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Barrierefreier Zugang mittels Rasenplatten aus Plastik?

Beitrag Barrierefreier Zugang mittels Rasenplatten aus Plastik?

Autor: Hanna Nasfeter Antworten: 2 letzte Antwort: 2011-05-25 21:59:58 von Helga Baasch

AutorBeitrag
Beitrag
Hanna Nasfeter
erstellt:
24.05.2011 18:27:38

Barrierefreier Zugang mittels Rasenplatten aus Plastik?

Gibt es Erfahrung mit dem so genannten Produkt "Paddockplatten" Es sind Rasenplatten aus Plastik (ähnlich Betonrasensteine) die eine Begrünung erlauben. Im Gegensatz zu üblichen Betonrasensteinen sind die einzelnen Öffnungen sehr kleinmaschig (ca 5cm), die sogar barfüßiges Begehen möglich macht. Somit ist ein Steckenbleiben mit dem Rollstuhl aus meiner Sicht nicht möglich. Diese Platten sind sehr stabil (bis ca. 300t/qm belastbar) und werden unter anderem auf Golfplätzen, Campingplätzen, Hubschrauberlandeplätzen, etc verbaut.

Gibt es Einwände, warum so eine Platte als zusätzlicher barrierefreier Zugang zu einem bestehenden Gebäude nicht verwendet werden sollte?

Antworten

Beitrag
Jennifer Uka
erstellt:
25.05.2011 08:33:50

Expertenseite

Meiner Erfahrung nach werden diese Platten bei Nässe ähnlich rutschig wie Metallgitter. Die Füllung/Abdeckung wird vor allem an viel genutzten Bereichen durchgetreten oder abgefahren, so dass nur noch die Wabenoberseiten als Verkehrsfläche übrig bleiben. Da diese Platten aber, wenn sie zum Beispiel bepflanzt sind, optisch kaum vor dem Betreten wahrgenommen werden, ist dies tückisch.

Für den privaten Bereich, wenn das Problem bekannt ist, und entsprechend damit umgegangen werden kann (mal Füllung/Abdeckung nachlegen, Flächen bei Nässe umgehen), mag das dennoch eine praktikable Lösung sein.

Für den öffentlichen/gewerblichen Bereich im Allgemeinen und geneigte Flächen/Rampen im Besonderen rate ich ab, da eine dauerhafte, sichere Rutschhemmung nicht ohne weiteres gegeben ist.

Nebenbei: Schneeschieber bleiben auch gerne mal in den Waben hängen, mit dem Besen fegt man die Füllung heraus und dann wird es erst richtig rutschig.

Wenn es etwas mehr nach Garten und weniger nach Großparkplatz aussehen soll, würde ich Pflaster mit breiteren Fugen bevorzugen. Hier bleibt die rutschhemmende Oberfläche größer. Allerdings sollten die Fugen nicht so breit sein, dass die Rolli-Reifen längs darin verschwinden können. Bei kleinteiligem Pflaster können Fugen mit Versatz angeordnet werden. Die Oberfläche ist natürlich nicht ganz eben, aber unter den Stichworten Drainpflaster und Ökopflaster findet man ganz ansehnliche Produkte. Nicht von den Herstellerbildern erschrecken lassen, nach ein paar Wochen sieht das ganz anders aus. Der Haken mit dem Schneeschieber bleibt aber.

Beitrag
Helga Baasch
erstellt:
25.05.2011 21:59:58

Expertenseite

Anforderungen an rollstuhlgerechte Bodenbeläge im Außenbereich:
- Gute Begeh- und befahrbarkeit, erschütterungsarm
- Rutschfeste Oberflächen
- Geringer Fugenabstand
- Gute taktile Wahrnehmung
- Ausreichende Farbkontraste
- Schneller Wasserablauf
Die Rasenplatten aus Plastik erfüllen nicht alle Anforderungen.

Alternative rollstuhlgerechte Bodenbeläge für einen barrierefreien Zugang zu einem öffentlich zugänglichen Gebäude sind Pflasterbeläge aus Betonwerkstein oder Plattenbeläge mit Natursteinoberflächen.

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Frau Dipl.-Ing. Helga Baasch ist Architektin und Spezialistin für Barrierefreies Bauen. Sie berät Bauherren, Planer und Betroffene.

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