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Fußgängerbrücke auch für Rollstuhlbenutzer ausbauen

Beitrag Fußgängerbrücke auch für Rollstuhlbenutzer ausbauen

Autor: Kris Kunst Antworten: 3 letzte Antwort: 2011-05-05 17:39:12 von Wendelin Mühr

AutorBeitrag
Beitrag
Kris Kunst
erstellt:
05.05.2011 08:29:49

Fußgängerbrücke auch für Rollstuhlbenutzer ausbauen

ich möchte ein Projekt vorantreiben, für das ich auch die Rollstuhlfahrer gewinnen möchte: Eine Eisenbahnrücke, die auch als
Fußgänger- und Radbrücke gebraucht wird (heute nur über Treppen erklimmbar), möchte ich auf jeder Seite mit einer Rampe versehen, die es Radfahrern ermöglicht,
hoch- und runterzufahren und Rollstuhbenutzer diese Brücke überhaupt erst dann befahren können.

Das Problem: Es ist ein Höhenunterschied von ca. 10 m zu überwinden. Natürlich wäre die Vorlaufstrecke für eine Rampe mit den Norm-6% viel zu lang und raumgreifend. Jedoch eine Rampe mit 20% Steigung würde ca. 50 m benötigen - und die sind im Vorfeld durchaus da.

Zu beachten: Die Schräge soll ja auch rutschfest sein. Es wäre z.b. an eine Gitterstruktur zu denken, durch die Schnee und Regen hindurchfällt, die aber aus rutschfestem Material gebaut sein muss (nicht einfach nur Metall).

Welche Lösung ist möglich? Bestimmt gab es an anderen Stellen schon mal ähnliche Herausforderungen, die man auf andere Weise, als mit sehr teuren Fahrstühlen gelöst hat.

Antworten

Beitrag
Sonja Hopf
erstellt:
05.05.2011 09:03:55

In der Landesbauordnung Rheinland-Pfalz (LBauO)steht:

Rampen sollen nicht mehr als 6 v. H. geneigt und müssen 1,20 m breit sein; sie müssen beidseitig einen festen und griffsicheren Handlauf haben. Am Anfang und Ende jeder Rampe ist ein Podest, alle 6 m ein Zwischenpodest mit jeweils 1,50 m Länge anzuordnen.

Kräftige Selbstfahrer schaffen die Rampe noch bis 10%. 20% Rampensteigung kann ein Rollstuhlfahrer mit Greifrollstuhl nicht überwinden. Außerdem kommen 8 Zwischenpodeste und Start- und Endefläche mit jeweils 1,5m hinzu.
Wenden Sie sich an das Bauamt/ Grünamt. Holen Sie sich einen Kostenvoranschlag ein. Stellen Sie die Kosten eines Aufzuges. Beachten Sie den Aufwand für Winterdienst bzw. Wartungskosten für den Aufzug.

... auf nullbarriere.de

Rampenlänge, Steigungsverhältnis im öffentlichen Bereich: Rampenrechner

Beitrag
Kris Kunst
erstellt:
05.05.2011 13:08:32


Danke für die Antwort.

Ich werde alles daran setzen, dass die DIN-Norm eingehalten wird, denn das wäre die beste und auch nachhaltigste Lösung. Die Reaktionen auf die erste Bekanntgabe meines Vorhabens an bestimmte Mail-Empfänger sind sehr positiv und engagiert.

Ich möchte einen Architekten oder Stadtplaner finden, der die Aufgabe, einen solchen Höhenunterschied mit dem vorhandenen Platz gleichwohl DIN-gerecht zu überwinden, als reizvolle Herausforderung begreift und auch selbst Herzblut in diese Sache steckt. Den versuche ich zu finden. Wenn hier schon einer herumläuft - herzlich willkommen! Kontaktieren Sie mich gerne über kriskunst@gmail.com

Beitrag
Wendelin Mühr
erstellt:
05.05.2011 17:39:12

Um eine 10 m hohe Brücke für Rolli-Nutzer normgerecht mit 6 % Längsgefälle auszubilden, wird eine Rampenlänge ohne Podest von ca. 167 m benötigt. Dafür fehlt meistens das Vorfeld für die lange Wegestrecke und es bestehen Anbindungsprobleme zum öffentlichen Verkehr. Ein so langgestreckter Weg ist also unrentabel. Hinzu kommt, dass über diese Brücke neben dem Fußgängerverkehr auch der Radverkehr geführt werden soll.

Meinerseits folgender Kompromissvorschlag:
- Längsgefälle auf max. 10% erhöhen (wird schon öfters praktiziert)
- Zwischenpodest gemäß Norm alle 6 m Länge vorsehen
- Linienführung der ansteigenden Rampe sollte wendelförmig angelegt werden (dadurch räumliche Längenverkürzung)

Hierzu sind aber notwendige Absprachen mit den öffentlichen Ämtern (Bauamt, Verkehrsamt usw.) erforderlich. Auch sind die Betroffenen, besonders die Behindertenverbände, Behindertenbeirat und ähnliche Institutionen anzuhören bzw. einzubeziehen.

Nach deren Zustimmung ist bei der Planung eine Kostenanalyse zu erstellen, ob die Rampe in konventioneller Bauweise (Beton) oder in Metallbauweise mit Gitterrosten wirtschaftlicher ist.

... auf nullbarriere.de

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