugänglich sind.

gemeinsamGrundgedanke dieser Wohnform ist, als Gemeinschaft unter einem Dach zu leben, miteinander aktiv zu sein, dennoch ein eigenes Leben zu führen und sich im eigenen Haushalt selbst zu versorgen. Das Zusammenleben der verschiedenen Senioren wird von ihnen selbst organisiert. Sie können Haushaltspläne erstellen, sowie Ämter und Aufgaben untereinander verteilen. Haus und Hof soll gemeinsam gepflegt und erhalten werden, als wäre es ihr Eigentum. Hierzu gehört die Bewirtschaftung der Grünflächen und des Nutzgartens ebenso wie das Reinigen von Hof und Gehweg. Jeder Bewohner wird eingebunden und kann seinen Teil zum Gelingen beitragen.HausgemeinschaftDie selbständige Organisation des Zusammenlebens stellt die Senioren vor neue Herausforderungen, verlangt Lösungen und aktive Beteiligung. Dieses Zusammenspiel hält körperlich und geistig fit, fördert die individuellen Kompetenzen und Stärken der Bewohner. Des weiteren wirkt sich das Zusammenleben auf die Lebenszufriedenheit der Bewohner positiv aus. Sie finden hier neue Freunde, können enge Kontakte und Beziehungen zwischen einander aufbauen und sind letztlich Teil einer großen funktionierenden Gemeinschaft.

Jeder der Bewohner kann zum Gelingen beitragen. Charaktereigenschaften wie Kompromissbereitschaft, Gemeinschaftssinn, Toleranz, Flexibilität und Engagement sind die Säulen des Zusammenlebens. Schließlich erfolgt das Leben in solch einer Hausgemeinschaft freiwillig und auf eigenen Wunsch.

Mit dem Motto "gemeinsam älter werden" ist auch gegenseitige Hilfe und Fürsorge verbunden, falls einer der Bewohner aus gesundheitlichen Gründen keinen eigenen Haushalt mehr führen kann. Oberstes Ziel der Hausgemeinschaft ist, dass jeder Mitbewohner bis zum Tod in der Gemeinschaft wohnen bleiben kann und nicht bei nachlassender Gesundheit in ein Pflegeheim umziehen muss. Für ein krankes Mitglied Kochen, Einkaufen oder Wäsche waschen sollte in einer Gemeinschaft Ehrensache sein. Für schwerwiegendere Krankheiten können die Senioren, je nach Mentalität, Kurse für pflegende Angehörige belegen und sich auf eventuelle Pflegefälle vorbereiten. Es besteht auch die Möglichkeit, professionelle Hilfe durch ambulante Dienste in Anspruch zu nehmen. Hausbesuche ansässiger Ärzte sorgen jederzeit für eine optimale und gesicherte Versorgung im Fall einer ernsthaften Erkrankung.

Spaziergangim RollstuhlDer Alterungsprozess ist von Bewohner zu Bewohner verschieden und zeigt andere Ausprägungen. Die einzelnen Wohnungen müssen demnach so flexibel und anpassungsfähig sein, dass sie jeder Lebenslage angepasst werden können. Barrierefreiheit im gesamten Haus und im Garten ist Grundlage hierfür. Je nach Gesundheitszustand sind demnach mehr oder weniger Hilfsmittel und Bewegungsfläche vorhanden.

... mehr zu Hilfsmittel und Bewegungsflächen in den Beiträgen Rollator und Rollstuhl


Wichtig ist generell, dass sich die zukünftigen Bewohner bzw. Mitglieder einer Hausgemeinschaft von Beginn an aktiv an der Gestaltung des Projektes beteiligen können, da es sich um ihr späteres Lebensumfeld handelt. Engagement und der feste Wille, den Lebensabend in einer Gemeinschaft mit allen Vor- und Nachteilen zu verbringen, führt Projekte wie dieses zum Erfolg.



Konzeptvorstellung Lebenstraum Vitalis

coverscan

Hintergrund - Grundgedanke - Wohnform - Zusammenleben - Ziele der Hausgemeinschaft - Motto - Zielgruppe - Geforderte Charakteristika - Motive - Erwartungen / Anforderungen - Versorgung im Alltag - Versorgung bei gesundheitlichen Einschränkungen


Inhaltsverzeichnis

  • Hintergrund
  • Grundgedanke
  • Wohnform
  • Zusammenleben
  • Ziele der Hausgemeinschaft
  • Motto
  • Zielgruppe
  • Geforderte Charakteristika
  • Motive
  • Erwartungen / Anforderungen
  • Versorgung im Alltag
  • Versorgung bei gesundheitlichen Einschränkungen
  • Räumliche Umsetzung
  • Standort
  • Organisationsform
  • Anforderungen der Beteiligten
  • Bauherr
  • Bewohner
  • Betreuungspersonal
  • Anwohner

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