Brandschutzkonzept - akustische Rettungswege |
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Sprachdurchsagen fördern Selbstrettung im BrandfallKommt es zu einem Brandfall in großen Gebäudekomplexen, so sind die Besucher oft unsicher, wie sie auf dem sichersten und schnellsten Weg das Gebäude verlassen können. Die Suche nach Fluchtwegzeichen wird dabei oft auch durch aufkommenden Rauch erschwert.
Herkömmliche Signale wie Sirenen werden häufig nicht richtig interpretiert oder sind zu unspezifisch. Das tatsächliche Problem ist die fehlende Kommunikation mit den betroffenen Personen. ![]() Sicheres Evakuieren durch ENS-Systeme. Abhilfe schaffen so genannte "Elektroakustische-Notfallwarn-Systeme" ( ENS ), die im Brandfall durch gespeicherte Sprachdurchsagen direkte Anweisungen für das Verhalten liefern. Durch situationsgerechte Informationen werden die Betroffenen aufgefordert, den gefährdeten Bereich zu verlassen oder aber in einem bestimmten Gebäudeteil zu bleiben. Hierdurch ist dann die Sicherstellung der Selbstrettung durch eine schnelle und gezielte Evakuierung gewährleistet. "In vielfachen Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass Menschen auf das gesprochene Wort wesentlich schneller reagieren als auf jede andere Art von Anweisung". Verzögerungen, Verwirrungen oder Personenschäden können in Notfallsituationen oft durch direkte Kommunikation erheblich reduziert werden. In vielen Fällen ohne Sprachevakuierung sind sich gefährdete Personen nicht sicher, was sie tun oder wohin sie gehen sollen. Sprachdurchsagen zeigen Fluchtwege auf, die im Evakuierungsfall benutzt oder auch vermieden werden sollen. ( Beispiel: Nicht die Fahrstühle und Rolltreppen, wohl aber die an die Notausgänge angeschlossenen Fluchttreppenhäuser). Zusätzlich können Sprachdurchsagen in jeder beliebigen Sprache oder in Kombinationen verschiedener Sprachen zeitlich nacheinander übertragen werden.
In einigen europäischen Ländern werden ENS seit Jahren zur Alarmierung im Notfall eingesetzt. Auch die Koppelung mit dem Brandmeldesystem ist nicht neu. Heute besteht in Europa zunehmendes Interesse an diesen Systemen, weil Gebäude immer höher und komplexer werden und das Bewusstsein um den Schutz des menschlichen Lebens gewachsen ist. Der Einbau von ENS Anlagen ist in den USA für jedes Gebäude vorgeschrieben, welches sieben oder mehr Stockwerke hat. ENS sind dort und in vielen weiteren Ländern regulärer Bestandteil des Brandmeldesystems und des Evakuierungskonzeptes. Der Begriff "Elektroakustisches-Notfallwarn-System" wurde erstmals für Anlagen angewendet, die gewisse Sicherheitsstandards erfüllten. In verschiedenen europäischen Ländern bestehen bereits sehr ausgeprägt nationale Standards für den Einsatz und die Ausführung von ENS. In Deutschland gibt es seit 1998 mit der DIN EN 60849 eine Norm, die die Anforderungen an ENS wie Aufbau und Installation, Funktionsweise, Fehlerüberwachung, Ausfallsicherheit, Schnittstellen zum Notfallmelde- und Gebäudemanagementsystem und Reservestromversorgung, festlegt. Unterstütz wird diese Norm durch die Anwendungsrichtlinie VDE 0833-4, die in 2007 durch den Arbeitskreis AK713.1.17 Notfallwarnsysteme im DKE herausgebracht wurde und seit dem 01.09.2007 bindenden Charakter hat. Mit der VDE-Richtlinie VDE 0833-4 wurde ein Regelwerk geschaffen, das die bisherige Vorschriftenreihe VDE0833-1 bis 0833-3 (Brandmeldeanlagen) um die Koppelung mit einem ENS ergänzt. Architekten, Planern und Errichtern von BMA mit ENS-Anbindung steht nun somit eine Anwendungsrichtlinie zur Verfügung, welche nicht nur Planungshilfe leistet, sondern auch die Installations- und Abnahmekriterien beschreibt.
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