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Zeitweiser barrierefreier Zugang zu Veranstaltungsorten

Beitrag Zeitweiser barrierefreier Zugang zu Veranstaltungsorten

Autor: Marian Ritter Antworten: 5 letzte Antwort: 2015-10-08 09:14:15 von Marian Ritter

AutorBeitrag
Beitrag
Marian Ritter
erstellt:
24.10.2012 14:09:10

Zeitweiser barrierefreier Zugang zu Veranstaltungsorten

Für eine größere Veranstaltung benötige ich an verschiedenen Veranstaltungsorten barrierefreie Zugänge zu den Räumlichkeiten. Dies können alle möglichen herkömmlichen Veranstaltungsorte aber auch Schulen, Kirchen und Zelte mit Böden sein. Leider sind immer noch viele Veranstaltungsorte nicht barrierefrei erreichbar.

Da wir die Räumlichkeiten anmieten und natürlich nicht an allen Örtlichkeiten dauerhafte Veränderungen vornehmen können, benötigen wir temporäre Lösungen. Bei den vorangegangenen Veranstaltungen haben wir daher meist Rampen aus Holz gebaut, die nach der fünftägigen Veranstaltung zurückgebaut und verwertet wurden. (Mietsysteme gibt es soweit wir wissen nicht, da wir uns an die DIN 18040-1 halten müssen.)

Wir suchen momentan nach einer eleganteren Lösung für diese Problemstellung.
Momentan ziehen wir folgende Möglichkeiten in Betracht:
- Die Nutzung von mobilen Hubbühnen (wie bei der Bahn), was allerdings nur bei Höhenunterschieden bis ca. 3 Stufen funktionieren wird.
- Die Suche eines Partners der dauerhafte Rampen baut und Überredungskünste, dass die Vermieter zumindest einen barrierefreien Zugang zum Gebäude baut. (Dies wäre zumindest ein erster Schritt zu einem Umbau des Gebäudes.)

Falls den Nutzern hier im Forum noch weitere mögliche Lösungen einfallen, wäre ich für jeden Vorschlag dankbar.

Antworten

Beitrag
Helga Baasch
erstellt:
24.10.2012 21:30:23

Expertenseite

Informieren Sie sich über Produktpräsentationen zur Überwindung von Höhemunterschieden, um barrierefreie Zugänge zu schaffen.
Vielleicht sind die folgenden Produkte für Sie besonders interessant:

http://nullbarriere.de/cama-lift-treppe.htm

http://nullbarriere.de/lehmann-hebelift.htm

... auf nullbarriere.de

Hebebühne, Hublift, Hebeplattform

Schrägaufzug, Treppenplattformlift

Beitrag
Marian Ritter
erstellt:
25.10.2012 09:26:11

Leider sind diese Lifte keine Option (außer natürlich wenn die Einrichtungen dauerhafte Lösungen in Betracht ziehen, was wir für eher unrealistisch halten). Als Lifte kommen eher mobile Systeme wie der Guldmann LP11 bzw. LP12 oder Herkules Reha WG 300 in Betracht.

Wir könnten uns auch Lösungen abseits der herkömmlichen Rampen oder Lifte vorstellen falls es da Vorschläge gibt. Da könnten wir ggf. sozusagen als Testballon dienen.

... auf nullbarriere.de

Hebebühnen von 0,75m bis 3,00m

Beitrag
Helga Baasch
erstellt:
25.10.2012 19:05:52

Expertenseite

Zur Überwindung nicht so großer Höhenunterschiede habe ich mit dem Excellent Rampen System gute Erfahrungen gemacht.

http://nullbarriere.de/trv-excellent-rampen-systeme.htm

Beitrag
Gungam
erstellt:
07.10.2015 10:51:03

Wir stehen derzeit vor einem sehr ähnlichen Problem.

Wir brauchen an unterschiedlichen Standorten ein System, um einzelnen Rollstuhlfahrern die Möglichkeit zu bieten auf einer Bühne an der Veranstaltung teilnehmen zu können.

Die zu überwindende Höhe liegt je nach Ort bei 48,5, 50, 66,6 oder 83,3cm.

Auch wir müssen uns an die DIN 18040-1 halten.

Daher würde mich interessieren, ob Sie zu dem geschilderten Problem eine zufriedenstellende Lösung gefunden haben.

Sind Lifte im Zusammenhang mit der DIN 18040-1 überhaupt eine Option???

Beitrag
Marian Ritter
erstellt:
08.10.2015 09:14:15

Letzten Endes haben wir keine dauerhaft zufriedenstellende Lösung gefunden.
Vorab: Eine Barrierefreiheit konnten wir nur in einem von drei Fällen herstellen und das auch nur unglücklich. Die beiden anderen Lösungen bedurften jeweils der Hilfe von eingewiesenen Mitmenschen. Gerade bei temporären Bauten, wie Veranstaltungsbühnen sind wir glücklich, überhaupt eine Lösung zu finden, weil wir uns ja an vermietbarem Material bedienen müssen. Würden wir ganze Bühnen kaufen und dauerhaft aufstellen, sähe das anders aus.
Den betroffenen Rollstuhlfahrern ist das Problem meist bereits bekannt und sie sind für verschiedene Lösungen offen, gerade wenn man sie vorgewarnt hat. Hier ist die richtige Kommunikation wichtig.

Es gab drei Veranstaltungen an unterschiedlichen Orten:
2013 hatten wir das Glück, dass die Deutsche Bahn uns eine Bühne von einem Bahnsteig zur Verfügung gestellt hat. Nachteil dieser Bühnen ist, dass sie nur bis OK 99,5 cm kommen (damals noch Standardbühnenhohe von ~130 cm bei uns) und nicht alle Rollis heben können (250 kg sind offenbar schnell erreicht).

2014 wurde tatsächlich eine ca. 30 m lange Rampe gebaut, die weit in den Publikumsbereich reichte und so als Symbol dienen sollte. War zwar barrierefrei, aber der Weg auf die Bühne gefiel sicher nicht jedem. An einer anderen Bühne ging das nicht und die Veranstaltung musste daher abgesagt werden (kein Ausweichort, Gewicht des Rollis mit Person >300 kg)

2015 haben wir die Rollis frühzeitig auch in die Belegung der Bühnen einkalkuliert und benötigten eine Hebemöglichkeit so nur an einer Bühne. Die Lösung war, dass Rollstuhlfahrer mittels LKW-Ladebordwand auf die Bühne gebracht werden.
Eine Veranstaltung mit Rolli haben wir übersehen, die fand dann ebenerdig statt und man fand das wohl irgendwie auch nett...

Wir hatten u. a. folgende Lösungen in Überlegung:
- Hebebühne wie von der Bahn genutzt kaufen (aufgrund unserer Finanzierungsstruktur nicht leistbar, außerdem nicht für alle Rollis geeignet)
- Aufsatz auf einen Hochhubwagen oder Stapler konstruieren (wurde insb. 2014 überlegt). Darauf folgt ein Genehmigungsverfahren etc. pp., das wir dann vermieden haben, hauptsächlich aus zeitlichen Gründen. Vorteil ist, dass mehr Gewicht gehoben werden kann, Nachteil ist der (finanzielle und personelle) Aufwand bei der Anschaffung und im Betrieb.)
- Anrampungen an Bühnen anbringen (existieren teilweise zur Belieferung sowieso in irgendeiner Form, gerade bei etwas größeren Bühnen kann man da einfach noch eine Rampe hinten dran machen. Aber ab 1 m Bühnenhöhe ist das nicht mehr realistisch und die Gefälle sind nur schwierig normgerecht auszuführen.)
- Rollstuhlfahrer hinter einem Vorhang hochheben (Ist nicht bei allen Rollis möglich (vgl. 2014) und teilweise nicht gewünscht. Wolfgang Schäuble ließ sich in der Vergangenheit aber immer heben, also wohl wirklich Geschmackssache.)
- das Excellent-System haben wir 2013 auch ausprobiert aber das rechnet sich eher für kleinere Übergänge und ist eigentlich nichts temporäres.

Solltet ihr eine brauchbare Lösung finden und/oder eine wiederkehrende Veranstaltung sein, könnten wir sicher mal nach einer gemeinsamen Lösung suchen.

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Frau Dipl.-Ing. Helga Baasch ist Architektin und Spezialistin für Barrierefreies Bauen. Sie berät Bauherren, Planer und Betroffene.

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