HomeForumNormen und GesetzePlattformgröße von Behindertenaufzügen, Zugänge über Eck angeordnet

Plattformgröße von Behindertenaufzügen, Zugänge über Eck ...

Beitrag Plattformgröße von Behindertenaufzügen, Zugänge über Eck angeordnet

Autor: Thomas Seeland Antworten: 3 letzte Antwort: 2010-12-09 10:34:48 von Peter Frieß

AutorBeitrag
Beitrag
Thomas Seeland
erstellt:
03.11.2010 16:10:41

Plattformgröße von Behindertenaufzügen, Zugänge über Eck angeordnet

In einem Bauprojekt planen wir einen Behinderten-Senkrechtaufzug. Dieser hat die Plattformaße 1100x1480mm. Die Türbreite beträgt 900mm. Allerdings sind die Zugänge über Eck (Die Etagen sind um 90° versetzt). Ist die Plattform dabei noch ausreichend? In welcher Norm sind solche Aufzüge definiert?

Antworten

Beitrag
Sonja Hopf
erstellt:
04.11.2010 09:36:23

Eine Vorschrift ist mir nicht bekannt. Als Bewegungsfläche zum Wenden für den Rollstuhl wird in der DIN 18040-1 1,5m x 1,5m angegeben. Weiterhin wird gefordert, dass der Abstand zwischen Tür und Wand mindestens 150 cm betragen muss, damit die mit der Durchfahrt verbundene Richtungsänderung möglich ist.
Zur Anordnung der Ruftaster beschreibt EN 12184 (2009) den maximal erreichbaren Abstand einer Person in einem Rollstuhl von der Rückseite des Stuhlsitzes. Deshalb wäre es nicht möglich Steuerungselemente zu erreichen, die direkt vor der Person im Rollstuhl angeordnet sind, ausser es ist ein volles Drehen möglich.

Beitrag
Anonym
erstellt:
17.11.2010 13:16:20

Plattformgröße; Zugänge über Eck.
Ich sehe das so, wie Sie es dargestellt haben. Die Vorschriften gehen nicht direkt darauf ein. Aber indirekt ergibt sich natürlich ganz klar, dass das so nicht geht. Wenn man geradezu auf die Plattform fährt, ist man mit einem normalen Rollstuhl noch nicht durch die Tür und stößt schon an der Seitenwand an. Nur durch sehr exaktes Lenken und Rangieren besteht eine Chance, auf die Plattform zu kommen. Etwas verbessern kann man die Situation, indem man breitere Türen einsetzt, also z. B. auf 1000 mm Türbreite geht. Dann ist ein Rangieren deutlich einfacher. Das macht die Firma, für die ich gelegentlich arbeite, erfolgreich auf diese Weise.
Eine weitere Abhängigkeit ergibt sich auch durch die Art und Größe des Rollstuhls. Schließlich ist auch zu beachten, in welchem Umfeld man den Aufzug einsetzt. Im rein privaten Bereich darf man bei solchen Dingen fast jeden Kompromiss eingehen, wenn nicht grundlegende Sicherheitsvorschriften verletzt werden.

Im öffentlichen Bereich ist dem Planer nur dringend zu raten, eine Lösung zu wählen, die in den einschlägigen Vorschriftenwerken übersichtlich und allseitig erläutert ist. Das trifft für die hier angedachte Über-Eck Beladung keinesfalls zu.

Beitrag
Peter Frieß
erstellt:
09.12.2010 10:34:48

Die Norm für den Aufzugsbau ist die EN-81, für Behindertenaufzüge gibt es zusätzlich Aussstattungen nach der EN-18-70, jedoch gilt auch hier die Bewegungsflächen nach DIN 18040-1:

Verkehrsflächen und Bewegungsflächen müssen für die Personen bemessen werden, die je nach Situation den größten Flächenbedarf haben. Bewegungsflächen dürfen sich überlagern.

Den größten Flächenbedarf benötigen Rollstuhlfahrer (Wendekreis ≥150 cm)

Für Sie bedeutet dies, dass der Aufzug mit den Maßen 1100 x 1480 mm nicht als behindertengerecht angesehen werden kann.

Um diesen Aufzug zumindest behindertefreundlich zu gestalten, sollte die Tür an der Kabinenseitenwand eine Mindestdurchgangsbreite von mindestens 1.200 mmm aufweisen, damit sich ein Rollstuhlfahrer in die offene Tür hineindrehen kann.
Damit gilt aber der Aufzug nicht mehr als behindertengrecht und mein Vorschlag sollte nur in Erwägung gezogen werden, wenn es sich baulich nicht mehr bewerkstelligen lässt, die Schachtmaße auf 2.300 x 2.000 mm (B x T).
zu erhöhen.
Für weitere Fragen stehe ich ihnen gerne zur Verfügung.

Leitsysteme, Türschilder, Handlaufinformationen, TasttafelnHebeplattformen in Treppenanlagentaktile Karten, Drucke, GrafikenBodenleitsystem, taktile Beschilderungen, PläneMobiler Hublift / Hebebühne bis 1 mSenkrechtlift mit automatischer Aufzugsteuerung

Symbole

Beiträge: Beitrag Beitrag Neuer Beitrag Neuer Beitrag Wichtiger "Sticky" Beitrag, keine Antworten möglich Wichtiger "Sticky" Beitrag, keine Antworten möglich Beitrag noch nicht moderiert! Beitrag noch nicht moderiert!

Moderator

Logo: Alles barrierefrei bauen

Alles barrierefrei bauen

Frau Dipl.-Ing. Helga Baasch

16761 Hennigsdorf OT Stolpe-Süd

Frau Dipl.-Ing. Helga Baasch ist Architektin und Spezialistin für Barrierefreies Bauen. Sie berät Bauherren, Planer und Betroffene.

Expertenseite

Inhouse-Seminar

Weiterbildung Sie möchten Ihre Mitarbeiter, Vertriebspartnern oder Kunden die Möglichkeit geben, sich zum aktuellen Stand von Normen und Gesetzen auf dem Gebiet des barrierefreien Bauens informieren?

Fachvortrag, Inhouse-Seminare, Weiterbildung zum Barrierefreien Bauen

Fehlerteufelchen