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Barrierefreiheit kontra Denkmalschutz

Beitrag Barrierefreiheit kontra Denkmalschutz

Autor: Uhlworm, Günter Antworten: 2 letzte Antwort: 2012-12-11 13:59:47 von Dipl. Ing. Dirk Michalski

AutorBeitrag
Beitrag
Uhlworm, Günter
erstellt:
08.12.2011 11:29:09

Barrierefreiheit kontra Denkmalschutz

Wer hat Erfahrungen bei der Herstellung von Barrierefreiheit bei bestehenden öffentlichen Gebäuden, die unter Denkmalschutz stehen?
Konkret wird das Treppenhaus saniert. Ich als Vertrauensperson möchte einen zweiten Handlauf anbringen lassen und die Treppen für Sehinderte mit einem entsprechenden kontrastierenden Streifen sowie an Austritt und Antritsflächen mit einem Aufmerksamkeitsfeld versehen lassen. Nun steht das Gebäude unter Denkmalschutz und eine optische Veränderung soll nicht erfolgen aus denkmalschutzrechtlichen Gründen. Was zählt nun mehr? Denkmalschutz oder Barrierefreiheit? Sind Urteile zu diesem Thema bekannt? Ein zweiter Handlauf kann nicht verlegt werden, da dieser an einer Fensterfront am Treppenpodest vorbeigeht. Die Fenster müssen aus brandschutzrechtlichen Gründen geöffnet werden können. Der Handlauf würde das verhindern. Die Treppen sind wiederum an einer Wand entlang. Die Anbringung eines Handlaufs an der Wandseite wird aus sicherheitstechnischen Gründen verweigert!

Antworten

Beitrag
Patrick Dohmen (EUKOBA)
erstellt:
14.12.2011 09:54:51

Wir kennen das Problem.
Wir beraten gerade den Inhaber einer grossen denkmalgeschützten Anlage mit Museum, Schulung, Aussenanlagen etc.
Das Thema Brandschutz ist hier natürlich ernst zu nehmen und betrifft alle Besucher, so auch Menschen mit Behinderung. Eine Unterbrechung des Handlaufes würde zu Irritation und Orientierungslosigkeit führen. Also sind die Sicherheitstechnischen Bedenken nachvollziehbar.

Das Thema Denkmalschutz - Barrierefreiheit ist ein Thema. Rechtlich nicht aufgegriffen lebt es von Verständnis und Kompromissen. Generell ist ihr Ansinnen natürlich vollkommen richtig. Was sagt denn ihre BauO? Gibt es einen Aufzug in unmittelbarer Nähe? Das müsste man sich detaillierter anschauen bzw. besprechen.

Beitrag
Dipl. Ing. Dirk Michalski
erstellt:
11.12.2012 13:59:47

laut Huber Hüppe...dem Beauftragten der Bundesregierung gilt hier laut UN-Behindertenrechtskonvention: "Teilhabe ist ein Menschenrecht. In der Abwägung zwischen Denkmalschutz und Barrierefreiheit muss die Barrierefreiheit Vorrang haben."

Wenn einzelnen Aspekten der Barrierefreiheit dann z.B. berechtigte Anforderungen der Sicherheit entgegenstehen oder besonders schützenswertes des Denkmals entgegenstehen, ist im Einzelfall besonders sorgfältig abzuwägen, was sinnvoll ist und wo der bestmögliche Kompromiss liegt.

Die Frage stellt sich ähnlich bei vielen Bestandsbauten auch ohne Denkmalschutz bezüglich vieler Sicherheitsaspekte.

Befahrbare Entwässerungsrinne als Orientierungshilfe für Sehbehinderte und BlindeLeitsysteme, Türschilder, Handlaufinformationen, TasttafelnTaktile Leitsysteme, OrientierungshilfenOrientierungshilfen, Leitsysteme, taktile SchilderBodenleitsysteme nach DIN-NormNachleuchtende Bodenindikatoren

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Frau Dipl.-Ing. Helga Baasch

16761 Hennigsdorf OT Stolpe-Süd

Frau Dipl.-Ing. Helga Baasch ist Architektin und Spezialistin für Barrierefreies Bauen. Sie berät Bauherren, Planer und Betroffene.

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