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DIN 32984 Bodenindikatoren im öffentlichen Raum

DIN 32984 Bodenindikatoren im öffentlichen Raum (2011-10)

Kurzinformation zur DIN-Entwicklung

Die erste Ausgabe der DIN 32984 über die Anordnung von "Bodenindikatoren im öffentlichen Verkehrsraum" erschien im Mai 2000. Daran wurde ungefähr 10 Jahre lang gearbeitet. In der Praxis entdeckte man jedoch schwerwiegende Mängel im Bezug auf die nur eine bestehende Struktur von Bodenindikatoren mit Rillen, die immer wieder von verschiedenen Seiten kritisiert und als schlecht oder sogar nicht ertastbar aufgenommen wurde.

Ab 2005 bis 2011 kam auf Anregung des "Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e.V." (DBSV) eine Novellierung dieser Norm durch den zuständigen DIN-Normenausschuss "NA 063-06-04 AA - Arbeitsausschuss Kommunikations- und Orientierungshilfen für Blinde und Sehbehinderte" zustande. Vorab zum DIN-Entwurf vom Februar 2010 veröffentlichte der DBSV vereinzelt neue Gestaltungsanforderungen zu den Bodenindikatoren. Zu dieser Zeit entwickelten sich aber auch in einzelnen Bundesländern autonome Lösungen, die mit der Integrierung von Noppenprofilen zu unterschiedlichen Blindenleitsystemen führten (z.B. in Hessen der Leitfaden "Unbehinderte Mobilität" - Dez. 2006 oder in NRW der Leitfaden "Barrierefreiheit im Straßenraum - Mai 2009"). Kommunale Einrichtungen entwarfen ebenfalls eigenständige Richtlinien für barrierefreie Verkehrsanlagen.

In dieser Norm wurden erstmals Bodenindikatoren mit Rippen- und Noppenprofil für die steigenden Anforderungen von selbstständiger Mobilität blinder und sehbehinderter Menschen aufgenommen. Hierzu gab es eine rege Bürgerbeteiligung, 135 Seiten Einsprüche. Der zuständige DIN-Normenausschuss hatte nach 1,5 jähriger Arbeit die umfangreichen Änderungsvorschläge und bei den im Arbeitskreis bestehenden oft divergierenden Meinungen, Lösungen oder Kompromisse der vielen Versionen gegeneinander abzuwägen, damit eine optimale Fassung entsteht. Die neue DIN sollte nicht nur für blinde und sehbehinderte Menschen, sondern auch für Rollstuhl- und Rollatornutzer eindeutige und praktikable Lösungen aufzeigen.

Der Aufbau der DIN 32984 folgt den strengen Forderungen nach dem Grundgesetz der Bundesrepublik, den Behindertengleichstellungsgesetzen von Bund und Ländern sowie in der UN-Konvention geforderte Maßnahmen, dass behinderten Menschen persönliche Mobilität mit größtmöglicher Unabhängigkeit zu sichern ist.

Das Umsetzen der DIN 32984

Gegenwärtig wird in vielen Städten und Bauämtern diskutiert, wie gehen wir mit dieser Norm um, da in guter Zusammenarbeit mit dem örtlichen Blindenverein bereits Lösungen vorliegen. Ist es zu akzeptieren, wenn nun weiterhin so gebaut wird, obwohl die Norm eine andere Gestaltung fordert?

Diese Norm sollte unbedingt übernommen werden, auch wenn dadurch eine Umbruchphase entsteht, die zu Irritationen führen kann. Dazu müssen in den Städten und Gemeinden Zusatzinformationen und wenn möglich, Nachschulungen blinder Menschen erfolgen.

Es ist wichtig, dass ab sofort ein einheitliches Orientierungssystem nach dieser Norm übernommen wird, damit blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen in naher Zukunft deutschlandweit die gleichen Sicherheitshinweise bekommen.


Inhaltsverzeichnis

  1. Anwendungsbereich
  2. Normative Verweisungen
  3. Begriffe
  4. Anforderungen an Bodenindikatoren und angrenzenden Bodenbelag
  5. Bodenindikatoren und Leitelemente im Verkehrsraum
  6. Orientierung in Gebäuden

DIN 32984 (2011:10) Bodenindikatoren im öffentlichen Raum

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Ingenieuerbüro - Barrierefreies Planen und Bauen Fulda

Dipl.-Ing. Wendelin Mühr

36039 Fulda

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