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Wohnungsbau - Behinderungsbedingter Mehrbedarf

 

Behinderungsbedingter Mehrbedarf BMB


Behinderungsbedingter Mehrbedarf BMB, Titelbild

Ein Ableitungsmodell für Bewertungs-Sachverständige im Arbeitsfeld des Barrierefreien Bauen

Autoren: Nadine Metlitzky und Lutz Engelhardt, 2007


Wesensmerkmal der besonderen Bedürfnisse des behinderungsspezifischen Wohnens und damit Lebens ist der Anspruch auf mehr Bewegungsraum und häufig auf Veränderungen vorhandener bautechnischer Barrieren. Die derzeit existierenden Regelwerke beziehen sich fast ausschließlich auf das Bauen im öffentlich zugänglichen Bereich und beschreiben den Individualbereich nur unzureichend. Deshalb muss der Sachverständige die individuellen Anforderungen aus dem Fähigkeitsprofil bzw. Krankheitsbild der behinderten Person ableiten und in die Planung und Kostenschätzung mit einbeziehen.

Welche Kosten müssen aufgewendet werden, um den Mobilitätsverlust durch bauliche Maßnahmen auszugleichen?
Kurz: Was kostet der "Behinderungsbedingte Mehraufwand" in Folge von Mobilitätsverlust (verursacht durch Unfälle, Arbeitsunfälle, Operationsfehler u.ä.)?

Die Beentwortung dieser Fragestellungen kann nur durch Kostenschätzungen, auf Basis von differenzierten Flächenberechnungen, in Abhängigkeit vom bewegungsbedingten Flächenbedarf des Einzelnen erfolgen.

Die theoretische Ableitung einer solchen Flächenberechnung ist das Thema des hier vorgestellten Buches. Das Buch ist nicht nur ein praktisches Nachschlagewerk für Planer, Architekten und Sachverständige, sondern eine exemplarische Schritt-für-Schritt-Erläuterung einer konkreten Berechnung. Den aufgeführten Kostentabellen zu besonderen Ausstattungen und Einrichtungen können Preise zur Ermittlung des Mehrbedarfs entnommen werden.



Ableitungsmodell für

  • Private Kläger (geschädigte Personen) und deren gesetzliche Vertreter
  • Rechtsanwälte und Richter
  • Versicherungsgesellschaften (z.B. von Ärzten und Kliniken)
  • Krankenkassen
  • Gutachter und Sachverständige für Barrierefreies Bauen
  • Gutachter und Sachverständige für Grundstücksbewertung
  • Architekten und Bauingenieure
  • Bauämter und Integrationsämter

Aus dem Inhalt

1 Aufbau des Handbuchs

  • Teil 1 Grundlagen
  • Teil 2 F2-Modell© zur Ableitung des BMB
  • Teil 3 Ausrüstungstabellen

2 Leitsätze und Begriffsdefinitionen

3 F2-Modell© zur Flächenbedarfsermittlung

4 Bewertungstheoretische Grundlagen der Kostenermittlung des BMB

5 Beispielberechnung des BMB

6 Besonderheiten

7 Ausrüstungstabellen




Einführung

Der "Behinderungsbedingte Mehrbedarf" wird in der Rechtsprechung (Vgl. OLG Stuttgart VersR 1998, 366, 367 und OLG Brandenburg 7 U 86/03) als der Kostenaufwand bezeichnet, welcher notwendig ist, um einen physischen Mobilitätsverlust einer Person durch bauliche Veränderungen in dessen persönlichem Umfeld zu kompensieren. In der gerichtlichen Praxis hat der Sachverständige immer häufiger die Frage nach den notwendigen Kosten zur Schaffung behindertengerechten Wohnraums zu klären. Die Kriterien zur Ermittlung dieser Kosten bilden die persönliche Wohnsituation, die notwendigen therapeutischen Anforderungen an den Wohnraum und die Anpassungsmöglichkeiten der vorhandenen Wohnsituation an die jeweilige Mobilitätseinschränkung des Begünstigten. Um den Anforderungen für die Beantwortung dieser Frage fachlich gerecht zu werden, sind Kenntnisse in der Beurteilung von barrierefreien Immobilien sowie Kenntnisse in der Verkehrswertermittlung von Immobilien notwendig. Nunmehr liegt hierfür ein Ableitungsmodell zur systematischen Ermittlung des Behinderungsbedingten Mehrbedarfs vor.

Bisher standen den Bewertungssachverständigen (Sachverständige für Baumängel und Bauschäden, Wertermittlern und Sachverständige für Barrierefreies Bauen) und Gerichten kein einheitliches Ableitungsmodell zur Verfügung. Die Folge waren pauschalisierte Kostenschätzungen, welche das persönliche Lebensumfeld des Begünstigten und die therapeutischen Notwendigkeiten nur unzureichend berücksichtigen. Diese pauschalen Entschädigungsansätze waren dann die Ursache für weitere gerichtliche Auseinandersetzungen.

Die Rechtsprechungen und gerichtlichen Entscheidungen zu diesem Thema unterscheiden sich nach Erfahrung der Autoren erheblich. In der Regel führt der Begünstigte an, dass der von ihm bislang genutzte Wohnraum keine Anpassungsmaßnahmen zur Kompensation seines Mobilitätsverlustes zulässt. In diesem Zusammenhang hat der Sachverständige dann die Aufgabe die Frage zu klären, ob eine Anpassung des vorhandenen Wohnraums grundsätzlich möglich wäre oder ob nur ein Neubau die veränderten Wohnbedürfnisse des Begünstigten erfüllen kann. In diesem Fall ist der Sachverständige aufgefordert, zusätzlich zur Ermittlung des Behinderungsbedingten Mehrbedarfs zu dem Vermögenszuwachs im Fall eines Neubaus eine Stellungnahme abzugeben.

Ableitungsmodell des Behinderungsbedingten Mehrbedarfs (BMB)

Das Ableitungsmodell des Behinderungsbedingten Mehrbedarfs bezieht das persönliche Lebensumfeld des Begünstigten, unter Berücksichtigung einer konkreten Planung einer Baumaßnahme, in die Bewertung ein. Das nun vorliegende Ableitungsmodell berücksichtigt den persönlich notwendigen Mehrbedarf an Wohnfläche, den Mehrbedarf an Ausstattung und die daraus resultierenden Mehraufwendungen an Unterhalt der Immobilie.

Mehrbedarf an Wohnfläche (MBF)

Factus 2© Darstellung: Allgemeine und besondere Bewegungsfläche (für Rollstuhl) und der daraus resulttierende Mehrbedarf an Fläche(MBF)

allgemeine Bewegungsfläche vor WC

allgemeine Bewegungsfläche vor WC

Rollstuhl-Bewegungsfläche vor WC

Rollstuhl-Bewegungsfläche vor WC

MB Rollstuhl-Bewegungsfläche vor WC

MB Rollstuhl-Bewegungsfläche vor WC




Eine Leseprobe zum Fachbuch steht hier zum Downloaden bereit.

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Behinderungsbedingter Mehrbedarf - Leseprobe (ca. 250 kB)

bmb_leseprobe.pdf

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Autorinfo

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Factus 2 Institut

99084 Erfurt

Nadine Metlitzky
Lutz Engelhardt
Nadine Metlitzky und
Lutz Engelhardt
sind als Planer, Berater sowie Dozenten tätig und arbeiten in dem eigenen Factus 2 Architektur- und Sachverständigenbüro auf dem Gebiet des "Barrierefreien Bauens". Neben der praktischen Arbeit sind die Autoren in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema engagiert. Das F2-Institut initiiert Forschungsprojekte und Kongresse, welche sich mit der Entwicklung des "Barrierefreien Bauens" im Kontext mit der Immobilienwirtschaft befassen. Aus dem Sachverständigenwesen für Immobilienbewertung und dem Sachgebiet "Barrierefreies Bauen" haben sich Anknüpfungsschwerpunkte, wie beispielsweise die Bewertung von Serviceimmobilien und die gerichtlich bestellte Begutachtung entwickelt. Einer der Synergieeffekte aus Lehre, Forschung und Sachverständigentätigkeit ist das F2-Modell zur Ableitung des Behinderungsbedingten Mehrbedarfs und das Städtebaumodell "Strukturelle Orientierungssysteme".

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